Opt-Out statt Opt-In? Unitymedia sucks.

Saturday, May 11. 2013
Der Aufreger des Samstags - wieder mal Post von Unity Media im Briefkasten.
Natürlich Werbung, natürlich unverlangt.
Diese penetrante Altpapierlieferung nervt mich schon seit Jahren, und nach langem Hin und Her habe ich es geschafft, dass an meine alte Adresse sowas nicht mehr geliefert wird.
Vor zwei Jahren sind wir umgezogen, und seitdem... ja, genau: Seitdem liegt wieder die Werbung der Firma im Briefkasten, mit der ich mir geschworen habe, nie-nie-nie einen Vertrag zu schließen.
Normalerweise werfe ich den Sch... ungelesen weg, aber heute hatte ich die verwegene Hoffnung, dem Spuk ein Ende bereiten zu können und habe den Umschlag aufgemacht.
Was lesen meine müden Augen?
Wenn Sie keine weiteren Produktinformationen von uns erhalten möchten, teilen Sie es uns einfach schriftlich mit.

Hallo? Geht es noch? Ich soll eine Briefmarke dafür investieren, dass ich nicht mehr belästigt werde? Ansonsten geht der Terror weiter?
Kann nicht wahr sein, oder?
Die Rechtslage gibt es offenbar her, so vorzugehen, allerdings kenne ich kein Unternehmen, dass derartig herumspammt, wenn es nicht wenigstens vorher irgendeinen Kontakt gegeben hat. Und den hat es - Gott bewahre - nicht zwischen mir und diesem Laden. :-(
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Was soll rein in die 4. Auflage - Brainstorming!

Tuesday, April 16. 2013
Jetzt beginnt sie wieder, die Ideenfindung, das Sammeln von neuen Themen für die 4. Auflage meines Babys.
Ich bin auf Eure und Ihre Vorschläge gespannt - was steht in den üblichen Berufsratgebern und Bewerbungsfibeln nicht, sollte aber drinstehen?

Hier sammele ich die Anregungen:




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Karriereleiter - Axiome oder Trugschlüsse

Thursday, April 4. 2013

Auf der Suche nach neuen für die 4. Auflage - dazu werde ich noch etwas mehr schreiben in nächster Zeit - durchstöbere ich derzeit das Netz. Dabei bin ich auch wieder auf jemanden gestoßen, dessen Rat ich schon vor vielen Jahren sehr zu schätzen wusste, noch bevor ich irgendwelche anderen Foren, Blogs, Xing-Gruppen oder was auch immer zu diesem Theme kannte: Heiko Mell.

Der Altmeister (Jahrgang 1942) schreibt seit gefühlten Ewigkeiten bei der Ingenieur-Karriere und beantwortet Fragen zu Beruf, Bewerbung, Karriere.
Man mag zu seinen Thesen stehen, wie man will, sie neoliberal nennen oder sonst etwas, aber anregend sind sie allemal.

Seit einer Weile gibt es auch ein Blog von ihm (leider derzeit ohne RSS-Feed). Schon der erste Artikel hat mich sehr angesprochen, daher werde ich meine Gedanken dazu hier mal mit Euch und Ihnen teilen. Laut Heiko Mell schadet es einer Karriere - möglicherweise sogar massiv - wenn jemand einen der folgenden Kernsätze nicht berücksichtigt:

Ein guter Mitarbeiter ist jemand, den sein Chef dafür hält.


Volle Zustimmung. Ob man das gut oder schlecht findet, ist dabei nicht die Frage. Natürlich kann auch die Anerkennung der Kunden oder Kollegen extrem wichtig sein. Teilt aber derjenige, der über Wohl und Wehe letzlich entscheidet, nicht diese Meinung, dann nutzt das wenig bis gar nichts.

Ein Angestellter ist lt. offizieller Definition abhängig beschäftigt und weisungsgebunden. Das bedeutet zwangsläufig den Verzicht auf das Streben nach uneingeschränkter Entfaltung der Persönlichkeit – und erfordert Anpassungsbereitschaft.


Zustimmung. Wenn die Anpassung zu sehr wehtut, dann ist man im falschen Unternehmen oder der falschen Abteilung - es gibt genügend unterschiedliche, sodass nahezu jeder seinen "favorite flavour" finden sollte. Klappt das nicht, gibt es immer noch die Selbständigkeit. Da könnte es allerdings dann Probleme mit den Kunden geben.
By the way: Angemessenheit klingt doch gleich viel besser als "Anpassung", oder? Darum geht's nämlich.

Das System ist darauf ausgerichtet, dass Karriereerfolg sich eher einstellt, wenn ich mich bemühe, etwas Interessantes zu werden, statt vorrangig etwas Interessantes zu tun.


In der klassischen Definition von Karriere, die Heiko Mell hier voraussetzt, ja. Wobei interessante Jobs auch meist interessante Tätigkeiten beinhalten.

Es gibt keine erlaubten „Differenzen“ zwischen Chef und Mitarbeiter. Es gibt nur Mitarbeiter, die nicht im Sinne ihres Chefs „funktionieren“.


Diese Einstellung erscheint mir veraltet. Ein derartig autokratischer Führungsstil dürfte mittlerweile nur noch selten vorkommen. Vielleicht am ehesten noch in asiatischen Unternehmen.

Die Führungskraft ist Vertreter des Arbeitgebers bei ihren Mitarbeitern, nicht Sprecher ihrer „Leute“ bei der Unternehmensleitung.


Sie ist beides.Natürlich, wenn es hart auf hart kommt, gilt "ober sticht unter" oder "wer zahlt, schafft an". So etwas sollte aber die Ausnahme sein, denn langfristige Erfolge werden sich nicht mit "Befehl und Gehorsam" erzielen lassen. Diese Zeiten sind vorbei.

In einer Marktwirtschaft ist Gerechtigkeit grundsätzlich nicht „systemimmanent“ – Märkte aller Art sind weder gerecht noch ungerecht.


Stimmt, die Gerechtigkeit - oder das Streben danach - kommt erst hinzu, wenn man das Wörtchen "sozial" hinzufügt und lebt.

Über den Wert meiner beruflichen Qualifikation entscheidet allein der (Arbeits-)Markt.


Wenn Wert die Verwertbarkeit meint, ja. Selbst Gold ist nur dann Gold, wenn man etwas dafür bekommt, ansonsten nur ein schön anzusehendes, recht weiches Metall.
Einen ideellen Wert gibt es natürlich auch, aber kein Anrecht darauf, einen Gegenwert zu bekommen. Der promovierte Taxifahrer hat keinen höheren Stundenlohn verdient, selbst wenn er der neue Hölderlin sein sollte.

Dauerhafter Karriereerfolg hängt vor allem von meiner Persönlichkeit ab, weniger von meiner Fachqualifikation (die wird als selbstverständlich vorausgesetzt).


Ich würde es nicht Persönlichkeit nennen, sondern Verhalten. Allerdings sollte da eine größmögliche Kongruenz bestehen, sonst wird es unglaubwürdig und macht einen selbst unglücklich.

Jede Gruppe lässt bevorzugt solche neuen Mitglieder zu sich, die „so sind wie wir“. Wer (weiter) aufsteigen will, muss also rechtzeitig den Maßstäben der hierarchischen Ebenen entsprechen, in die er hineinstrebt (Aussehen, Auftreten, Lebensstil).


Oja. Einer der Gründe, warum Ayse Özdemir es ceteris paribus immer noch schwerer haben als Stefan Lehmann.

Ein Kampf mit dem Chef ist nicht zu gewinnen. Dazu trägt auch bei, dass jedes hierarchisch strukturierte System seine ranghohen Mitglieder pauschal gegen „Aufmüpfigkeiten“ von unten unterstützt.


Nicht ganz so. Der eine oder andere soll es schon geschafft haben, durch ein Bündnis mit dem "Chef-Chef" etwas gegen seinen direkten Vorgesetzten erreicht zu haben. Empfehlen kann man das aber nicht, es geht meist nach hinten los. Daher:siehe oben: Abteilung oder Firma wechseln oder selbständig werden.

Was sagt ihr, was sagen Sie dazu?
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Teilweise

Wednesday, March 27. 2013


Was möchte GMX mir damit sagen?



Okay, ich weiß es, aber skurril finde ich es trotzdem....
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Netzwerkfaktor - wie ist deiner? Und Ihrer?

Wednesday, March 13. 2013
Foto: Vlado, freedigitalphotos.net
Von Andreas Lutz, dem Gründer von "Gründungszuschuss.de" habe ich folgenden interessanten Artikel zum Thema Networking in Xing gelesen: "Mit dem Netzwerkfaktor Kontaktsammler erkennen.

Da ich auch zu denen gehöre, die sich immer wieder über diese Leute ärgern, habe ich es mal ausprobiert.
Ich selbst habe einen Netzwerkfaktor 39 (yay!), ein guter Freund, der meine Auffassung darüber, wie Netzwerken geht, teilt, kommt auf 29. Und einer, der über 60.000 Kontakte hat und mehrere Hundert Seitenaufrufe, kommt auf 7. Und in der Tat habe ich ihn zwar vor Jahren mal als Kontakt akzeptiert, aber nie weiter mit ihm zu tun gehabt. (Zu seiner Ehrenrettung muss man sagen, dass er mir aber auch keine Eventeinladungen schickt oder meine Mailadresse für anderweitigen Unfug missbraucht.)

Ziemlich plausibel, was Andreas Lutz sich da überlegt hat. Und was für Ergebnisse erzielt die Blogleserschaft?
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Du musst nicht die Kuh kaufen...

Monday, March 4. 2013
...wenn du nur etwas Milch trinken willst. Das gilt auch für das IT-Karrierehandbuch:

Wer neugierig ist, aber nicht gleich das ganze Buch kaufen will, kann sich im neuen iX Kompakt-Heft "Beruf und Karriere" längere Auszüge zu Gemüte führen.


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Nachtrag zum Vortrag - Honorare von Freelancern

Sunday, March 3. 2013
Vorgestern hatte ich ja die Ehre, wieder mal bei der GUUG einen Vortrag halten zu dürfen. Leider kam ich aus technischen (der Beamer....) und organisatorischen Gründen (die FH schließt um 18 Uhr) etwas in Zeitnot, sodass ich gerade gegen Ende mich ziemlich beeilen musste und auch für Fragen wenig Raum war.

Daher hier noch ein Detail, das ich interessant finde:

Ich hatte die These aufgestellt, dass Dumping-Honorare wenig bringen, dass man nicht deshalb eher angefragt wird, weil man ein niedriges Honorar verlangt, sondern dass viele Projektanbieter auch zu zahlen bereit sind, was ein Experte mit wohldefiniertem Profil eben verlangt.
Gestützt wird dieser Eindruck durch Statistiken von Gulp.de - die geforderten Honorare von Freelancern liegen oft niedriger als die, die Projektanbieter zu zahlen bereit sind.

Ich wurde danach gefragt, ob das denn auch genauer analysierbar ist und so habe ich mal den Gulp Trendanalyzer angeworfen, der eigentlich dafür gedacht ist, die Nachfrage nach Skills entlang der Zeitachse zu ermitteln (z.B. Antworten auf Fragen wie "Stirbt Cobol wirklich aus? Gibt es danach überhaupt noch Nachfrage?")
Ich habe mal "Linux" als Skill eingeworfen und kam auf folgendes Ergebnis.



Das interpretiere ich so:

um die 11 Prozent aller Profilinhaber, die den Skill Linux nennen, verlangen 50 Euro Stundensatz. Aber nur 5% aller Nachfragen nach Linux-Skill gehen an die Inhaber dieser Profile.
Andersrum verlangen etwas mehr als 20 Prozent aller Freelancer mit Linux Skill 70 Euro pro Stunde. Die Kontakte von Projektanbietern richten sich aber zu fast 30% an diese Personengruppe.

Hab ich also recht und Linuxer verkaufen sich tendenziell unter Wert?

Oder könnte es nicht auch heißen, dass zwar Leute mit der Forderung nach 70 Euro häufig angesprochen werden, aber dann nur, um sie massiv runterzuhandeln?
Müssten dann aber nicht die, die von vornherein nur 50 Euro wollen, häufiger angesprochen werden?
Letzteres eher nicht, wenn deren Skill laut Profil auch nicht so doll ist, sie weniger Erfahrung und weniger andere geforderte Skills haben.

Ich würde mich über Eure und Ihre Einschätzungen, Erfahrungen und Meinungen hierzu freuen.

Nachtrag zum Nachtrag: ich sehe gerade, die Statistik bezieht sich auf alle eingetragenen Profile, nicht nur aus die mit dem ausgewerteten Skill. Schade! ABer okay, auch die allgemeine Aussage ist ganz interessant.



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Wie sagt man bei euch dazu?

Saturday, February 16. 2013
Diese Fragen stellen ein weiteres Mal die Forscher des Atlas der deutschen Alltagssprache und ich habe wieder mitgemacht.
Die Ergebnisse finde ich hochinteressant, ein Beispiel sieht man hier:
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Man kommt aus dem Kopfschütteln gar nicht raus....

Friday, February 15. 2013
Neulich in meinem Spamverdachtsordner:

Mal wieder ein Kooperationsangebot von jemandem, der sich sicher zu sein scheint, dass ich auf ihn gewartet haben muss. Ein Kennenlerntreffen soll es sein, mit folgender Agenda:

1. Vorstellung von [ganz tolle Firma] und der Netzwerkidee, Formen der Zusammenarbeit
2. Vorstellung der Trainer/Coachs und ihrer Arbeitsweise
3. Unser Verständnis von [unfassbar originelle Dienstleistung mit kreativem Namen]
4. Diskussion und erste Ideen für eine konkrete Zusammenarbeit


Ähm, ja. Dafür fahre ich aber gewiss nicht nach Hamburg oder München. Und was ich vor allen Dingen nicht tue: dafür auch noch Geld zahlen! 125 Öre soll ich für ein bisschen Blabla mit einer unbekannten Firma bezahlen. Wer antwortet auf sowas anders als mit einem "Geht's noch?".

Ich habe nun mal zurückgeschrieben und gefragt, woher sie meine Adresse haben und wie sie darauf kommen, dass sie mir derartig plumpe Werbung zustellen dürfen.

Bin gespannt.




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Mein Senf: Interview zur Selbständigkeit auf dem Blog der German Unix User Group

Friday, February 15. 2013
Corina Pahrmann hat gefragt, ich habe geantwortet:
Kurzinterview auf dem GUUG-Blog.
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Mal wieder: ein Vortrag beim FFG

Monday, February 11. 2013
Das Frühjahrsfachgespräch der German Unix User Group, kurz FFG genannt, findet dieses Jahr in Frankfurt statt.
Das alleine wäre schon Grund genug, dort mal wieder einen Vortrag zu halten. Das Programmkomitee hat meine Einreichung angenommen, und so werde ich am Freitag, 1. März 2013, etwas über meine Sicht der Dinge zum Thema "Erfolgreich selbständig sein in IT-Projekten - oder: wie frei ist ein Freelancer" zu erzählen.
Ich freue mich sehr drauf, nicht nur wegen des Vortrags an sich, sondern auch, weil ich einige Leute, die ich über das Netz schon sehr gut "kenne", nun auch mal persönlich trefffen werde. Alte Freunde und Bekannte werden natürlich auch einige da sein - wer genauer wissen will, wer teilnimmt, kann sich das Event in Xing ansehen (und sich natürlich gerne auch eintragen).
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Was tun bei Vitamin-B-Mangel? Oder: Die Chancen des eigenen Netzwerkes - Teil 2

Wednesday, September 26. 2012
Foto: Nina Aldin Thune

Hier geht es weiter, das Gespräch, das Heiko Harthun und ich geführt haben und dessen erster Teil in seinem Blog zu lesen war:

Heiko Harthun: Du richtest den Blick also zuerst nach außen oder "hinten", weg von der aktuellen Situation, um dann den Bogen zurück zu schlagen?

Martina Diel: Ja, denn alles andere lähmt. Das Denken bewegt sich in den gewohnten Bahnen, in denen es sich oft schon lange bewegt. Ich habe ja auch oft Kunden, die nicht nur Hilfe beim Jobfinden brauchen, sondern auch dabei, überhaupt erst einmal herauszufinden, was sie wirklich wollen und können.
Mancher kann das gar nicht sagen, was er denn wirklich gern tut, und wenn man dann den Umweg geht über die Frage "Wie sieht ein echter Alptraumtag im Job für mich aus?", dann kann man sich den Präferenzen darüber auch gut nähern. Und natürlich auch den Stärken.
Wie löst du denn die Fixierung auf das "Es geht nicht!"?

Heiko Harthun: Meist ist die Arbeitslosigkeit bei meinen Kunden eher das kleinere der vorhandenen Probleme. Deshalb versuche ich meist, einen Weg einzuschlagen, der erstmal von Ihnen selbst wegführt bzw. nichts mit ihnen zu tun hat. Meist, indem ich einen fiktiven Charakter erfinde und eine Situation aufbaue, in der mir die Kunden raten sollen, wie unser fiktiver Charakter vorgehen sollte.
Das hat dann erst einmal nichts mit dem eigenen Leben zu tun und wenn es eine Gruppe ist, kriege ich sie so auch dazu, miteinander zu diskutieren.
Bei reinen Einzelcoachings kommt es auf den Auftrag an. Wenn der Kunde will, dass es knirscht und Reibungsfläche gibt, dann bleibe ich auch gerne bei ihm und wir versuchen die Fallstricke zu finden, die ihn bisher aufgehalten haben.

Martina Diel: Hast du mal ein Beispiel für so einen fiktiven Charakter?

Heiko Harthun: Ja gerne. Junger oder alter Charakter?

Martina Diel: Jung.

Heiko Harthun: Dirk Mustermann, Tischler, 23 Jahre alt. Weiß was er will, nämlich einer der besten Möbelrestaurateure Deutschlands werden. Nach der Ausbildung hat er den Betrieb gewechselt, um in einem zu arbeiten, der mehr mit antiken Möbeln macht.
Dort ist er mit seinem Wissensdurst jedoch ziemlich schnell angeeckt und hat nach einem halben Jahr wieder wechseln müssen. Hat jetzt nur noch eine halbe Stelle mit 25 Wochenstunden, nutzt die Zeit nebenher aber, um bei der IHK und der VHS Kurse zu besuchen, Metallbeschläge aus Edelmetallen herstellen, Kunstintarsien und solche Dinge.
Was sollte er als nächstes tun, um seinen Traum zu verwirklichen?


Martina Diel: Interessant, aber ist das nicht schon ganz schön komplex?

Heiko Harthun: Interessanterweise nicht. Ich nehme oft einen ziemlich komplexen Charakter, damit zum einen jeder auch einen Punkt finden kann, an dem er ansetzen kann, ein Erfolgserlebnis generieren kann. Und zum anderen, damit ich irgendwann die Bedeutung von klar definierten Zielen hervorheben kann.

Martina Diel: Aber es stimmt: jemand anderem zu raten ist immer einfacher. Das systemische Coaching arbeitet ja auch mit Perspektivwechseln. Es ist ja ungemein wichtig, nicht zu viel selbst zu empfehlen, sondern die Leute selbst in die Verantwortung zu nehmen.

Heiko Harthun: Stimmt, die meisten kennen die Lösung ja.

Martina Diel: Und kommt da nicht "woher soll ich das wissen?"

Heiko Harthun: Erstaunlicherweise kommt fast immer eine impulsive Reaktion wie: "Arroganter XYZ! Der spinnt ja wohl!" oder "Der bringt es zu was! Den würde ich auf jeden Fall kennenlernen wollen." Und dann beginnt der eigentliche Prozess, Ressourcen zu entdecken und den angestammten Teufelskreis zu verlassen.

Zusammenfassend können wir wohl beide an dieser Stelle sagen, dass die Umgehung von Denkblockaden (das Verlassen eines Teufelskreises) auch hier der erste Schritt zum erfolgreichen Networking ist.


Martina Diel: Exakt. Viele sind fixiert auf das Stellenanzeigen finden, darauf, ganz viele Bewerbungen zu schreiben, alles aufzuhübschen - aber das ist eine Fixierung auf eine Methode und wenn man gut networken will, dann muss man auch mal eine andere Perspektive einnehmen und fragen "warum eigentlich nicht mal so rum"?"

Heiko: Richtig. Man selbst glaubt, das klappt immer nur bei anderen, sein eigenes Netzwerk sieht man meist (leider) nicht, genauso wenig wie die Chancen, die im eigenen Netzwerk liegen. Die werden einem erst bewusst, wenn man beginnt es zu erforschen und zu nutzen.
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Eine Novität...

Monday, September 10. 2012
...hat es am letzten Freitag gegeben, als ich unterwegs zum Vortrag "Social Media und Selbstmarketing im Web 2.0" beim Verband der Konferenzdolmetscher in Heidelberg war:
ich bin zu spät gekommen!
Die Hausnummer 3a lag gegenüber der 76 - darauf bin ich nicht gekommen und so kam es, dass wir einen Kilometer weg geparkt haben und zurücklaufen mussten. Da wir eh knapp dran waren, sind wir erst um 19:10 Uhr an Ort und Stelle gewesen. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten ist der Vortrag dann aber doch gut gelaufen und ich denke auch, ich habe die Zuhörerinnen erreicht (ja, bis auf M. und M., die von meiner Seite aus dabei waren, waren nur Frauen zugegen).
Interessant bei dieser Zielgruppe: Networking konzentriert sich hier nicht so sehr auf potentielle Kunden, sondern auf Kollegen, die immer wieder in die Situation kommen, für Konferenzen Teams zusammenstellen müssen und dann natürlich auf diejenigen zurückgreifen, die ihnen im Gedächtnis präsent sind. Da hilft es, an dem "Wasserloch" zugegen zu sein, wo diese Menschen sich treffen. Ein Aspekt, den ich in künftigen Versionen des Vortrags berücksichtigen werde.

Und, liebe Leserinnen und Leser, gibt es Kommentare? Wie macht Ihr, wie machen Sie das?

Achja, nicht vergessen: die Folien zum Vortrag sind bei Ziele-Wege-Perspektiven zu finden:
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Schneckenpost-Spam

Sunday, June 3. 2012
Da erreichte mich doch dieser Tage wieder mal Spam.
Aber diesmal nicht per Mail, sondern per Post.
Okay, da gibt es ja immer wieder diese dubiosen "Gewerbeaufsichtzentrale"-Dinger.
Aber nein. Diesmal hat mich echter Nigeria-Spam erreicht, so von wegen "da gibt's ein geheimes Konto, da sind Fantastillarden drauf, und weil Sie so vertrauenswürdig sind, teile ich mit Ihnen".
Okay, es geht nur um 18 Millionen Doller und das Ganze stammt aus Südafrika und nicht aus Nigeria. Aber sonst - komplett mit Briefmarke, handschriftlicher Adressierung und Unterschrift.

Schaut selbst:



Was ist das für ein Geschäftsmodell? Wie kann sich das rechnen?
Fallen darauf so viel mehr Leute rein, dass sich das Porto rentiert?

PS: ja, das ist das erste Posting seit mehr als einem halben Jahr. Ich hatte einen Durchhänger - irgendwie hat sich für die kleinen lustigen Dinge des (Privat-)Lebens Facebook bei mir etabliert und Xing für die ernsthaften, berufsbezogenen. Aber eigentlich finde ich das nicht gut, und so werde ich dieses Blog reaktivieren. Knock on wood und ermutigt mich mit Kommentaren! ;-)
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Gelungene Resozialisierung - oder Obszönität?

Saturday, November 5. 2011


Neulich in xing bin ich über dieses Profil gestolpert.

Das Biete-Feld zeigt Erstaunliches, denn der Herr schreibt folgendes über sein Dienstleistungsportfolio:


Fachwissen und Konzept zur Aufklärung von Unternehmen gegen kriminelle Mitarbeiter. Neues Aufklärungs- und Beratungs-Thema: "Wirtschaftskriminalität aus der Sicht des Täters". Erfolgreich in der Aufklärung und Beratung seit 2007. Wie können Straf- und Haftungsrisiken für Führungskräfte reduziert werden? Wie kann das Unternehmen vor wirtschaftlich schädigenden Handlungen geschützt werden? [..] Ich selbst war zudem 1995/96 ein namhafter Wirtschaftsstraftäter vom größten Betriebsdiebstahl in der deutschen Kriminalgeschichte und kenne die Denk-Verhalten- und Vorgehensweisen krimineller Mitarbeiter nur zu gut, ebenso die typischen Fehlverhalten der Unternehmen.


Auch auf seiner "Über mich-Seite" geht er mit seiner kriminellen Vergangenheit ziemlich offensiv hausieren, unter andem mit folgender Formulierung, aus der einiger Stolz spricht:

Ex-Wirtschaftsstraftäter vom größten Betriebsdiebstahl in der deutschen Kriminalgeschichte


Diesen Lebensabschnitt präsentiert er auch noch als berufliche Station in seinem Xing-Werdegang wie folgt:


Kundenauftragsbearbearbeitung Netzwerksysteme. Im Auftrag eines Hehlers im Unternehmen bereits vorhandene und lokalisierte Schwachstellen ausgenutzt. Warenbeschaffung ( Auftragsdiebstahl ). - Erkennen von Schwachstellen im Unternehmen. - Risikoanalyse. -SAP-Nutzung für kriminelle Handlungen. - Informationsbeschaffung im Intranet für kriminelle Handlungen. - Warenumleitung.


Viele Fragen stellen sich mir sofort:

  • Ist das nicht obszön? Aus den eigenen Verbrechen Geld machen?

  • Aber andererseits hat er dafür im Knast gesessen, und damit sollte es erledigt sein.

  • Nur wer sagt, dass wer einmal Leute abgelinkt hat, es nicht wieder tut? Zum Beispiel gerade mit der hier angebotenen Dienstleistung, indem er nämlich die Interna, die ihm Unternehmen anvertrauen, nicht für die Sicherheitsberatung nutzt, sondern für neue Tricksereien?

  • Bin ich ein vorurteilsbeladener Spießer, der eine gelungene Resozialisation nicht anerkennen kann, die Tatsache, dass jemand den Stier bei den Hörnern packt, statt vermutlich erfolglos auf eine zweite Chance als Angestellter zu hoffen?


Was denkt ihr, denken Sie?





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