Nachlese

Als ich im letzten Herbst mit diesem Blog gestartet bin, war für mich klar, dass ein wichtiger Bestandteil Artikel über Bücher sein werden. Das hat sich jetzt ganz anders entwickelt- ich habe das Gefühl, ich kann keine Rezensionen schreiben. Oder die, die ich schreiben kann, werden meinen Ansprüchen nicht gerecht - wieder ein Ort, wo mein Perfektionismus ein Reservat hat.

Außerdem ist es wohl auch einfach so, dass ich viel weniger lese als früher und viel mehr Zeit im Usenet, im Web und im IRC verbringe.

Aber was eine echte Bibliophagin ist, die verschlingt trotzdem noch ein paar Bücher, auch wenn es nicht mehr die Ausmaße annimmt, die es früher mal hatte. Was ist die letzten Wochen durch meine Hände gewandert?


  • Jonathan Franzens Korrekturen in der deutschen Übersetzung.
    Was soll man aber zu diesem Buch noch sagen, was nicht bereits längst gesagt ist? Ich mag Updike, und so war es für mich klar, dass ich auch Franzen mögen würde, keine Überraschung, dass es auch so kam. Empfehlung an alle, die wie ich ein gewisses Misstrauen Bestsellern gegenüber hegen und sie vorsichtshalber erst dann lesen, wenn der Hype um sie vorüber ist. ;-) Oder ist der Grund, dass es so viele andere, verheißungsvoll klingende Bücher gibt, die sich um meine Zeit bewerben?


  • Ich mag Abwechslung, daher kam als nächstes ein Werk aus der Scifi-Ecke an die Reihe: Robert Silverbergs Der heiße Himmel um Mitternacht. Ich fand's solala - ein Mix aus dem für das Genre fast obligatorischen Technobabble, wohlfeiler Kritik an einer Menschheit, die ihre eigene Umwelt zerstört, mittelmäßig überzeugend dargestellten moralischen Dilemmata - nur die erotische Anziehungskraft zwischen dem genmanipulierten Farkas und.... wie hieß sie noch? hat Silverberg sehr überzeugend rübergebracht. Da fand ich mit ähnlichem Stoff, aber ohne Technobabble Ernest Callenbachs Ökotopia überzeugender.


  • Nicci Frenchs Ein sicheres Haus hab ich von den genannten Büchern am schnellsten durchgelesen, in zwei Abenden. Naja, es ist ein Psychothriller in der Tradition Joy Fieldings, da ist das ein Feature. Fazit: Guter Gebrauchskrimi, aber nicht lesen, wenn man Liebeskummer hat. (Warum nicht, kann ich nicht verraten, ohne Spoiler zu setzen)


  • Derzeit ist Djuna Barnes dran, ihr Reportagenband "New York" wird mich vermutlich noch einen halben Lese-Abend lang beschäftigen. Der Band lohnt schon alllein wegen der historischen Bilder, für New York-Süchtige und Reportagen-Fans wie mich ist das Buch ein Muss.

Und was soll ich danach lesen? Der SUB ist erheblich, der Jokers-Katalog lockt, die Beschreibungen im Zweitausendeins-Merkheft sind verführerisch.

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