Thilde, der Verkäuferschreck

Ich bin ja in letzter Zeit öfters auf der Post, schliesslich müssen meine Mailings[1] unters Volk.

Da jede Sendung individuell gestaltet ist und immer unterschiedlich zusammengestellt wird, bin ich jetzt öfters zur Postfiliale gegangen, statt alles zuhause auszuwiegen und via Portokalkulator selber die richtigen Briefmarken zusammenzusuchen.

Normalerweise funktionierte das auch problemlos - einfach den Stapel Briefe übern Tresen schieben, "Und ne Quittung bitte" murmeln, Geld nachschieben, Wechselgeld und Quittung greifen, und gut.

Seit einiger Zeit läuft aber diese von mir bevorzugte Prozedur nicht mehr so, wie ich es gewohnt bin, jedenfalls nicht, wenn ich in die Filiale in der Mainzer Landstraße gehe.
Die Leute dort müssen einer Verkaufsschulung bei dem gleichen Trainer unterzogen worden sein, der auch die McDo-Angestellten dressiert hat.

Und so kommt da ein Stakkato an Fragen, wenn ich einfach nur meine Briefe auf den Weg bringen will:
  • ob ich Plus-Umschläge möchte?

  • und vielleicht ein Heftchen Sondermarken dazu?

  • ob ich vielleicht auch noch Informationen zu diesem und jenem möchte?

  • ob ich nicht mal Lotto spielen möchte? (aaaarggh!)
Ich hab dann immer - mit jeder Frage entnervter - geknurrt: "Nein, danke. Nein, will ich nicht. Nein, brauch ich nicht. Ich brauch nix weiter außer Porto auf diese Briefe."
Darauf sagt doch neulich die eine Postlerin zu mir "Ich weiß, was Sie brauchen - bessere Laune".
Ich war so perplex, dass ich sie nur angegafft habe. Ich war mir echt nicht schlüssig, ob ich ihr jetzt auf der Stelle den Kopf abbeißen soll - oder loslachen ;-)

Jedenfalls finde ich dieses Gebrauchtwagenverkäufer-Getue ziemlich penetrant, und es nervt mich, mit Fragen bombardiert zu werden. Wenn ich was wissen will, frag ich, und wenn ich nichts frage, dann will ich auch nichts wissen. Das gilt grundsätzlich, aber am allermeisten, wenn mir wer was verkaufen will.

Ich überlege ernsthaft, meine Briefmarkenkäufe komplett auf das Internet zu verlegen - dort ist eh mehr Auswahl an Sondermarken, und ab 15 Euro wird auch versandkostenfrei geliefert.

Oder ich gehe nur noch in die Filiale in der Hartmannsweiler-Straße - jedenfalls bis die Leute dort auch in der Schulung waren :-\

[1] Es hat etwas mit meiner Selbständigkeit zu tun, doch dazu ein andermal mehr. :-)

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Comments

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  1. Codo says:

    lol aber der mit der besseren Laune war echt der Hammer. Da hat sie Dich wohl voll getroffen *kicher*. Ich hoffe Du nimmst Ihr das nicht boese. Die werden ja auch nur von ihren Chefs dazu genoetigt, diese Scheissfragen loszulassen.

    Kannst ja naechstes Mal sagen "nein danke brauch ich nicht, aber sie haben gut in der Verkaufsschulung aufgepasst. Gratuliere!" (ev. ist sie danach auch endlich ruhig ;-)

  2. Martina Diel says:

    Böse war ich nicht, nein, nur verblüfft - und da ich mich für keine Reaktion entscheiden konnte, hab ich gar nichts gemacht außer einem Pokerface ;-)

    Mit dem CHef hast du auch recht - aber ich denke nicht, dass der verlangt, sie möge die Laune ihrer Kundschaft kommentieren.

    Der Spruch, den du vorschlägst, ist auch ganz nett - aber ich glaube nicht, dass der länger vorhält als genau für den einen Besuch, wo ich ihn loslasse. Ich schätze mal, die hat an einem Tag so viele Kunden, dass sie sich mein Gesicht nicht wird merken können und den Umstand, dass ich nicht zugelabert werden will.

  3. Anonymous says:

    Der Spruch mit der besseren Laune wäre für mich schon Grund genug für eine schriftliche Beschwerde denn - sorry - das ist unverschämt.

  4. Martina Diel says:

    Naja, ich würde sagen, der Spruch war grenzwertig.
    Sie hat mich nicht angepflaumt oder so. Da gebe ich dir recht, das wäre dann eine Frechheit gewesen, und da hätte ich sicher auch reagiert.
    Sondern sie hat das sogar mit einem leichten Augenzwinkern gesagt. In dem Falle finde ich es nur noch distanzlos - sowas können Freunde, gute Bekannte, wohlgelittene Kollegen mit mir machen, aber halt nicht die Dame am Postschalter.
    Ist aber interessant, wie unterschiedliche Leute das sehen.

  5. Laura says:

    Der Spruch bez. der besseren Laune geht bei mir eher in die andere Richtung: wenn mal wieder (wie sicherlich schon 3-4 mal) ein Postmitarbeiter anfängt herumzupöbeln weil ich ebenso nicht belabert werden will.

    Bester Spruch in dieser Hinsicht war übrigens "Wenn sie hier keinen Service wünschen, benutzen sie doch bitte den Briefmarkenautomaten vor der Tür!". Meine Antwort darauf: "Sobald der Scheine annimmt und Briefe wiegen kann werde ich das sehr gerne tun!". ;-)


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