Now reading: Der Gott der kleinen Dinge

Sunday, October 2. 2005
Schon seit einigen Tagen lese ich Arundhati Roy - Der Gott der kleinen Dinge

Bisher kann ich schwer nachvollziehen, was für ein Hype um dieses Buch gemacht wurde.
Es ist eine ganz normale Familiengeschichte, wie ich schon viele gelesen habe - und viele bessere. Das "exotische" Ambiente, syrische Christen in Indien, brachte bisher auch noch wenig erhöhten Lesegenuss noch nicht mal tiefere Einblicke in Phänomene wie das Kastensystem hat es bisher gegeben.

Ich bin mittlerweile fast zur Hälfte durch und frage mich: durchhalten und weiterlesen? Oder weglegen und.... (Achtung, Blasphemie) gar verkaufen über amazon oder Booklooker, tauschen gegen andere z.B. via Buchticket oder Boogg!, bei Bookcrossing "freilassen"?

Das ist ein generelles Problem: ich habe nicht mehr viel Stellplatz für weitere Bücher. Ich horte gerne Lesestoff und geliebte Lektüre - aber ich werde keine Wohnung in XXL-Format mieten, nur damit ich mehr davon unterbringen kann.

Andererseits widerstrebt es mir, Büchern, die mich bei einer ersten Lektüre nicht angesprochen haben, keine zweite Chance mehr zu geben, denn ich denke dann immer wieder an das, was Doris Lessing im Goldenen Notizbuchüber Lektüre sagt:

Es gibt nur eine Art, Bücher zu lesen, nämlich die, in Bibliotheken und Buchhandlungen zu stöbern, Bücher mitzunehmen, die einen interessieren, und nur die zu lesen und sie wegzulegen, wenn sie einen langweilen, oder die Längen zu überspringen - und niemals, niemals etwas zu lesen, weil man glaubt, man müsste, oder weil es zu einer Richtung oder Bewegung gehört.
Denk daran, dass das Buch, das dich langweilt, wenn du 20 oder 30 bist, eine Offenbarung sein kann, wenn du 40 oder 50 bist und umgekehrt. Lies kein Buch,wenn nicht die Zeit dafür gekommen ist...


Lustigerweise geht es mir so auch mit dem Goldenen Notizbuch selbst - ich habe es vor langer Zeit gekauft, nie fertiggelesen, und seither steht es bei mir im Regal und gilbt vor sich hin - ob seine Zeit noch kommen wird? Und Roys Zeit?

Wir werden sehen - ich werde berichten.


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Games we play...

Sunday, October 2. 2005
Wir hatten es schon lange vor, eigentlich schon, seit wir in der Mainhattan-Runde das erste Mal davon gehört hatten, und gestern haben wir es wahr gemacht: wir waren endlich mal beim Spielenachmittag.

Pünktlich um 17 Uhr waren wir am Cafe Casablanca, doch das war noch geschlossen. Binnen 10 Minuten war die Zahl der Spielwilligen dann auch auf sechzehn angewachsen, doch niemand in Sicht, der uns hätte aufschließen können. So sind wir dann ins Cafe Albatros emigriert, wo der Spielenachmittag auch sonst schon öfters stattgefunden hat.

Ich kenne das Albatros fast nur leer - aber an diesem Spätnachmittag war genug los, um die Verteilung von knapp zwanzig Leuten in spielkompatiblen Grüppchen an ausreichend grosse Tische zu einem gar nicht so unkomplizierten Unterfangen werden zu lassen. Die anderen Gäste waren aber sehr verständnisvoll, einige fragten sogar direkt nach, was sie tun müssten, um beim nächsten Mal mitmischen zu können. Und so haben wir dann aus der Riesenauswahl mitgebrachter Spiele folgende ausprobiert:
  • Puerto Rico - nettes Taktikspiel mit allerdings sehr vielen Spielregeln, die zumindest ich mir auf Anhieb nicht so ohne weiteres merken konnte;
  • Carcassonne - ein Klassiker, das haben selbst wir schon ein paar Mal gespielt - mit der Erweiterung "Händler und Baumeister", die Sören mitgebracht hat, aber nochmal einen Tick reizvoller;
  • Hick Hack - simples und lustiges Spiel, das meinen intellektuellen Fähigkeiten genau angemessen ist.
  • Anno Domini - mein Favorit. Super-simple Regeln, das Amüsement kommt aus der Lektüre der Karten. (Okay, Ich oute mich hiermit: ich mag auch Trivial Pursuit und Derivate)

Zwischendurch gab's noch Zeit für einen Happen zu essen - Chili con carne, Gnocchi mit Safran-Rahm-Sauce, Lasagne, Salat mit Ziegenkäse standen u.a. auf der Speisekarte. Einer unserer Mitspieler, derzeit auf Lowcarb-Ernährungstrip, war aber schier am Verzweifeln, weil er soo gerne ein schnödes Schnitzel gegessen hätte, das es aber im Albatros definitiv nicht gibt. Und die Döner-Buden rund um die Bockenheimer Warte hatten auch schon alle zu.

Fazit: es gibt wahrhaftig schlechtere Arten, den Samstagabend zu verbringen, genau genommen sogar einige. Da werden wir wohl noch öfter hingehen.

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