Island-Treffen

Sunday, October 9. 2005
Seit letztem Sommer sind wir ja Island-Fans - unsere Reise dorthin hat uns völlig von dem Land eingenommen, und Martin hat es so gepackt, dass er dieses Jahr wieder hin ist, diesmal allerdings für einen richtigen Trekking-Urlaub.

Aber zum Island-Treffen muss man nicht wandern, da kann man fahren, deswegen haben wir uns gestern aufgemacht in Richtung Obersulm-Weiler, wo Peter Klein, der auch das Islandreise-Forum betreibt zusammen mit Dieter Schweizer das nunmehr 5. Island-Treffen veranstaltet hat.

Wie schon letztes Mal gab es auch dieses Jahr eine ganze Reihe Vorträge. Meine persönlichen Highlights waren der Vortrag von Dieter Graser, der auch dieses Jahr wieder im Hochland unterwegs war, dem aber seine Gesundheit einen Streich gespielt hat.

Mit der Nachricht über die Rettungsaktion, in der man ihn von dem Gletscher wieder wegtransportierte, wo ihn ein sommerlicher Schneeeinbruch kombiniert mit Hexenschuss für zwei Tage festgehalten hatte, hat er allen "Island-Reise-Regulars" einen ordentlichen Schrecken eingejagt. Gestern war er aber wieder gesund und munter und brachte gewohnt professionell die spannende Geschichte rüber, die er diesen Sommer erlebt hat.

Sehr gut gefallen hat mir auch der Vortrag von Dietrich Hub, einem Pfarrer, der gerne in den Ferien ungewöhnliche Reisen unternimmt und diese dann journalistisch verarbeitet. Er war mit hochschwangerer Frau, Geländewagen und - jetzt kommt's - Motoryacht! auf einem Bootsanhänger in Island unterwegs. Wo immer es möglich war, hat er das Boot dann zu Wasser gelassen und ist herumgeschippert - gar nicht so einfach, weil in Island Bootfahren und Fischen gedanklich untrennbar miteinander verbunden sind und jemand, der zur Erholung Boot fährt, als Kuriosum gilt, und natürlich wenig Infrastruktur vorhanden ist.

Abends saßen wir dann noch lange (und wenn ich "lange" schreibe, meine ich "echt lange") zusammen, tauschten Reisegeschichten aus, z.B. über Flippies Erfahrungen bei der Überfahrt mit der Fähre, der Norröna, oder Johannes' Erlebnisse als Wohnmobilfahrer und Buchautor. Die berühmten Geheimtipps wechselten den Besitzer und der Trollinger (oder das Weizen) floss.

Bloss für mich nicht - ich hatte mich dummerweise bereit erklärt zu fahren und habe mich dann von 1:30 bis fast 4:00 durch dicksten Nebel hindurch zurück nach Frankfurt gekämpft. Darf ich verraten, dass Martin auf dem Beifahrersitz schamlos weggepooft ist?