Gutsherrenmentalität

Sunday, August 31. 2008
Vor kurzem hab ich mich im Usenet über einen Schreiber aufgeregt, der sich - wie ich fand - sehr in der Vorstellung sonnte, ein Mann zu sein, der für die Gleichberechtigung von Mann und Frau nicht nur eintritt, sondern sie auch lebt.
Er glaubte, das dadurch illustrieren zu können, dass er betonte, in seiner Ehe in Zeiten, in denen er erwerbstätig war und seine Frau eine (reguläres Vollzeit-) Studium absolvierte, durchaus gerne mal bei der Kinderbetreuung "ausgeholfen" zu haben.
Und es war ihm auch nicht klarzumachen, was an dieser Haltung fragwürdig sein könnte.

Heute habe ich etwas gelesen, das in die gleiche Richtung geht, und zwar in der FAS. Dort steht ein Interview mit dem Henkel-Chef Kasper Rorsted u.a. darüber, was andere neudeutsch als "Diversity" bezeichnen würden:

Wir müssen sicherstellen, dass Nationalität, Alter und Geschlecht keine Rolle mehr spielen. Wir nehmen das Thema ernst. Man muss Vielfalt aber auch von oben leben. Das gilt vor allem für mich. Sonst glaubt keiner dran.

FRAGE: Sie wollen vorleben? Sie nehmen aber jetzt keine Elternzeit, oder?

ANTWORT: Nein, aber dazu ist jeder willkommen. Ich hatte lange eine Assistentin in Teilzeit. Die hat von zu Hause gearbeitet. Es gibt nicht viele Vorstände in Deutschland, die ihren Assistentinnen erlauben, donnerstags und freitags zu Hause zu arbeiten. Und wenn ich dann anrufe, höre ich auch mal Kindergeschrei.


Sollte es sich noch nicht zu ihm rumgesprochen haben, dass deutsche Gesetze auch für den Vorstand eines DAX-Unternehmens gelten, auch so etwas wie das Gesetz, wonach Arbeitgeber ihren Angestellten Teilzeit zu ermöglichen haben? Dass daher nicht von "erlauben" die Rede sein kann, sondern von einfacher Gesetzestreue? Und dass dafür nun wirklich kein Eigenlob angebracht oder Schulterklopfen angemessen ist?
Mit dieser Gönnerhaftigkeit holt er nun wirklich weibliche Führungskräfte nicht hinterm Ofen hervor - die wollen nämlich vermutlich keine gnädige Erlaubnis, sondern einfach nur nicht anders behandelt werden als ein Mann.

upps....

Tuesday, August 26. 2008
Wer findet den Fehler?

Universell

Friday, August 22. 2008
Spaßiges Quiz: Belief-o-matic. Lustig auch der Disclaimer: Warning: Belief-O-Matic™ assumes no legal liability for the ultimate fate of your soul. Achja, ich bin übrigens angeblich ein Unitarian Universalist

Männer - eine rätselhafte Spezies

Tuesday, August 19. 2008
Keine Sorge, hier folgt jetzt kein Gejammer über die bösen Schwanzträger, so im allgemeinen hab ich gar nicht viel auszusetzen an meinen maskulinen Mitmenschen. Einiges verblüfft mich aber doch immer wieder an ihnen - zuletzt die Tatsache, dass es unter ihnen Individuen gibt, die jemanden jahrelang kennen und täglich sehen und dennoch nicht seine Augenfarbe kennen. Für mich ist das so, als ob mir jemand erklärte, er wisse nicht, ob sein Arbeitskollege, der ihm seit 2 Jahren gegenüber sitzt, nun eine Glatze hat oder einen hüftlangen karottenroten Pferdeschwanz wie einer von der Kelly-Family.
Wie geht das meinen männlichen Lesern? Könnt ihr das nachvollziehen? Oder kennt ihr das sogar von euch? Los, erzählt! ;-)

Spaziergänge

Saturday, August 16. 2008
Unsereiner läuft da einfach so, ganz unbedarft durch die Gegend, guckt ein bisschen rum und denkt sich nix dabei - obwohl es doch eine Spaziergangswissenschaft gibt! Das ist kein Scherz, "Gut zu Fuß. Die Spaziergangswissenschaft. Sehen, erkennen und planen" so lautet der Titel eines internationalen Kongresses, den die Stadt Frankfurt in Kürze veranstaltet. Eingeladen sind unter anderem Architekturtheoretiker und freiberufliche Spaziergangswissenschaftler. Vielleicht sind das die Berufe mit Zukunft? Da hat man dann wenigstens was Eigenes.

Irgendwo da oder dort

Friday, August 15. 2008
Na, wenn das keine präzise und hilfreiche Fehlermeldung ist, dann weiß ich es aber auch nicht...

Bock zum Gärtner

Monday, August 11. 2008
Eigentlich schaue ich nur noch selten bei Spiegel Online - es ist mir zu boulevardesk geworden, was dort zu lesen ist. Neulich aber bin ich doch mal wieder über einen Artikel gestolpert, und zwar über den eines kurdischen Mannes, der seine geschiedene türkische Ehefrau - möglicherweise aus Gründen der "Ehre" lebensgefährlich verletzt hat.

Folgende Passage - es geht um die Vorgeschichte der Tat, die offenbar auch bereits von Prügeln und Drohungen geprägt ist - finde ich besonders bemerkenswert:

"Es wurde ihm das ganze Leben genommen - erst die Wohnung, dann die Kinder und das Geld." Zuletzt habe er seinen Arbeitsplatz in Gefahr gesehen. Gemeinsam hatte das voneinander getrennt lebende Paar an der Autobahnraststätte Baden-Baden gearbeitet. Laut Gerichtsbeschluss durfte sich Mehmet K. dort nur aufhalten, wenn seine Ex-Frau nicht da war - zu oft soll er auf sie losgegangen sein.

"Es lag also in ihrer Hand, ob er die Stelle behält",
sagte Vogt. Jene "ständige Bedrohung, alles zu verlieren" sei schließlich in der tragischen Affekttat gegipfelt.
(Hervorhebungen von mir)


Mit anderen Worten:
Wer jemanden verprügelt und dann dafür zur Rechenschaft gezogen wird, der ist das Opfer dessen, der die Schläge erduldet.
Oder kurz gesagt: Das Opfer ist der eigentliche Täter und schuld, wenn der Schläger seinen Job verliert. Was treibt sie sich auch an ihrer Arbeitsstelle herum, sie muss doch damit rechnen, dass der Täter die gerichtlichen Auflagen nicht einhält.

Die Darstellung mag sich dadurch erklären, dass derjenige, der das äußert, der Verteidiger des Täters ist. Heftig finde ich es allerdings trotzdem.


Blankenbach-City wird berühmt!

Saturday, August 9. 2008
Es ist ja nun nicht so, dass in Nordhessen viel los wäre. Trotz der nun fast schon zwanzig Jahre zurück-liegenden Grenzöffnung nicht. Da ist es doch schon fast sensationell, dass einer von nur drei in Hessen gelegenen Kreuzungspunkte von Längen- und Breitengraden auf einem Flurstück liegt, das zu einem Stadtteil von Sontra, der Metropole Blankenbach gehört. Die User von Confluence.org haben es im Bild festgehalten! Das ist doch mal eine Alternative für die, denen Geo-Caching langweilig geworden ist, oder?

Noch eine schöne Rezension...

Monday, August 4. 2008
auf den BBlogs
Vielen Dank!

Hat in den dyfustifications rumgelegen...

Monday, August 4. 2008
...dieses Stöckchen hier. Und da es in der digitalen Welt nicht einstauben oder im Wege sein kann, hab ich es aufgehoben.
  • Morgen würde ich am liebsten .... einen Tag ohne brüllende Hitze, aber auch ohne Regen erleben.
  • Die Krimskramsschublade in meiner Küche enthält unter anderem… einen taiwanesischen Flaschenöffner und einen Eischneider.
  • Ein Mann sollte grundsätzlich… integer sein.
  • Ich schätze… Leute, die sagen, was sie denken und nicht erwarten, dass man Gedanken liest.
  • Ich werde mich mein ganzes Leben lang erinnern an… meine Begegnung mit einer esstisch-großen Schildkröte in knietiefem Wasser am Barrier Reef.
  • Die Bild-”Zeitung” ...ignoriere ich so gut wie möglich, obwohl sie neben der "Neuen Post" zu meiner ersten Lektüre gehörte.
  • Eine Frau darf auch gerne… auf das pfeifen, was ihr als "weiblich" suggeriert wird.
  • Aus meinem Handschuhfach sollte ich dringend entfernen… bestimmt irgendwas, was mir jetzt gerade nicht einfällt, weil ich lange nicht mehr reingeschaut habe.
  • Schmutzige Wäsche… ist ein greifbarer Beweis für Entropie.
  • Mein liebstes Fastfood ist… Cheeseburger. Zum Glück esse ich sowas nur ca. zweimal jährlich.
  • Gestern wäre ich gern… schneller von Nordhessen nach Frankfurt gefahren als in den dreieinhalb Stunden, die wir dank Stau gebraucht haben (wo gibt es wirklich zuverlässige Staumeldungen?)