Mädchen alleine im Dunkeln

Friday, October 24. 2008
Von der Süddeutschen war ich eigentlich immer Seriöseres als das gewöhnt:

Bahn setzt Mädchen in Dunkelheit aus
Eigentlich sollten Mädchen nicht allein im Dunkeln unterwegs sein. Es sei denn, sie werden dazu gezwungen: Weil eine Zwölfjährige ihre Fahrkarte vergessen hatte, wurde sie aus dem Zug geworfen
.

Natürlich ist die Reaktion der Kontrolleurin überzogen und ja offenbar auch regelwidrig gewesen, aber ist "ausgesetzt" und "aus dem Zug geworfen" wirklich angemessen? (Der Spiegel, mittlerweile ja die "GALA" für Leute mit Abi, schreibt sogar "2,90 Euro wurden ihr zum Verhängnis" )
Die Uhrzeit steht nirgends dabei (warum eigentlich nicht, bei all der Aufregung, die darum veranstaltet wird?), aber vermutlich wird es ja nicht tief in der Nacht gewesen sein, wenn sie erst auf dem Weg zur Musikschule war und nicht zurück nach Hause.
Ich bin ab dem Alter von 8 Jahren zweimal die Woche von meinem Elternhaus zur Stadtbücherei gelaufen, und zwar in Zeiten zwischen 6 und 8 Uhr abends, beladen mit einem Sack voll Bücher und natürlich - alleine. Klar war es da im Herbst und Winter auch schon dunkel - ich erinnere mich noch gut daran, wie es war, in die erleuchteten Fenster zu schauen und sich vorzustellen, wie es wohl wäre, da zu wohnen, besonders natürlich in den Wohnungen meiner Lehrer mit den zum Bersten vollen Regalen. ;-)
War da irgendwas fahrlässig dran? Ich meine, wenn ich sowas lese wie "Eigentlich sollten Mädchen nicht allein im Dunkeln unterwegs sein.", dann drängt sich mir diese Frage auf.

Was ich mich auch noch frage:
Sollte dieses Mädel die einzige über 10-Jährige unter der Sonne Deutschlands sein, das kein Handy besitzt? Ich kann es mir fast nicht vorstellen.

Und was ich auch noch frappierend finde:
Diese Meldung veranlasst die halbe Nation zu Empörung, Aufregung, heftigen Diskussionen - wegen anderer Dinge kräht kein Hahn. :-(





Soll ich mal zynisch sein? die Mutter ist PR-Expertin und wollte mal sehen, wie gut sie noch ist nach all den Jahren der Elternzeit. :-(

Diesmal nicht herumtrödeln...

Friday, October 17. 2008
...mit der Beantwortung dieses Stöckchens, das aus äquatornahenen Gegenden hier oben gelandet ist:
Bei welchen Dingen neige ich zum Aufschieben?
  • Arbeit: Wichtiges ohne Dringlichkeitsfaktor, wie etwa die kontinuierliche Ergänzung meiner Coaching-Materialien, Rechnungen schreiben, Entwickeln neuer Produkte.. .

  • Haushalt: Bad putzen (solange die Putzfrau auf Dienstreise in Südafrika und Uganda weilt)

  • Beziehung: An Dinge erinnern, die er schon lange auf seiner To Do-Liste hat

  • Erziehung: Zum Glück muss ich niemanden erziehen. Geht es um die eigene Erziehung, gibt es zwei Problemfelder: Abnehmen und Sport machen.

  • Und sonst so: Geldanlage systematisch angehen, Umzugsplanung konkretisieren, Haus verkaufen


Die letzten Wochenenden...

Thursday, October 9. 2008
und auch die Tage dazwischen waren ziemlich vollgestopft, deshalb war hier von mir auch länger nichts zu lesen.

Was war los? Eines nach dem anderen.
Am letzten Wochenende im September sind wir mit Air Berlin wieder einmal in die Stadt geflogen, die der Airline ihren Namen gab. Bevor wir uns vom Shuttle-Bus haben in die Pampa entführen lassen, musste ich die Gelegenheit nutzen, nahe des Ernst-Reuter-Platzes durch den Manufaktum-Laden zu streunen, sämtliches mechanische Spielzug und japanische Tuschestifte auszuprobieren und dann auch wirklich einen Sparschäler für geschlagene EUR 2,- zu kaufen. Dann ein kleiner Bummel über die Knesebeckstraße Richtung Savigny-Platz, vorbei u.a. an einem Laden mit dem herzigen Namen Rue Tortue.
Der Shuttle am Nachmittag brachte uns ins Schloss Liebenberg und damit an das eigentliche Ziel unserer Reise: Das Auswahlverfahren der Stiftung der deutschen Wirtschaft wo wir über die die Vergabe von Stipendien an Lehramtsstudenten als Juroren mitentscheiden durften (sollten, konnten?)
Diese knapp 24 Stunden von Freitag abend bis Samstag Spätnachmittag waren dicht vollgepackt mit Aufgaben, Gesprächen, Vorbereitungen, Schreibarbeit - nicht nur für die Kandidaten, sondern auch für uns eine ziemlich anstrengende Sache, allerdings in einem sehr stimmungsvollen Ambiente. Schliesslich wollten wir uns die Aufgabe nicht zu einfach machen, sondern auf einer vernünftigen Grundlage entscheiden, wer sein Studium mit etwas weniger Sorge und Stress durchziehen kann. Ich muss sagen, es war wieder einmal eine interessante Erfahrung, all diese erwartungsvollen Gesichter, der Ehrgeiz... und zu sehen, wie alt man selbst geworden ist.
Aber natürlich waren wir nicht nur zum Arbeiten nach Berlin gekommen, sondern haben noch einen Tag drangehängt, um auch ein bisschen was von der Stadt zu sehen und von ein paar guten Bekannten. J. hatte Zeit und so sind wir nach dem Einchecken im Gästehaus der DSJ mit ihm erstmal in die legendäre Tiergartenquelle eingekehrt, wo es Schnitzel von der Größe eines Reihenhaus-Rasens gibt und viel, viel Bier. Unbedingt ausprobieren, wenn man sich selbst schick genug findet.[1] ;-)
Als nächstes sind wir dann ins Schwarze Cafe gewandert (wow, genau mein Fall) und zum Schluss gab's noch einen Absacker im Quasimodo (was aber wohl nur unterirdisch im CLub seinen ganzen Charme zeigt).
Am nächsten Tag hat sich dann extra für uns R. schon um halb elf aus dem Bett gequält und sich mit uns im Hannibal zum Brunch getroffen. Leckere Angelegenheit, aber mein persönliches Highlight war dann doch der Besuch im Museum der Dinge, wo eine riesige Menge von Alltagsgegenstände unter Design-Gesichtspunkten ausgestellt sind und informiert kommentiert sind.
Von der Weinhandlung Suff in der Oranienstraße haben wir dann natürlich auch noch ein Foto gemacht, war ja klar ;-)
Für den Rückweg nach Frankfurt haben wir dann auch diesmal weniger als 18 Stunden gebraucht, was auch mal ne schöne Abwechslung war. ;-)

Die TAschen waren gerade ausgepackt, die Wäsche noch nicht trocken auf der Leine, ging's weiter: Am Feiertag sind wir runter an den Bodensee gefahren zu meinen ehemaligen Flurgenossen nach Salem-Neufrach. Uli und Ingrid waren so nett, uns mit dem Konzept der Besenwirtschaft (andernorts unter "Straußenwirtschaft" bekannt) vertraut zu machen, alte Dias (Diese Frisuren! Diese Brillen! Diese 80er!) vorzuführen und mit uns trotz schlechten Wetters durch Meersburg und Konstanz zu wandern (okay, wir waren dann doch länger im Sea Life und im Reptilienhaus Unteruhldingen als draußen). Erstaunlich, wie stabil eine Vertrautheit sein kann, wenn man sich zwar zwei Jahre fast täglich gesehen hat (ohne aber wirklich eng befreundet zu sein), dann aber rund zwanzig Jahre nicht. Es fühlt sich an, als hätte sich nichts geändert. Wir sind halt alle nur etwas faltiger geworden. Und fast alle haben wir ein paar Kilo zugelegt. Aber sonst?
Bevor wir zurück sind, haben wir dann noch das überaus ästhetisch anzusehende Schloss Salem besucht und uns mit einer Ladung leckeres Weins aus dem Hause Markgraf von Baden versorgt.
Tja, und am kommenden Freitag abend, sozusagen übermorgen, geht's dann wieder los, diesmal nach Magdeburg. Doch danach wird's erstmal ruhiger, bevor Martin für einige Wochen gen Osten verschwindet.

[1] wenn ich das nochmal durchlese, merke ich, dass das missverständlich ist. Gemeint ist: wenn man sich selbst so schick findet, dass man nicht noch ein gelackt-cooles Ambiente braucht, dann kann man in der Tiergartenquelle Spass haben, denn die ist ganz und gar unglamourös.

Es wird ernst

Friday, October 3. 2008


Aber nicht vergessen, auch das Kleingedruckte zu lesen:

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