Nicht nur für Studis der Goethe-Uni

Saturday, December 20. 2008
Schon vor ein paar Monaten habe ich mit der Leiterin de Career Centers des Campuservice der Uni Frankfurt, sozusagen der Personalberatungstochter der Uni, ein Interview geführt - heute halte ich die Papierversion des Karriereplaners in Händen und bin positiv überrascht über den Inhalt der Broschüre. Ist fast ein eigenes kleines Buch geworden, nicht so das typische Heftchen mit dem üblichen Blabla. Respekt, Andrea!
Hier der Link zum Interview (ab Seite 52) und zur Buchrezension (Seite 64) - als PDF und als interaktive Version.
BTW: am 3. März werde ich an der Uni auch einen kleinen Vortrag halten.

Night of the Vampire

Saturday, December 20. 2008

Urban legends - wenig hilfreich

Tuesday, December 16. 2008
Seit einer Weile lese ich die "Junge Karriere" - nicht weil ich jung wäre oder Karriere machen wollte, sondern weil mir mal ein Gratis-Abo angeboten wurde und ich es nicht ausgeschlagen habe. Ich finde auch immer wieder interessante Artikel darin, und seien es Linkhinweise. In der letzten Ausgabe aber gab es ein Bewerber-ABC, das gleich mehrmals bei mir Kopfschütteln ausgelöst hat. Wenn man das liest, dann wundert's mich nicht, wenn Leute das Gefühl kriegen, aus dem Bewerben wird ein Riesen-Affentheater gemacht.

Doch zur Sache - was hat mich besonders gestört von den Ratschlägen, die den "High Potentials" da gegeben werden?

Bewerber betonen oft, dass sie kreativ, teamfähig und hochmotiviert sind. Diese Eigenschaften überzeugen aber schon längst keinen Personalchef mehr. Arbeitgeber interessiert viel mehr, welche Qualifikationen Bewerber für die ausgeschriebene Stelle mitbringen. Ein Hinweis auf Fähigkeiten aus früheren Jobs oder Praktika kann einem einen Vorteil bringen.


Ähm, nein - Arbeitgeber interessieren Soft skills sehr wohl, wenn auch nicht einfach als Behauptung in den Raum gestellt, sondern mit konkreten Beispielen belegt, sodass man einen Eindruck bekommt, was denn der Kandidat unter "teamfähig" oder "Leistungsorientiert" versteht. Selbst bei einer so simplen Frage können sich schon Abgründe auftun.

Nörgeln, drängeln, Druck machen: Im normalen Leben ist das verpönt. Bei Bewerbern jedoch heißt ein solches Verhalten Initiativbewerbung und gilt als Ausdruck eines besonderen Engagements


Nein, heißt es nicht! Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie Initiativ-Bewerbungen aussehen mögen, denen die Vorstellung zugrundeliegt, dabei wäre "Nörgeln, Drängeln, Druck machen" angebracht. Und wer sowas nicht für bare Münze nimmt, sondern sich um ein höflicheres Auftreten bemüht, fühlt sich womöglich trotzdem als nerviger Drücker, weil das ja angeblich das Image von Iniativ-Bewerbungen ist und verfällt in eine Bittstellerhaltung - auch nicht gut.

Und dieser Rat ist sogar falsch:

Eigentlich werden die Kosten für ein Bewerbungsgespräch vom Arbeitgeber übernommen. In den letzten Jahren hat es sich jedoch eingebürgert, dass über die Frage etwa der Reisekostenerstattung nonchalant hinweggegangen wird und der Bewerber dadurch in die ungünstige Situation kommt, das Thema von sich aus anschneiden zu müssen. Manche Unternehmen erstatten die Kosten - ob das so ist, sollten Bewerber schon vor der Anfahrt klären. Dann bekommen sie eine klare Antwort und können entscheiden, ob sie unter diesen Bedingungen anreisen möchten.


Wer gleich als erstes fragt, ob die Reisekosten übernommen werden, wird leicht als jemand gesehen, der nicht weiß, was wesentlich ist, und outet sich zudem als unwissend, was die rechtliche Lage angeht. Denn die ist nämlich so: Wenn das Unternehmen zum Gespräch gebeten hat und zuvor nichts Gegenteiliges geäußert hat, dann trägt es selbstverständlich die Reisekosten. Da gibt es gar nichts zu fragen, sondern man reicht stillschweigend die Reisekosten nach Abschluss des Verfahrens ein - wohlorganisierte Unternehmen sprechen das Thema von sich aus an.

Schnellhefter oder Klemm-Mappen kommen bei Personalchefs oft nicht so gut an. Die meisten bevorzugen farbige Kartons - aber allzu knallige Farben sollten sie nicht haben. [..] In die Mappe gehören: Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, Referenzen und andere Zertifikate.


Das mit den farbigen Kartons halte ich für ein Gerücht - das ist die Quintessenz aus mehr als vier Jahren Lesen und Schreiben in der Leib- und Magen-Bewerbungsgruppe in Xing. Durchsichtige Deckel sind besser, da sieht man sofort, wessen Bewerbung da im Stapel liegt und muss nicht erst aufklappen.
Und nein, das Anschreiben gehört nicht in die Mappe, sondern obenauf, denn es verbleibt als Geschäftsbrief im Unternehmen, während die Mappe Eigentum des Absenders bleibt und bei einer Absage zurückgesendet wird.

Und der krönende Abschluss:
Erinnern Sie sich an den ersten Besuch als 16-Jähriger bei den Eltern Ihrer Freundin? Ungefähr doppelt so schlimm wird es beim Vorstellungsgespräch - auch wenn Personalchefs gerne behaupten, dass diese Begegnung vor allem dem Kennenlernen dient. Aber natürlich klopfen Personalchefs die Bewerber ab, und es entsteht eine unnatürliche Gesprächssituation.


Was soll denn diese Panikmache? Wem ist damit geholfen, wenn Bewerbern kräftig Angst vorm Gespräch gemacht wird? Und nein, auch Absolventen sind keine Bittsteller, die einseitig geprüft und dann womöglich für zu leicht befunden werden - auch der Bewerber selbst entscheidet, wo er hingeht und wo nicht, und manche haben sogar die Wahl zwischen mehreren Unternehmen. Davon abgesehen: Erwachsene Menschen dürfen sich auf Augenhöhe begegnen, und wenn sie an einem konstruktiven Gespräch interessiert sind, dann sollten sie das sogar.

Fazit: Viele durchaus hilfreiche Ratschläge dabei (die hab ich nicht aufgeführt), aber leider auch teils echter Unsinn dabei. Nicht gut recherchiert! Fragt doch nächstes Mal einfach mich ;-)


Für die Festtage

Monday, December 15. 2008

Das ist jetzt wirklich nützlich: Wie man es vermeidet, im neuen Jahr mit noch mehr Kilos zu starten - ein paar Tipps von Dan.

Kinners

Sunday, December 14. 2008
Neulich bei NewsWeek gefunden und ziemlich heftig gefunden: Eltern fühlen sich im Schnitt weniger glücklich als kinderlose Paare.
Zitat:
parents are happier grocery shopping and even sleeping than spending time with their kids.

Das deckt sich mit meinen Beobachtungen von vielen Eltern und ich kann's ihnen nicht verdenken: Ich fürchte, mir würde es auch so gehen, mein Nervenkostüm würde es wohl auf die Dauer nicht ertragen, was für Kinder ganz normal ist. Nun kann man sich drüber streiten, ob man Kinder deswegen kriegen sollte, damit sie einen glücklich machen. Andersrum finde ich es auch schrecklich, wenn die Message, die Eltern ihren Kindern transportieren, darauf hinausläuft, dass sie nervig, stressig oder lästig sind.
Ungeklärte Rätsel...

Backwards

Wednesday, December 10. 2008
Heute im Spiegel:

In der Phase, in der die Jugendlichen an unsere Schule kommen, werden sie zunächst vom Schulverwaltungsamt nach Geschlecht getrennt untergebracht. Jungs werden zu Berufskollegs mit technischen Fächern geschickt, Mädchen sollen soziale und ernährungswirtschaftliche Angebote wahrnehmen.


Muss man sich da noch wundern über
  • die vielen Mädels, die einen von einem halben Dutzend "Frauenberufen" ergreifen, und
  • die dann, wenn sie schwanger werden, weil sie ja eh zu wenig verdienen, als dass eine Familie davon leben könnte, in Elternzeit gehen und
  • die dann halbtags arbeiten, wenn die Kinder größer sind und
  • die dann für ihre Töchter ein Rollenmodell sind dafür, wieder
  • "Frauenberufe" zu ergreifen, von denen niemand leben kann,
  • und die dann, wenn sie schwanger werden....

And so an, ad nauseam.
Ich fürchte, das ist die Realität, tausendfach, jenseits der schönen Bemühungen wie Girls' Day, auch 30 Jahre nach der zweiten Frauenbewegung.



Gezwitscher - Korrektur -

Tuesday, December 9. 2008
Korrektur
Ich muss meinen Artikel ergänzen, bzw. korrigieren:
Das Twitter-Buch (das ich im übrigen seit heute besitze) ist nicht nur das Werk von Neezee, sondern natürlich auch von Nik!



Kein Wunder, denn das ist die Killer-Application des Jahres 2009 (oder schon 2008?), jedenfalls wenn man den Aussagen auf dem gestrigen Girl Geek Dinner folgen will, wo die Mehrheit der Teilnehmer bei ihrer Vorstellung, gefragt nach den Tags, die sie sich geben würden, ihren Twitter-Namen nannten.
Wie auch immer, ihr könnt mir einfach folgen und euch das Gezwitscher von Tausenden Stimmen in den Ohren klingen lassen und dann entscheiden, ob ihr davon gaga im Kopf werdet oder Addicts.
Dank an Neezee, dass sie mich auf die Idee gebracht hat. Und wer mit Twitter (noch) nix anfangen kann, darf gern einen Blick in ihr Buch werfen.

Nahrhaft

Saturday, December 6. 2008
Beerenextrakt und Milch, Limonen und Minze, Vitamin und Joghurt, Melisse und Orange, Kokosmilch, Mandarine-Lotus, Weißer Tee und Bambus, Olivenöl, Vanille und Karamell - nein, wir sind nicht bei den Fruchtjoghurts, bei den aromatisierten Tees oder den Backzutaten. Sondern in der Drogerieabteilung. Also, wenn mal der Magen knurrt - Duschgel sollte auch satt machen, wenn man das so liest.
Ansonsten einfach ein bisschen auf den Strümpfen herumkauen.