Ergänzung: Aufpassen, es könnte gefährlich werden :-(

Saturday, April 25. 2009
Ergänzung:

Weitere Informationsquellen, die einen guten und aktuellen Überblick bieten (dank an Peter, aus dessen Blog ich einige der Links habe)

-----------------------------------------
Meine regelmäßigen Leser wissen, Einträge politischen Inhalts sind hier sehr selten.

Das liegt ganz einfach daran, dass ich nichts mehr hasse als Stammtisch-Gerede - denn dessen Charakteristikum ist es ja, dass dort diejenigen tummeln, die sich selbst für große Durchblicker zu halten, die wissen, wie die Probleme des Landes zu lösen wären, ließe man ihn sie nur machen.
Mir geht's andersrum: die meisten politischen Fragen finde ich zu komplex, vielschichtig, um mir darüber rasch eine Meinung zu bilden. Und die Zeit, die es bräuchte, die jeweilige Materie ausreichend zu durchdringen, um dann das Maß an Ahnung zu haben, das ich für eine halbwegs fundierte Meinung zu brauchen glaube.... tja, die habe ich nicht. Oder okay, ich nehme sie mir nicht. Meistens.

Doch heute liegt die Sache anders. Ich bin ziemlich erschrocken, was gerade hier im Lande passiert, vor allem auch darüber, wie glasklar der Fall zu sein scheint:
Es geht um die jetzt per Gesetz beschlossene Sperre von Internet-Seiten, die den sexuellen Missbrauch von Kindern zeigen.

Mit Netzpolitik Vertraute brauchen hier wohl gar nicht weiter zu lesen, ich wende mich explizit an diejenigen meiner Leser, die jetzt noch denken, dass das doch eigentlich eine gute Idee ist.

Nein, das ist es nicht.

Eine gute Idee wäre es, die Inhalte von den Servern nehmen zu lassen. Doch das wird nicht getan.

Stattdessen werden die Inhalte werden nur vor den Internet-Nutzern verborgen, und das auf eine Art und Weise, die extrem leicht zu umgehen ist.

Warum, fragt man sich da, sollte man so etwas tun?

Den Opfern, den von Missbrauch betroffenen Kindern, ist jedenfalls nicht geholfen, und jemand, der auf solche Inhalte steht, wird sie sich leicht weiterhin beschaffen können.

Also warum?

Viele Stimmen im Netz, in Blogs, Twitter, Chats, Webforen und so weiter sind der Meinung:

Hier soll so etwas wie Zensur eingeführt werden, und wie ginge das einfacher, als dadurch, dass man etwas instrumentalisiert, was stark emotional besetzt ist: Kindesmissbrauch.

Hat man die Bevölkerung einmal dran gewöhnt, ist einmal so ein Gesetz verabschiedet und in Kraft, werden auch andere Dinge, die weniger gravierend, aber auch unliebsam sind, ganz schnell ähnlich beeinflusst, beschnitten, unterdrückt werden können. Auch Dinge, die nicht illegal sind möglicherweise.

Und hat man einmal "nachgewiesen", was Internet-Kennern schon lange klar ist, nämlich dass die eingeführte Art der Sperre nicht funktioniert, ist das ja ein guter Grund, sich effizientere Möglichkeiten einfallen zu lassen.

Merkt ihr was? Da sind wir dann irgendwann nicht mehr weit weg von chinesischen Verhältnissen.
Und was haben wir uns aufgeregt, als dort die Pressefreiheit der zur Olympiade angereisten Journalisten gefährdet war...

Was bedeutet das alles für unsere Demokratie?

Ich hoffe, dass ich unrecht habe, und all die anderen unter Paranoia leiden, die diesen Teufel an die Wand malen.

Macht euch selbst ein Bild, hier sind Quellen, die die Details, den Hintergrund, die Implikationen besser erklären können als ich.
  • Ein Missbrauchsopfer erklärt, warum er gegen die Internet-Sperren ist

  • Lutz Donnerhacke erklärt, was an den Aussagen der Befürworter des Gesetzes falsch ist - Punkt für Punkt.

  • Vieles mehr, was ihr findet, wenn ihr nach dem Stichwort "Zensursula" googlet oder im Blogpulse nachseht

Ich lese im Blog von Felix von Leitner, dem Gründer und Geschäftsführer von Code Blau, weiter mit, wie sich die Sache entwickelt.
Das einzige, was mir zur Zeit noch Hoffnung gibt in dieser Sache: Ähnliche Sperren gibt es wohl in skandinavischen Ländern auch. Und da mache ich mir nicht so viele Sorgen um die Demokratie. Wer weiß andere Gründe, warum alles in bester Ordnung ist?

Peperoni

Tuesday, April 21. 2009
Nicht mehr so ganz taufrisch, aber unbedingt Pflicht-Lektüre...ähm, Hörstoff für Frauen, und auch für einige Männer.
Podcast von Professor Jens Weidner zum sinnvollen Einsatz von Aggression.
Ich bin nicht in allem einverstanden, aber sind verdammt viele Erkenntnisse drin. Mädels, hinter die Ohren schreiben!

Fehler

Monday, April 20. 2009
Sarkasmus oder Typo?



Jedenfalls lustig. ;-)

hier gefunden

Warum es hier gerade so ruhig ist

Sunday, April 19. 2009
So wie das kleine Reptil auf diesem Bild komme ich mir gerade vor angesichts des Informations- und Aufgaben-Tsunamis, der gegen meinen Schreibtisch brandet.
Daher auch die Funkstille zur Zeit in diesem Blog. Aber es wird auch wieder anders, versprochen!

Dank an Kris für den Link zum Foto

Was tut man nicht alles, um sich vor der Arbeit zu drücken? :-\

Saturday, April 11. 2009
Beim Prokrastinieren gefunden:

song chart memes
Mehr davon gibt'shier

Wenn wir noch ein paar Nullen bei den Werten auf der X-Achse dranhängen und Youtube durch diverse Usenet-Gruppen ersetzen, passt's vollkommen.

Gimped

Tuesday, April 7. 2009
Dyfa wirft ein Stöckchen, und weil ich im Moment keine kreative Idee habe, apportiere ich es und werfe es meinen Lesern hin. Leider bin ich nicht so gimp-begabt (ja, trotz eines schönen dicken Gimp-Buchs ;-)), daher ist das Ergebnis eher unspektakulär.



Wer das Original sehen will, muss klicken.


Continue reading "Gimped"

Täschner

Thursday, April 2. 2009


Als ich vor dreieinhalb Jahren angefangen habe, dieses Blog zu füllen, war meine Idee, vorwiegend über lustige, witzige, nette, angenehme, erfreuliche Dinge zu schreiben - für meinen Geschmack gab's und gibt's schon genug Blogs, wo ein wohlfeiler Salon-Revoluzzer-Gestus gepflegt oder über die achso unerträglichen Mitmenschen, die Bahn, das Wetter und den ganzen Rest gejammert wird. Nicht noch einer, oder jedenfalls nicht von mir.
Diese  Linie hab ich nicht immer so klar durchgezogen und mich manchmal anstecken lassen von den allgegenwärtigen Rants. Heute aber gibt's mal wieder was durch und durch Positives zu berichten.
Und zwar war das so: Vor fast 10 Jahren hab ich mir  - ich glaube, es war anlässlich einer Beförderung? oder eines Projektabschlusses? - wie auch immer, ich habe mir eine Aktentasche gekauft. Groß, schwarz, genug Platz auch für Laptop, klassisch, von Picard - und 600 DM teuer. Ein heftiger Betrag damals für mich. Ich bin lang um sie rumgeschlichen, aber dann hab ich mir einen Ruck gegeben und sie gekauft und gefreut wie ein Schneekönig
Die Freude währte nicht lang, weil sich gleich in den ersten Wochen Probleme mit den Beschlägen zeigten - und obwohl ich den Bon nicht mehr hatte, waren meine Enttäuschung und mein Frust so stark, dass sie mich mit einer sehr entschlossenen Laune bis an den Tresen des Ladens getrieben haben und die Verkäuferin ohne langes Hin und Her dazu, mir kostenlos Ersatz zu beschaffen.
Aber auch da war der Wurm drin: nach nur wenigen Monaten waren die unteren Ecken ausgerissen, alle vier, und zwar nicht die Naht, sondern das Leder. Außerdem ist eine Befestigung gebrochen, an der Karabinerhaken des Schultergurt befestigt war.
Diesmal war der Ärger nicht mehr groß genug, um die Trägheit und Resignation zu überwinden, und ich bin noch ein Weilchen damit herumgelaufen, bis ich die Tasche dann in die letzte Ecke des Schranks gepfeffert und dort einstauben lassen habe. Seither bin ich mit irgendwelchen Kompromissen beholfen, 0815-Laptop-Tasche, Schreibmappe mit Reißverschluss, alles irgendwie nicht so das Gelbe vom Ei. Aber wozu wieder was Schönes kaufen, wenn doch auch die Tatsache, dass man richtig Geld in Markenware investiert, nicht dazu führt, dass man was Gutes kriegt, was auch hält?
Irgendwo auf meiner langen, langen To Do-Liste steht seither ein Item: "Aktentasche? Reparieren lassen, neu?"
Reparieren lassen ist gar nicht so einfach:
Ein Schuster kann sowas eher nicht - ein Mister Minit sowieso nicht, aber auch ein richtiger Schuster hat eher nicht die geeigneten Werkzeuge für sowas.
Ein Sattler schon eher - aber wenn es welche gibt, dann sind sie meistens auf Autopolster spezialisiert.
Ein Täschner - das wäre das Richtige. Nur leider gibt es kaum noch welche. Sucht man danach, werden einem die üblichen Läden angezeigt, die primär am Verkaufen von Neuware interessiert sind.
Und Dolfi. Dolfi 1920 ist ein Unternehmen gar nicht so weit von hier, im unwirtlichen Gutleut-Viertel in einem Hinterhof, mit einem ganz speziellen Geschäftsmodell: Sie reparieren Transportschäden an Koffern und Reisetaschen von Fluggästen im Auftrag von Fluglinien und haben damit wohl einen gewaltigen Marktanteil. Diese pfiffige Geschäftsidee und wohldefinierte Marktnische alleine macht mir den Laden schon mal sympathisch.
Aber damit nicht genug: sie arbeiten auch für Privatleute, man kann montags bis samstags hinfahren und wird kompetent beraten. Am Samstag hab ich die Tasche hingebracht, am Dienstag war sie fertig, und sie ist gut geworden! Und der ganze Spass hat nur 25 Euro gekostet.
Nur für das Problem mit der Öse hatten sie keine Lösung - die Ersatzteile, die sie dort vorrätig halten, sind halt doch eher was für strapazierfähige Koffer und weniger für filigrane Lederteile. Aber durch diese gewaltige positive Entwicklung hab ich auch wieder Energie, mich zu kümmern - sicher finde ich im Usenet oder sonstwo jemanden, der mir sagen kann, wo ich sowas bekomme? Oder vielleicht hat sogar einer meiner Leser hier eine Idee? Drannähen kann's der Schuster dann ja.
Achja: Gefunden hab ich Dolfi übrigens über die Gelben Seiten, ganz unoriginell. Trotzdem finde ich, dass der Reparaturführer der FES-Frankfurt, in dem Betriebe, die noch Dinge reparieren, statt nur neue zu verkaufen, eine gute Idee ist, und dorthin hab ich die Firma auch gleich gemeldet.