Klammheimlich

Tuesday, August 25. 2009
es ist schon verrückt: kaum schreibt man mal einen Artikel über den Code of conduct von Xing, wie er dasteht einerseits und wie er gelebt wird andererseits, schon ändert sich was. Leider nicht an der gelebten Praxis, sondern an den hehren Selbstverpflichtungen.

Ja, in der Tat, gestern habe ich aus einem anderen Grund mal wieder den Code of Conduct für Gruppenmoderatoren angeklickt - da musste ich feststellen, dass da nicht mehr die Rede war von einem Verbot für Moderatoren, finanziellen Vorteil aus ihren Gruppen zu ziehen. Nein, das wurde ersatzlos gestrichen, stattdessen einige Regeln aufgestellt für Frequenz und Inhalt von Werbung. Man lese und staune:
[..]
Werbung muss als solche gekennzeichnet und für die Gruppe relevant sein

[..]
Newsletter enthalten hauptsächlich gruppenbezogene Themen. Der Anteil von Werbung sollte 10% nicht übersteigen, als solche gekennzeichnet und gruppenrelevant sein

[..]
Einladung zu kostenpflichtigen Veranstaltungen müssen gruppenrelevant sein und sollten in der Regel eine Einladung im Monat nicht überschreiten. Kostenpflichtige Events müssen als solche deutlich gekennzeichnet sein.


Na, das ist doch mal charmant.
Grundsätzlich begrüße ich es ja, dass hier nun mal klare Verhältnisse geschaffen werden. Aber wenn, dann auch richtig.

Insofern sollten doch bitte folgende Änderungen im Gruppenfenster vorgenommen werden:



Und dann wäre es auch noch nett, wenn die entsprechenden Haken für den Werbungsempfang nicht gleich per default gesetzt wären, wenn man einer Gruppe beitritt. Denn ein Opt-out-Verfahren, sprich: man muss sich aktiv gegen Werbung aussprechen, wenn man keine will, finde ich doch für eine seriöse Plattform wie Xing ein bisschen ärmlich.
Jeder dämliche Newsletter-Versender schafft es, für Werbung ein Double-Opt-in-Verfahren zu etablieren, warum Xing nicht?

Und dass die Änderung des Code of conduct überhaupt mirnix-dirnix geändert wurde, ohne Hinweis irgendwo[1], finde ich ebenfalls ziemlich fragwürdig.

Hat Xing das wirklich nötig?

[1] Falls ich was übersehen habe, sagt gerne Bescheid. In der Xing-Gruppe selbst hab ich heute morgen auch schon gefragt, bisher ohne Antwort.

Was seither geschah, Part 1

Thursday, August 20. 2009
In den letzten paar Wochen war es wieder mal ziemlich ruhig hier im Blog, zum einen, weil ich mit einem echten Kundenansturm konfrontiert bin, oder sagen wir: mit einem stetigen Anschwellen des Kundenflusses, zum anderen, weil selten der Gedanke kam "das könntest du bloggen" oder gar "das muss ins Blog". Alles so unspektakulär irgendwie. Aber dann denke ich wieder an die dyfustifications, in denen auch nicht immer nur objektiv weltbewegende Dinge stehen, die ich aber trotzdem immer sehr gerne lese, und wo ich auch an fast keinem Tag enttäuscht werde.

Daher mal eine Wasserstandsmeldung von mir und uns, ungeordnet, einfach bunt durcheinander:

Noch immer plage ich mich mit der Zukunft des Hauses in Sontra, aus dem ich vor 24 Jahren und meine Mutter vor knapp zweien ausgezogen ist. Die Idee, es zu verkaufen, habe ich angesichts der verfallenden Immobilienpreise vorerst ja ad acta gelegt, stattdessen suchen wir derzeit nach Mietern. Bevor ich die ganz große Marketing-Aktion starte, habe ich erst mal klein-klein angefangen: mit Handzetteln im Supermarkt und den lokalen Geschäften und - strategisch hoffentlich klug - auch in der Schule und ein paar anderen öffentlichen Einrichtungen.

Ein paar Interessenten haben sich auch schon gemeldet, leider hat's aber bisher nicht gepasst.
Also: wenn jemand von euch jemanden kennt, der im Werra-Meißner-Kreis ein Haus in einer Kleinstadt sucht, das sich sehr gut für eine Großfamilie eignet (z.B. eine Familie mit Kindern und Schwiegereltern oder einem (halb-)flüggen Kind) und das für einen überschaubaren Betrag, der möge sich gerne hier melden. Ist total idyllisch da oben - jedenfalls, wenn man einen Job hat.

Vor ein paar Wochen waren wir dann nochmal in familiärer Mission unterwegs, nämlich zu einer Beerdigung in Stuttgart. Bei brüllender Hitze waren wir bei der kleinen Trauerfeier auf dem Pragfriedhof - der ersten, bei der ich keinen Pfarrer habe reden hören, sondern eine sogenannte freie Trauerrednerin. Ich muss sagen, das war wirklich sehr gut, was die Dame da abgeliefert hat - sie hat die Gratwanderung geschafft, einerseits niemanden vor den Kopf zu stossen, andererseits nicht in Lobhudeleien zu verfallen, bei denen Mutter Theresa im Vergleich zum Verstorbenen wie eine Lebedame aussieht und der Dalai Lama wie ein Taliban. Und die üblichen christlichen Rituale hat sie sich sowieso gespart.

Auch schon seit einer Weile bin ich bei einer Osteopathin in Behandlung, der zweiten jetzt - bisher mit wenig Erfolg. Es ist immer so eine Gratwanderung: Leiden und Tabletten einwerfen ist die eine Möglichkeit, neue Behandlungsmöglichkeiten suchen und ausprobieren die andere. Da ich keine Lust habe, mein Leben von meinen Zipperlein bestimmen zu lassen, neige ich zur ersteren Methode - denn wenn man erst mal anfängt, sich im Dschungel von alternativen Therapien zurechtfinden zu wollen, dann kann das leicht zur Hauptbeschäftigung ausarten. Aber Osteopathie ist mir jetzt schon so oft ans Herz gelegt worden, dass ich das nun probiere - noch 2 weitere Termine vorerst zu den 6 oder 8, die ich schon hatte, und dann lasse ich das erstmal wieder sein, ob's dann nun geholfen hat oder nicht.

Positive Erfahrungen: Letztes Wochenende waren wir zur Abwechslung mal nicht unterwegs in Deutschland, sondern sind in Frankfurt geblieben. Das schöne Wetter schrie nach einer Radtour und auf der Suche nach einem verlockenden Ziel bin ich auf den Kobelt-Zoo gestossen. Obwohl Schwanheim fast genau gegenüber auf der anderen Mainseite liegt war ich noch nie dort in den 17 Jahren Frankfurt. Wir waren wohl eines der wenigen Paare ohne Kinder, die sich dorthin verirrt haben, aber kein Kind hätte mehr Spass an den Viechern dort haben können als wir. Besonderes Highlight: Die Waschbären, vor allem der Albino, den wir wegen seines Fells spontan für einen Polarfuchs gehalten hatten. Dummerweise haben wir keine Fotos gemacht. :-(

Und mit der Mainfähre nach Höchst bin ich auch noch nie gefahren - auch das haben wir an dem Wochenende nachgeholt und die Radtour dann mit einem Weizen an der Schiffsmeldestelle abgeschlossen.

Überhaupt Radfahren. Gerade jetzt im Sommer empfinde ich es als gewaltige Steigerung der Lebensqualität, Wege mit dem Rad zurücklegen zu können, für die ich sonst das Auto oder die Bahn genutzt hätte, gerade Fahrten durch die Stadt. Wann kann es schöneres geben als erst in einem lauschigen Gartenlokal wie dem Bockenheimer Weinkontor einen Schoppen zu trinken und dann durch die Dämmerung zu fahren, vorbei an Tischen auf den Gehsteigen, Picknicks im Park….? Momentan scheitert der Fahrspass noch so ein wenig am passenden Vehikel - das Rad, das ich habe, ist eines Tages einfach so dagewesen (genauer: ex-Nachbarn wollten es bei einem Umzug nicht mitnehmen und ich habe gesagt "okay, lasst es da"), aber es ist nun wirklich nicht, was ich mir aussuchen würde. Ein schönes Stadtrad muss her, Typ Hollandrad, darf aber ruhig ein paar Gänge haben, sportlich braucht es nicht zu sein, nur bequem. Ich hoffe, das artet nicht wieder in eine Dissertation aus, ich neige ja dazu. ;-)

So, das war der erste Teil von "Was seither geschah". Mal schauen, wann der zweite folgt.

Wie twittern?

Tuesday, August 18. 2009
Seit einer Weile, genauer seit Anfang des Jahres bin ich ja unter die Twitterer gegangen. Ich find's faszinierend - für einen Informationsjunkie wie mich ist das das Paradies. Alleine, was ein Hardcore-Zwitscherer wie Jochen Mai von der Karrierebibel so raushaut, ist die Mühe wert. Mein Problem: ich komme nicht nach, ich blick nicht mehr durch, ich verpasse alles. Zwar sitze ich wirklich viel am Rechner, aber da sind so viele andere Dinge, die ebenfalls meine Aufmerksamkeit brauchen. Mit einer etwas praktischeren oder einfach nur übersichtlicheren Oberfläche als der eigentlichen Twitter-Seite wäre mir schon gedient. Was ich mir wünsche?
  • Die Möglichkeit, die Leute, denen ich folge, zu gruppieren, z.b. in "Freunde und Bekannte", "Berufliches", "Regionales" oder wie auch immer, und so mehrere Timelines verfolgen zu können

  • Den Twitterzeitpunkt nicht nur als relative Angabe zu sehen ("two hours ago"), sondern auch als absolute "August 18, 9pm"

  • Gelesene Tweets entsprechend markieren können

  • Idealerweise einen Autorefresh

Normalerweise würde bei so einem Anforderungsprofil vieles für Tweetdeck sprechen - aber eine Anforderung habe ich noch vergessen:
  • Kein zu installierender Client, sondern rein browserbasierte Lösung

Ich habe etwas recherchiert und von Hinweisen auf diverse Tools, meist im Beta- oder gar noch Alpha-Stadium, schier erschlagen worden. Man betrachte sich allein diese Seite: Twitter Applications List
Bezüglich der ersten Anforderung kommt Twithive sehr nahe an das Wunschprofil heran - es sieht Tweetdeck auch schon auf den ersten Blick sehr ähnlich.

.

Auch sehr charmant irgendwie finde ich "Twitter for Busy People", das die Leute, denen man folgt (welches griffige Wort könnte man denn für das Gegenstück von "Follower" prägen? "Gefollowte" bitte nicht ;-)) danach kategorisiert, wann sie sich zuletzt gemeldet haben. So rutscht niemand komplett unten aus der Timeline heraus und man behält seine Schäfchen alle im Blick. ;-) Sehr sympathisch.



Außerdem kann man mittels Tastatur-Shortcut(!) gelesene von ungelesenen Tweets unterscheiden, was mich ein wenig an ein aus dem Usenet gewohntes Feature erinnert. Allerdings wird das "Gelesen"-Flag hier schon gesetzt, wenn man über den aktuellsten Tweets der entsprechenden Person hovert. Gewöhnungsbedürftig.
Nun ja, die beiden Applikationen sind noch im Beta-Stadium, und ich bin gespannt, was sich da noch so tut. Ich werde beide mal ein paar Tage ausprobieren und schauen, womit ich besser klarkomme.


Gutsherrenjustiz - oder: warum Xing-Moderatoren Narrenfreiheit haben

Wednesday, August 12. 2009
Ich bin sauer. Richtig sauer und fühle mich verarscht.

Der Hintergrund:

Ich mag Xing und finde, dass es eine echt geniale Erfindung ist.
Ich pflege dort meine Kontakte, über 700 an der Zahl, ich diskutiere dort in jobrelevanten Gruppen, und ich empfehle es gerne weiter, seit mehr als fünf Jahren. Ich habe dort schon Kunden gefunden, lang verschollene Ex-Kollegen und sogar gute Bekannte, an der Schwelle zur Freundschaft (oder sogar schon drüber?)
Was mich aber in den letzten Monaten immer wieder gestört hat, war die Zunahme von Werbe-Mails. Oder brutaler gesprochen: von Spam.
Ich habe kein Problem damit, wenn meine Kontakte mir Einladungen zu Veranstaltungen schicken, auch nicht, wenn es z.B. kostenpflichtige Seminare sind, die sie anbieten. Wenn es mir zu viel wird, hat bisher immer noch eine freundliche Mail gereicht und ich wurde aus dem Verteiler rausgenommen.
Aber dann gibt es da noch die sogenannten Event-Einladungen im Rahmen von Gruppenzugehörigkeiten. Sehr häufig habe ich diese Einladungen abonniert, denn hierüber werden oft interessante Veranstaltungen angekündigt, z.B. Gruppenstammtische (selbstredend kostenlos), interessante Vorträge oder ähnliches. Leider verwenden einige Moderatoren diese Möglichkeit aber auch, um an alle ihre Gruppenmitglieder Werbung zu versenden.
Dies hat mich dazu veranlasst, solche Praktiken in der Diskussionsgruppe anzusprechen, die sich mit Xing-Interna befasst - leider ohne Erfolg. Die Xing-Mitarbeiter dort zogen sich immer wieder auf die Position zurück, dass sie selbstverständlich gegen unerlaubte Werbung vorgingen, aber nur am konkreten Beispiel entscheiden könne, ob es sich um Spam handelt oder nicht.
Das alleine finde ich schon fragwürdig - sollte es nicht klare Leitlinien geben, auch schon einfach deshalb, damit ich mich dran halten kann, wenn ich eine Aktion plane, statt offenbar ja sehr stark auslegbarer Regeln?

Der aktuelle Fall:
Ich habe die Diskussion dann dort erstmal frustriert aufgegeben - bis, ja bis vor ein paar Wochen wieder einmal eine besonders heftige Werbemail in meine Inbox flatterte.
Ein Gruppenmoderator schickte eine Nachricht an die über 6000 Mitglieder seiner Diskussionsgruppe mit Werbung für ein mehrtägiges, mehrere Hundert Euro teures Seminar, das er selbst veranstaltet. Und das nicht zum ersten Mal.
Ich sagte oben, klare und vor allem konkrete Regeln gibt es nicht so viele, wenn es um Werbung geht, einzig der Code of Conduct (CoC) für Gruppenmoderatoren erscheint mir eindeutig. Und der liest sich wie folgt:

Moderatoren sind grundsätzlich mit Werbung zurückhaltend und nutzen diese niemals für direkte finanzielle Vorteile, [..] Es ist nicht gestattet, aus einer Gruppe direkten finanziellen Nutzen zu ziehen.

Ich habe daraufhin den Moderator angeschrieben und mal ganz dezent gefragt:
[..]
soeben habe ich eine Einladung zu einem kostenpflichtigen Event von Ihnen erhalten.
Dazu zwei Fragen:

1. Im Code of Conduct für Xing-Gruppenmoderatoren steht, dass ein Moderator nicht finanziell von seiner Moderation profiitieren darf - wie vereinbaren Sie das mit der Versendung von Werbung für Ihre Seminare an Gruppenteilnehmer?

2. Ich habe für die Gruppe "YYYY" dem Empfang von Event-Einladungen zugestimmt, nicht aber dem Empfang von Werbung. Nach meinem Wissen müsste für den Empfang von Werbung auch ein "Double-Opt-In"-Verfahren gewählt werden, was hier nicht geschehen sein dürfte.

Danke im voraus für Ihre Antworten und herzliche Grüße

Martina Diel


Die Antwort? Schweigen. Achja - der betreffende Herr ist übrigens Jurist.

Die Reaktion von Xing:

Anders als sonst in solchen Fällen hatte mich aber gerade der Zorn gepackt und ich erinnerte mich an die Zusicherungen seitens Xing, in solchen Fällen selbstverständlich aktiv zu werden.

[..] erneut nutzt heute Herr XXX als Moderator der Gruppe "YYYY" seine Eigenschaft als Gruppenmoderator, um Werbung für seine Dienstleistungen zu machen.
(siehe hier:[Link]
Die Werbung für das Event wurde als PN an alle Gruppenmitglieder versendet.
Auf eine persönliche Nachricht vor einer Weile, als das schon einmal passierte, reagierte er nicht.
Ich weise auf den Code of Conduct für Gruppenmoderatoren hin und darauf, dass ich auch als Gruppenmitglied im Double-Opt-In-Verfahren
zustimmen muss, wenn jemand mir Werbung senden möchte.
Ich bitte darum, Herrn XXXX auf die Einhaltung der Regeln hinzuweisen, die er bereits zum wiederholten Male verletzt.
Bitte halten Sie mich über den Status auf dem laufenden.
-

Als Antwort erhielt ich ein paar Tage später folgendes:

[..] die Nachricht, die Sie hier bemängeln, ist eine Einladung zu einem Termin einer Gruppe, in der Sie Mitglied sind. Es ist den Moderatoren unserer Gruppen durchaus erlaubt, Einladungen zu versenden - natürlich dürfen sie dieses Privileg nicht missbrauchen. [..] Diese Einladung ist jedoch themen-relevant für die Gruppe und wird deshalb von uns nicht als Spam gewertet. Wenn Sie keine Einladungen zu Events von dieser oder anderen Gruppen erhalten möchten, wählen Sie "Termin-Einladungen deaktivieren" auf der Startseite der Gruppe/n.


Na, das ist doch mal eine schlagende Argumentation, oder?
Im CoC steht allerdings nicht, dass es den Gruppenmoderatoren erlaubt ist, finanziell von der Gruppe zu profitieren, wenn die verkauften Dienstleistungen etwas mit dem Gruppenthema zu tun haben. Auch nicht, dass themenrelevante Werbung für Angebote der Moderatoren zulässig ist.
Besonders kreativ auch der Vorschlag, gleich die Einladungen zu Events abzuklemmen - kurz gefasst:
Xing findet, wer an Gruppenstammtischen teilnehmen will, der muss auch Werbung akzeptieren.
Dann wäre es allerdings nur konsequent, wenn der Button umbenannt würde in "Werbung deaktivieren" - das wäre zumindest ehrlich.

Ich kann's ja nicht lassen. Oder nein, ich will's nicht.
Meine Antwort fiel folgendermaßen aus:

[..]
wenn ein Gruppenmoderator 6000 Personen zu einem Event "einladen" darf, mit dem er Geld verdient - was bedeutet dann die Regel im Code of Conduct, dass ein Gruppenmoderator nicht von seiner Moderatoreigenschaft finanziell profitieren darf?

Und zum zweiten:
Ich habe dem Erhalt von Gruppennachrichten zugestimmt, ja. Nicht aber dem Erhalt von Werbung, denn dafür ist noch immer gesetzlich geregelt, dass es ein Double-Opt-in-Verfahren geben muss.
Wo habe ich im Rahmen eines Double-Opt-In-Verfahrens dem Erhalt von Werbung zugestimmt?


Die darauffolgende Antwort war etwas kleinlaut, wiederholte im wesentlichen das bereits Gesagte, ergänzt um den Hinweis, man würde meine Nachricht an die "zuständige Abteilung" weiterleiten.

In meiner Antwort wies ich daraufhin, dass ich die Entwicklung auf diesem Blog dokumentieren werde. In früheren Fällen, die ähnlich abliefen, hatte mir eine Xing-Mitarbeiterin zu untersagen versucht, dass ich aus ihren Nachrichten zitiere. Weil ich die Mühe geschaut habe, mich hieb- und stichfest zu informieren, ob diese Forderung eine juristische Grundlage hat, habe ich damals nichts gebloggt. Heute schon.

Ich gebe zu, es ist etwas Hoffnung aufgekeimt angesichts des Hinweises auf die Weiterleitung an eine andere Abteilung, schließlich hatte ich in der Vergangenheit tatsächlich schon einmal erlebt, dass auf Beschwerden anders als mit Abblocken reagiert wurde. Oder zumindest wurde das gesagt - nachprüfbare Konsequenzen gab es natürlich nicht.
Nach ein paar Tagen flatterte wiederum diese Nachricht ins Haus

Wir haben das Event von unseren Gruppenspezialisten überprüfen lassen, und diese konnten keine direkte Werbung feststellen. Das Event ist somit legitim.


Ich muss zugeben, mir fällt angesichts derartig hanebüchenen "Erklärungen" nichts mehr ein. Was ist denn bitte "direkte" Werbung? Wie direkt soll es denn noch sein? Muss dafür der Herr XXX mich persönlich anrufen?
Entsprechend meine Reaktion:

wenn das keine Werbung war, was bitte ist dann Werbung?
Welche Kriterien müssten für Werbugn erfüllt sein, die hier nicht erfüllt waren?
Davon abgesehen:
Der code of conduct sagt "kein finanzieller Profit von Gruppenmoderatoreneigenschaft" - ganz egal, ob das nun Werbung war oder nicht, Herr XXX schreibt Postings an 6000 Leute in seiner Gruppe, um aus seiner Moderatoreneigenschaft Kapitel zu schlagen.
Sorry, das alles ist nur noch eine Farce.
Entsetzt, wie Xing sich hier präsentiert


Wollt ihr raten, was Xing dazu meinte?

Es handelt sich um ein Event, das thematisch zum Gruppenthema passt. Die Moderatoren haben die Möglichkeit thematisch passende Gruppenevents einzustellen. Sie verstoßen damit nicht gegen unseren Code of Conduct. Gruppenmitgliedern wird dadurch ein Mehrwert geboten.


Das (tschuldigung) saudumme Argument mit der Themenrelevanz hatten wir ja schon.
Aber nun wird mir hier auch noch erzählt, ich profitierte von dieser Werbung?
Hallo? Darf ich das vielleicht noch selbst entscheiden, was für mich einen "Mehrwert" darstellt und was nicht?

Angesichts dieser Ignoranz kann ich wirklich nur noch den Kopf schütteln, wenn ich die Aussage von Xing lese:

Die Werbung auf XING steht im Einklang mit den deutschen und europäischen Datenschutzgesetzen und -richtlinien
()

Schade drum. Bisher bin ich davon ausgegangen, dass Xing eines der seriöseren Social Networks ist. Stattdessen wird nicht nur geltendes Recht mit Füßen getreten, sondern auch die selbst gesetzten Regeln als leeres Gerede entlarvt.

Ich bin mir nicht sicher, was ich jetzt weiter mache - vielleicht sollte ich mir Textbausteine basteln wie die Xingler auch. Andererseits habe ich keine Kohlhaas'schen Ambitionen. Und dann wieder: ist das bequeme Schulternzucken das Richtige an dieser Stelle?

Was denken meine Leser?

Achja: natürlich freu ich mich, wenn ihr den Link zu diesem Artikel weiterverbreitet. Vielleicht ändert es ja doch was.