Linguistische Idiosynkrasien

Friday, March 5. 2010
Schöne Überschrift, oder? Ich hätte auch schreiben können "Sprachliche Eigenheiten", um unter diesem Titel mal ein bisschen zu lästern.

Wenn ich mich in Coach-/Trainer-/Psychodingsbums-Kreisen bewege, dann fällt mir immer wieder auf, dass diese Leute nicht mehr einen Thriller im Kino sehen oder einen Krimi lesen müssen, um etwas spannend zu finden. Denn spannend ist generell das, was der Klient gerade sagt oder macht, auf jeden Fall, aber nicht nur, wenn es irgendwas mit dem gerade besuchten Seminar zu tun hat.
Genau diese Leute, die in den 80er Jahren davon gesprochen haben, dass sie etwas betroffen macht, die reden jetzt darüber, wie sie etwas oder jemanden wahrnehmen. Sie sagen dann zwar nicht mehr, was das mit ihnen macht. Aber sie lassen es zu, sie lassen sich drauf ein, und am Ende lassen sie los.

Besonders reizend auch eine Metapher aus dem schönen Wandersport: Wieviele Ankündigungen zu Frauen-Unternehmerinnen-Messen oder Existenzgründer-Tagen habe ich schon gelesen, in denen irgendwas mit im Aufbruch vorkam?

Besonders mag ich es auch, wenn eine Gruppe von Dingen ganz keck mit "Irgendwas & Co" zusammengefasst wird. Wann war das mal originell? In der Frühsteinzeit?

Wagen wir also das Loslassen, schließlich sind wir ja alle im Aufbruch und finden das total spannend, das mit den Blogs & Co.

PS: Nix gegen Coaches - die andere Berufsgruppe, deren Vokabular ich häufig ausgesetzt bin, Consultants und Manager, die sind auch nicht besser. Die reden zum Beispiel davon, dass ja jemand etwas gar nicht abbilden könne, wenn er es einfach nicht auf die Reihe bekommt. Und das Thema müssen sie dann mal stressen, denn das ist ihre Pain. ;-)