Sancta Simplicitas

Monday, June 21. 2010
Datenschutz ist ein echtes Thema, vielen ein Anliegen, auch mir. Die Zeitungen sind voll Artikeln dazu, die Blogs strotzen vor Anleitungen, wie man Facebook gegenüber maximale Diskretion halten kann. Über die Gesundheitskarte wird kontrovers diskutiert und nicht nur über die. Und dann… tja, dann schreiben Leute unter ihrem Realnamen, mit Ortsangabe und allem Pipapo in Xing Dinge wie das folgende:

Mein Vater hat Krebs, er hat letzte seine linke Niere entnommen bekommen, sowie am Harnleiter wurde ein Tumor rausgenommen. Es sieht aber so, dass er alles überstanden hat und keine weitere Nachbehandlung notwendig sind. Er hat eine sehr positive Einstellung, eigentlich passt alles, um wieder gesund werden.

Meine Mutter hat nun Angst, wirklich Angst, ihn zu verlieren, was ich auch nachvollziehen kann, aber noch ist es nicht soweit und er hat noch viele Jahre vor sich.


Ja, das würde ich mir wünschen, wenn ich gerade mit so einer schweren Krankheit kämpfe, dass jemand auch noch ungefragt meinen Gesundheitszustand in ein Internet-Forum postet, völlig ohne jedes Gefühl für Diskretion.

Ich habe die Dame dann auch mal darauf angesprochen, und ratet, wie die Reaktion war? Sie müsse ja auch "Druck ablassen" und überhaupt, wo bliebe denn da die Offenheit im Umgang mit der Krankheit etc. Und natürlich, ich wurde blöde angemacht, was ich mir denn überhaupt anmaßen würde.

Gut, es war vielleicht zu naiv gedacht, so einen Hinweis direkt dort zu geben, wo die Person mit den privaten Infos auch hausieren gegangen ist.

Heute ein ähnlicher Fall, da schreibt jemand:
[..] da ich derzeit noch einen fast 77-jährigen Schwiegervater betreue und meine Mutter eine Chemo-Therapie wegen Brustkrebs bekommt und ich Ihr beistehen möchte,[..]


Diesmal war ich klüger und habe eine private Nachricht geschrieben. Die Antwort? Na ratet mal.
ist gesundheitliches Befinden denn in irgendeiner Form ein Problem?
Ich halte es für menschlich und es geht hier schließlich nicht um Aids, Demenz oder ähnliche Krankheiten, sondern um eine Krankheit die viele Frauen betrifft.
Wenn man über menschliche Dinge nicht offen sprechen kann, ist man fernab der Realität.


Klar, die liebe Menschlichkeit. Dafür kann man schon mal darüber hinwegsehen, dass jeder selbst entscheiden können sollte, was er in der Öffentlichkeit über sich preisgibt.

Manche Leute scheinen echt von allen guten Geistern verlassen. Da wird Naivität zur Tugend erhoben, sancta simplicitas. Aber JFK, Mutter Teresa und Gandhi als Vorbilder im Profil aufführen. :-( In einem Manual "How to Web 2.0" würde ich mich gar nicht trauen, so ein Beispiel aufzunehmen, weil ich befürchten würde, dass mir Realitätsferne vorgeworfen würde. Schließlich sind die Daten-Deppen doch alles Teenies, die sich in Facebook mit Sauf-Bildern diskreditieren, gelle?

Grisis

Saturday, June 19. 2010
Gesehen an einem Schaufenster in der Nürnberger Straße in Bebra, dem Ort, von dem Bebraismus seinen Namen hat. Zurecht. Fortgeschritten mögen sich auch mit der Bebraistik befassen.

Blick in die Zukunft...

Wednesday, June 16. 2010
Wieder mal eine nette Spielerei: bei "In 20 years" kann man ein Foto altern lassen. Ich hab's ausprobiert :-)
Das zugrundeliegende Bild ist ca. 10 Jahre alt - und was daraus entstanden ist, sieht doch gar nicht so anders aus, oder?
Das fanden im übrigen auch alle die, mit denen ich letztes Wochenende bei meinem Klassentreffen gesprochen habe - auch wenn das Abitur schon 25 Jahre her ist. Ich war mal wieder begeistert, nicht nur, weil es in der Tannenburg echt nett war, sondern weil ich wirklich immer wieder feststelle, dass wir offenbar nicht nur grauer und schwerer, sondern wirklich erwachsen geworden sind. Kann es das geben? Leute, mit denen ich damals niemals geredet hätte, weil sie ja uncool waren, zur Bundeswehr gingen, statt Zivildienst zu machen, unreif waren und Doko spielten und überhaupt - mit denen ist heute alles total entspannt und relaxt. (Und das geht nicht nur von meiner Seite aus)
Bei denen ich mich damals gut verstanden hab, bei denen ist es auch heute nicht anders.

And now: Köln

Monday, June 14. 2010
Kurze Meldung aus dem Off: Ich lebe noch, auch wenn der letzte Eintrag hier einen Monat her ist.

Am 24. bin ich in Köln zu Gast bei den Webgrrls und erzähle einiges zum Thema Selbstmarketing im Web.

Weil ich danach gefragt wurde: Selbstverständlich sind zu der Veranstaltung auch Männer willkommen.