Rangehn, Rangehn!

Thursday, September 30. 2010
Heute bin ich in einem Artikel bei Spiegel Online in einer Kritik zu "Der letzte Exorzismus" über folgendes Zitat gestolpert:

Wenn ich eins über Hollywood gelernt habe, dann, dass man sofort laut 'ja' schreit, wann immer jemand fragt, ob man etwas kann. Und erst hinterher überlegt, was man sich damit eingebrockt hat.


Wenn ich meine Erfahrungen aus den letzten fast 20 Berufsjahren zusammenfassen müsste, wenn es wirklich nur genau auf einen Satz eingedampft sein müsste, dann wäre es einer mit genau dieser Aussage.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mit meinen Aufgaben wachse und an die Grenzen des Möglichn noch lange nicht gestossen bin. Und aus den letzten vier Jahren Coaching weiß ich, und dass auch für viele andere Menschen der limitierende Faktor nicht so sehr das ist, was sie können, sondern welche Gelegenheiten sie bekommen und vor allem welche davon sie nutzen.

Oft lese ich etwas von der angeblichen Zertifikatshörigkeit und der fehlenden Risikofreude von Personalern und Personalentscheidern. Die gibt es, zweifelsohne - aber ebenso sehr ist diese Ängstlichkeit auf der Seite der Arbeitnehmer und der Bewerber vertreten, und es gilt die Devise, wer für etwas nicht ausgebildet ist, der kann's auch nicht. Vielleicht hilft all denen, die solche Gedanken bei sich entdecken, die Überlegung, dass man dem Urteil derer, die man ja also so ängstlich einschätzt, im Zweifelsfalle vertrauen sollte. Wenn man bei denen schon den Eindruck erweckt, man könnte, was man soll, darf man sich selbst eventuell allein schon deshalb ausreichende Kompetenz zugestehen, um es zumindest zu versuchen. Egal, ob man die zugehörige Aus-, Weiter-, Fort- oder sonstige Bildung hat. Man muss dann unter Umständen mal auf das zurückgreifen, was einer meiner Chefs mal als "informationelle Refinanzierung" bezeichnet hat - aber wozu hat man Netzwerke? ;-)

Irgendjemand anderer Meinung?

Da wächst zusammen, was zusammen...

Friday, September 17. 2010

...stört:



Gekonntes Webdesign und verbogene Neologismen.


Stream of Consciousness

Sunday, September 12. 2010
Vor ein paar Tagen ist Google Scribe herausgekommen, ein neues Feature von Google, das Vorschläge macht, wie ein Text weitergehen könnte, indem es die bisherige Eingabe auswertet. Es ist faszinierend, was herauskommt, wenn man ein beliebiges Stichwort eingibt und dann die Vorschläge annimmt, die Scribe macht.
Ein Beispiel mit einer rotbemützten Märchengestalt:



Mit "Thildkröte" konnte Google nichts anfangen - wer hätte das gedacht? - aber beim Satzanfang "Thilde" kam dann folgendes heraus:



Sieht aus wie der Stream of Consciousness, von dem wir im Englisch-Unterricht so oft gehört haben, oder L'Écriture automatique aus dem Literatur-Proseminar.

Schönes Spielzeug!

Nine-Eleven-Devotionalien

Saturday, September 11. 2010
Ein etwas anderer Beitrag zu dem, was heute vor 9 Jahren passiert ist:
Die spinnen, die Amis, oder?

Für einen kleinen Vorgeschmack bitte ganz vorsichtig auf "Continue reading..." unten klicken.
Auf eigene Gefahr!

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Genial: Schranktrolley

Saturday, September 11. 2010
Kann mir irgendwer erklären, warum es so lange gedauert hat, bis sowas erfunden wurde, und warum es das nur für Kinder gibt und nicht auch für Erwachsene? (Okay, dann vielleicht in anderen Farben)

Lobrede auf...

Saturday, September 4. 2010
...den Laudatio-Verlag. Oder naja, nicht so ganz. Aber eine Erwähnung ist er mir doch wert.
Und das kam so:

In Xing las ich neulich wieder mal eines der leider häufig anzutreffenden, nur schwach getarnten Werbepostings, diesmal eines Verlagsinhabers, der angab, jungen Autoren mit einer Checkliste behilflich sein zu wollen bei ihrer ersten Veröffentlichung.

Wer sich ein bisschen mit dem Buchmarkt beschäftigt hat, weiß, welche Nachtigall da durchs Gebüsch stolpert:

Ein Druckkostenzuschuss-Verlag, also ein Verlag, der nicht den Autor für sein Werk bezahlt, sondern den der Autor bezahlt, für unterschiedlich gutes Lektorat, Marketing und Vertrieb und ein wenig administrative Dinge.

Ich bin ja ein böses Weib und konnte mich mal wieder nicht beherrschen und schrieb nach einem Besuch der Website, auf der an exponierter Stelle folgendes steht:

Sie sind Autor oder wollen ein Buch schreiben? Der Laudatio Verlag unterstützt Sie dabei, Ihr eigenes Buch zu veröffenlichen. Angefangen von der professionellen Bearbeitung Ihres Manuskriptes (Lektorat) über eine individuelle und verkaufsfördernde Buchgestaltung bis hin zum überzeugenden Marktaufritt. Mit unserer persönliche Betreuung und unserem weitreichenden Know-How im Bereich Buchherstellung und Verlagswesen verfolgen wir dabei das Ziel, Ihre Buchpremiere zu einer „Lobesrede" (Laudatio) auf Sie als Autor und Ihr Werk werden zu lassen.


diese Replik:

Auweia, ein Druckkostenzuschussverlag. Und dann noch für ein professionelles Korrektorat werben, aber Tippfehler auf der Seite haben.

Nicht gut.


(Habt ihr die Fehler gefunden? Es sind immerhin drei in diesem kurzen Absatz.)

Ratet, was daraufhin passierte.

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