Stilvolles

Friday, October 15. 2010
Sigmund Freud


Und Ihr?

Unterlagen-Voodoo

Sunday, October 10. 2010
Und mal wieder was aus dem richtigen Leben. Ich wurde vor kurzem von einem jungen Mann angesprochen, der ganz verzweifelt war angesichts der Erfolglosigkeit seiner Bewerbungsbemühungen. Ob ich mir nicht mal seine Unterlagen ansehen könne, ihm fiele partout nichts Peppiges ein, was er ins Anschreiben packen könne, damit seine Bewerbung "hervorsteche".

Ihr lieben Leute, könnt ihr euch vorstellen, wie oft ich sowas schon gehört habe? Und wie wenig ich davon halte?
Generationen von Ratgeberliteratur haben diesen Mythos genährt, dass man wahnsinnig originell sein müsse in seinen Unterlagen, dem Leser irgendwelche Kabinettstückchen bieten müsse, da er sonst ungeachtet des Inhalts die Bewerbung aussortiere. Meine Erfahrung ist: Hervorstechen, prima. Aber dann doch bitte mit Inhalt, mit dem Beweis, dass man sich mit dem Unternehmen befasst hat, sich Gedanken darüber gemacht hat, was in der ausgeschriebenen Stelle gefordert ist. Das in den ersten Zeilen eines Bewerbungsschreibens zu lesen, jagt jedem Personaler wohlige Schauer über den Rücken und kann zu spontanen Begeisterungsanfällen führen.

Nun habe ich mir die Unterlagen des jungen Mannes angeschaut und was soll ich sagen: es scheint genauso zu sein wie vermutet. Weder Anschreiben noch Lebenslauf sind formal schlecht, noch viel weniger ist es das, was er an Qualifikation und Erfahrung mitbringt, damit kann man durchaus was anfangen. Aber irgendwie passt die ganze Bewerbung nicht zur Stelle.

Zum Beispiel schreibt er in seinem "Cover Letter".

Während meiner Ausbildung verdiente ich mir die Anerkennung diverser Klientel wie beispielsweise General Manager, Executive Vice President sowie eines EMEA-President aus internationalen Unternehmen. Aufgrund meiner zuverlässigen Arbeit wurde ich dem [Name einer sehr bekannten internationalen Behörde] in Bonn als erste Kontaktperson von einem australischen Geschäftspartner empfohlen.


Das ist zweifelsohne eine sehr tolle Sache, auf die man auch stolz sein kann.
Nur: bei der Bewerbung geht es um eine Stelle als Sekretärin/Assistentin eines Abteilungsleiters in einem bekannten deutschen Großunternehmen.
Das ist eine Position im Hintergrund - Belobigung dieser Art wird es dort nicht geben, man agiert hinter den Kulissen, Ruhm und Ehre erntet ein anderer, nämlich der Vorgesetzte. Wenn man die Bewerbung liest und besonders obige Passage, dann stellt sich die Frage, ob der Bewerber sich darüber im klaren ist.

Außerdem schreibt er:

Überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft, ausgewiesene Stärken in der Organisation und soziale sowie interkulturelle Kompetenzen möchte ich künftig als proaktives Teammitglied bei Ihnen zur Geltung bringen.


Interkulturelle Kompetenzen? Die werden in der neuen Position nicht gefragt sein. Wer das einbringen will, wird womöglich bitter enttäuscht, denn in der Aufgabenbeschreibung ist davon nicht die Rede, gar nichts von internationalem Kontakt - außer ein klein bisschen Englisch, aber das ist ja schon fast ein Hygienefaktor.
Und Teammitglied? Als klassische Sekretärin/Assistentin ist man nicht in einem Team, sondern unterstützt seinen Vorgesetzten, denkt für ihn, arbeitet ihm zu. Und wenn noch das eine oder andere eigene Projekt ansteht, so verfolgt man es typischerweise nicht in einem Team, sondern zieht das eigenständig durch. Wer sich in einer Gruppe inter pares wohlfühlen will, tut überhaupt gut daran, keinen Assistenz-Job zu wählen, denn der kann sich manchmal schon eher einsam anfühlen, weil man in einer relativ exponierten Position ist und extrem diskret sein muss.

Hier werden also Dinge aufgeführt, die wenig relevant sind für den gewünschten Job, deren Erwähnung teils sogar kontraproduktiv sein dürfte.
Dafür finden andere Dinge, die sehr wohl interessieren könnten, keine Erwähnung. Welche das sind, ist nach einem Klick zu lesen.

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Arbeiterkind.de

Friday, October 8. 2010
Der eine oder andere weiß es schon, dass ich neben der Arbeit in der Stiftung Lesen auch noch bei Arbeiterkind.de versuche, ein wenig ehrenamtliche Arbeit zu leisten. In diesem Zusammenhang erreichte mich vor ein paar Tagen eine Mail folgenden Inhalts:

für unser Projekt "ArbeiterKind.de goes Hessen", das seit September von der JP Morgan Stiftung finanziert wird, möchten wir Euch und Sie um Unterstützung bitten. Innerhalb von einem Jahr möchten wir für die Standorte Kassel, Marburg, Fulda, Frankfurt (Friedberg, Hanau, Offenbach), Wiesbaden und Darmstadt neue MentorInnen gewinnen und möglichst viele Informations-veranstaltungen in Schulen und Hochschulen durchführen.


Bitte dazu bei mir melden, ich organisiere alles weitere.

Noch ein Vortrag - diesmal ein Heimspiel

Tuesday, October 5. 2010
Die Tournee geht weiter, diesmal in heimischen Gefilden:
Am Donnerstag, 14. Oktober werde ich beim 5. Frankfurter Freiberufler-Stammtisch meinen Vortrag zum Thema Selbstmarketing halten.
Anmeldung und alles weitere bitte hier: Event in Xing