Rätsel des Alltags (1): Kosmetikverpackungen und anderes

Manche interessiert die Tiefsee, manche der Weltraum - mich interessiert die Profanität des Alltags. Denn der ist voller Wunder und ungeklärter Rätsel.

Zum Beispiel: zum common knowledge der Leserinnen von Frauenzeitschriften, Apothekenumschau und Stiftung Warentest gehört das Wissen, dass Cremetiegel gegenüber Tuben vergleichsweise unhygienisch im Handling seien. Weil man ja bis zum bittren Ende immer wieder mit den Fingern reingreift. Man möge doch einen Spatel verwenden. Hm. Ehe ich morgens mit etwas anderem als den Fingern im Tagescremetöpchen herumhantiere, stelle ich an einem gewöhnlichen Mittwochmorgen Messerbänkchen und Fingerschalen zum Frühstück auf.
Tja, und was läuft mir da vor ein paar Tagen über den Weg, als Behältnis für die vom Hautarzt verschriebene Salbe? Dieser wunderbare aponorm-Behälter vom Apotheken-Ausstatter WEPA. Das Ding ist klasse. Wenn man einmal verstanden hat, wie es geht, und nicht mehr vor dem Öffnen der Dose den unteren Rand vergebens festzudrehen versucht (wie ich es bei der ersten Begegnung getan habe), ist das Prinzip genial. Ein zarter Dreh und es wird sparsam und sauber genau so viel dosiert, wie man braucht, nichts schmiert rum, und die unsterilen Griffel bleiben auch draußen.

Und jetzt das Rätsel: Warum sehe ich das in vierzig Jahren das erste Mal? Warum sind nicht alle oder die meisten Cremetöpfe mit sowas ausgestattet? Am Preis kann es doch nicht liegen, wenn ich mir anschaue, wie aufwendig mit Glas etc. andere Cremes verpackt sind. Auch für Zahncreme wäre das Prinzip geeignet - weit besser als die aufwendigen Spender, die teils richtig Kraft erfordern, um etwas herauszuquetschen.

Ein weiteres Rätsel: warum plagen sich deutsche Frauen mit langem, dicken Haar weiterhin mit normalen Kämmen, wenn es doch den Roll-Ka gibt? Bis ich den beim Friseurbedarfsversand Basler gefunden hatte, war das Durchkämmen nasser Haare ein echter nervender, langwieriger Kraftakt. Mit dem Roll-Ka hat, ungelogen, eine neue Ära des Badezimmersports für mich begonnen. ;-)

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Comments

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  1. trillian says:

    Solche HiTech-Cremetiegel zu nutzen wäre ja viel zu einfach. Ketchup gibt es ja auch in der unpraktischen Glasflasche.
    Wahrscheinlich spekulieren die Produktverantwortlichen darauf, dass der Rest der Creme wirklich durch die Finegr vergammelt und der Nutzer die Hälfte wegwirft, weil er sich ekelt....

    Ich kämme meine Haar nie, sondern nutze eine Bürste. Damit hatte ich noch nie wirkliche Probleme (nur nach dem Motorradfahren....*seufz*).

  2. Thilde says:

    Ich bin zu naiv für diese Welt, fürchte ich. :-(

    Ansonsten: das mit der Bürste probiere ich mal. Obwohl ich mir kaum vorstellen kann, dass ich damit meine nassen Haare entwirrt bekomme

  3. Princess says:

    Ich glaube ja fast, daß Produktverantwortliche niemals ihre eigenen Produkte benutzen.

    Wie ist es sonst zu erklären, daß heutzutage Autos gebaut werden, bei denen man die Glühbirne der SCheinwerfer nicht selber wechseln kann - weil der halbe Motor rausmuß ehe man da drankommt.

    Weiß jemand was über die Verteilung von Männern und Frauen beim Produktdesign? Ich denk ja fast, Frauen würden praktischere Sachen erfinden.

  4. Thilde says:

    Das mit den GLühbirnen im Scheinwerfer ließe sich ja noch damit erklären, dass man den Werkstätten der Vertragshändler ein wenig Umsatz generieren will.


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