FFG, die zweite

Jens hat mich mal wieder zu einem Vortrag überredet, Martin hat sich anstecken lassen und Dyfa wollte sowieso - da wird die Baubergerstraße an ein paar Tagen im März wohl der Ort in München mit der höchsten Referenten-Dichte außerhalb der FFG sein. ;-)

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Comments

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  1. Hans Bonfigt says:

    Ich bin doch immer wieder fassungslos entsetzt, welche vermein
    tlichen Fehler Entwickler in den Augen von Nicht-Entwickern machen.
    Klar gibt es PC-Pubertanten, die sich nicht auf auch nur auf einen minimalen Höflichkeitskonsens einlassen wollen oder können.

    Perfektionismus ? In der Softwarebranche ?
    Martina, wo lebst Du eigentlich ?

    Divengehabe ? Pubertäres Zeug, siehst du bei allen jungen Männern. Ein erwachsener Entwickler kennt seine Stärken und vor allem seine Schwächen, "ruht in sich", braucht nicht ständig Ovationen anderer, ist von seinem Egotrip 'runter und sieht und
    anerkennt die Leistungen seiner Kollegen - auch die seines Chefs oder seines VB.

    In einem Punkt gebe ich Dir recht: Dem Entwickler ist nicht klar, daß auch er vertriblich resp. vertriebsunterstützend tätig sein
    muß.


    Gestern haben Anne und ich mit Linda F. über Dein Vorhaben gesprochen; infolge deren guten Einfluß' habe ich mich einmal konstruktiv damit auseinandergesetzt, welche brunzdummen Fehler ich als Entwickler immer wieder gern mache:

    1. Bin ich mir über mein Ziel im klaren ?
    "Was will ich erreichen ?" - diese Frage stelle ich mir immer
    noch
    zu selten.

    2. "Das ist kein Problem !"
    Nur, wenn ich einen Lösungsweg entdeckt habe, heißt das noch
    lange nicht, daß in kurzer, deterministischer Zeit ein fertiges
    Produkt auf dem Tisch liegt.
    Mit einem euphorischen "Das ist kein Problem" signalisiere ich
    meinem Kunden oder Projektleiter genau das.

    3. "Das ist fertig !"
    Der kleine Bruder von 2.
    Nur, weil der prinzipielle Funktionsnachweis beim Kunden er-
    bracht wurde, kann noch keine Rechnung geschrieben werden.
    "Das ist fertig" wird ein Abteilungsleiter jedoch genau dahinge-
    hend übersetzen.
    In Wirklichkeit fehlt noch die Dokumentation, evtl. hat ein Zulie-
    ferer noch nicht alle Komponenten angepaßt oder die, ähm,
    Anwender sind noch nicht eingewiesen.

    4. "Man müßte 'mal ..."
    Alles Quatsch. Anstatt die Zeit mit sinnlosen Phantasieen von
    Elfenbeintürmen zu verbringen, die sowieso nie gebaut werden,
    lieber einfache, machbare Dinge erledigen.

    5. "Ich weiß doch besser, was der Kunde braucht"
    Auch wenn das oft stimmt: Es ist nicht fair, mit dem mir anver-
    trauten Geld des Kunden etwas zu tun, was seinen Wünschen
    zuwiderläuft. Hmmmmpf.

    6. Nicht faulenzen, sondern anpacken !
    Das ganze Geheule, "Jetzt nicht, ich habe Streß", "Das kann
    ich nicht auch noch machen" etc. pp..
    Das im Verleich zu einem Handwerker viel zu hohe Gehalt, der
    weiche Sessel im warmen Büro und die Wellnesshotels lassen
    mich oft vergessen, daß ich hart arbeiten muß.

    7. Zuhören !


    Die Liste ist natürlich nicht vollständig und enthält naturgemäß nicht die dämlichen Fehler, die ich ständig mache, weil ich sie nicht kenne.


    Gruß Hans

  2. Thilde says:

    > Perfektionismus ? In der Softwarebranche ?

    Ja, genau in der. Und nein, ich habe nicht gesagt, dass all die Perfektionisten auch Perfektes schaffen. Schön wäre es ja. Wegen ihres Perfektionismus hindern sie sich ja genau daran, vernünftige Arbeit abzuliefern.

    > Martina, wo lebst Du eigentlich ?

    In einer Welt, in der nicht geplenkt wird? ;-)

  3. Hans Bonfigt says:

    Na, daß moderne Softwareprodukte nicht perfekt sind, habe ich 'mal als bekannt vorausgesetzt.
    Indes bestreite ich vehement, daß moderne Softwareentwickler an Perfektionismus leiden. Das Gegenteil ist der Fall:
    1.
    Es wird vor der Arbeit kein Konzept mehr gmacht. Damit ist Perfektionismus schon von vornherein ausgeschlossen: Denn Perfektionismus ist die übertriebene Orientierung am Optimum.
    Wie soll ich mich an etwas orientieren, das ich nicht einmal ordentlich definiert habe ?
    Ohne Konzept führt jeder Weg zum Ziel.
    Entsprechend beschissen sind die Produkte.
    2.
    Es wird nicht mehr entwickelt, sondern aus eigenen und von Dritten erworbenen Paketen zusammengestückelt. Beispiel DATEV: Das ist kein Engineering mehr, sondern übelstes Flickwerk.
    3.
    Perfektionismus setzt Gedanken voraus. In der modernen Entwicklung triumphiert die Gedankenlosigkeit. Wenn ich einen
    modernen Software-Fuzzi frage, warum er sich für Möglichkeit
    B aus A,B,C und D entschieden hat, schwallt mir der spießigste
    denkbare Blödsinn entgegen:
    "Wieso fragen Sie ? Es funktioniert doch".
    "Das mache ich schon immer so" (sic !)
    "Wie wollen Sie es denn sonst machen ?"
    "Ich hatte keine Zeit, die Alternativen zu durchdenken"
    "Morgen ist Ablieferungstermin, da bin ich froh, überhaupt ein Programm zu haben"
    Bei solchen modernen Entwicklern sind nicht einmal die Ausreden perfekt.

    Perfektionisten im positiven Sinne sind beispielsweise Menschen wie Marc Haber, und davon gibt es in der Softwareentwicklung viel zu wenige. Und leider sind auch "Berater" und "Führungskräfte" oft zu borniert, um zu erkennen, daß sie einen gewissen Anteil an Perfektionisten brauchen. Dringend.


    Gruß Ha "it compiles. let's ship it" ns

  4. Thilde says:

    > Indes bestreite ich vehement, daß moderne
    > Softwareentwickler an Perfektionismus
    > leiden. Das Gegenteil ist der Fall:

    Halt doch am besten einen eigenen Vortrag drüber. Stoff genug hast du ja offenbar. ;-)

  5. Hans Bonfigt says:

    Für die obige Veranstaltung scheint mir das Thema ungeeignet.

    Um nochmals klarzustellen: Ich wollte Dir nicht zu nahe treten, sondern etwas Stoff beisteuern.

  6. Rince says:

    Also der CCCS ist bestimmt glücklich über so ein Vortragsangebot ;-)

  7. Hans Bonfigt says:

    Mission (nearly) impossible.

    Inkompetenz und Schlechtigkeit hängen zusammen wie Pech und Schwefel, weil sie einader bedingen: Schlechtigkeit ist erforderlich, um ein inkompetentes Team verkaufen zu können.

    Dennoch scheitern gut die Hälfte aller IT-Projekte weder an Inkompetenz noch an Schlechtigkeit, sondern an *Fehlern bei der Kommunikation*. KUNDE schildert VB sein Problem, VB berichtet an Projektleiter und Projektleiter instruiert Techie:
    Damit ist der erste "Big Bang" schon vorprogrammiert.

    Schlimmer noch: Implizite Annahmen. Wenn "uns" gegenüber jemand von "Datenbank" redet, dann haben wir eine Vorstellung davon, was unser Gesprächspartner meint.
    Dummerweise hat der Gesprächspartner oftmals aber eigentlich nur eine sequentielle Datei im Sinn.

    Bevor man also über "Fehler von Entwicklern" überhaupt erst nachdenkt, müßte man über "klare und verständliche Kommunikation zwischen Entwicklern und Managern" reden.

    Das allein braucht eine gute Stunde. Danach eine Stunde "Projektmanagement" und danach kann man über die Fehler der Beteiligten reden - und zwar am Beispiel von konkreten Fällen.

    Wir reden also von einer Trilogie in vier Teilen, macht 4 Stunden, macht acht Tage Vorbereitungszeit. Die habe ich schlicht und ergreifend nicht.

    Gruß Hans


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