Idiosynkrasien

Schönes Wort, nicht wahr?
Ich bin in den letzten Tagen in der S-Bahn oft kontrolliert worden und dabei ist mir aufgefallen, dass Fahrkarten-Kontrolleur einer der wenigen Jobs ist, mal abseits von einer Tätigkeit als Künstler, wo ein irgendwie "besonderes" Aussehen ein Vorteil für den Job ist.
Aus diesem Aspekt heraus hätte eigentlich der Herr, mit dem wir auf der Fahrt zum Linux-Tag Ende Mai ein Abteil geteilt haben, bei der Bahn angestellt sein müssen. Sein Auftritt war sehenswert:
  • geschätzte 150 Kilo Lebendgewicht,
  • eingezwängt in eine hellgraue Hose mit Urinflecken (die nach jedem Ausflug aufs WC erneuert wurden *börks*),
  • eine Variante von Hawaiihemd im Blouson-Stil, die ich in einem Anfall von Kreativität "MDS-Hemd" getauft habe
  • ein Basecap mit einem Gamsbart (!) obendrauf
  • darunter eine Vokuhila-Variante mit Glatze und heftigen Schuppen
  • dazu ein Rucksack in Türkis-Lila (so die 80er-Jahre-Farbkombination eben), vielfach von Hand nachgenäht
  • beschriftet mittels Edding mit dem denkwürdigen Schriftzug "Mobile Bar" oder so ähnlich, aus dem er unausgesetzt Halbliter-Bierdosen in Schwarz-Rot-Geld holte und konsumierte.
Leider sind die Fotos, die wir betont unauffällig von ihm schießen konnten, eher unspektakulär.

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Comments

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  1. Azundris says:

    Klingt eklig.

    Andererseits ist das mit den Fotos sehr !OK — was kommt als nächstes, Fotos in der Umkleide? Ist ja nicht Hollaback hier.

  2. Thilde says:

    Mit Fotos aus der Umkleide ist das nun wirklich nicht zu vergleichen, er hat sich aller Welt so präsentiert, wie ich beschrieb.
    Aber natürlich wäre es das korrekte Vorgehen gewesen, ihn zu fragen, ob wir ihn fotografieren dürfen - was wir unterlassen haben. Und das ist Grund genug, die Fotos unveröffentlicht zu lassen, auch wenn ich sie natürlich eh so verfremdet hätte, dass man die Person nicht mehr erkennt.

  3. Azundris says:

    Jo, Verfremden hätte ja gereicht.
    Den Unterschied zur Umkleide sehe ich hingegen nicht, in beiden Fällen sehen mich nur Leute, die ich auch sehen kann, und nur zeitlich begrenzt; durch ein Photo wird, wieder in beiden Fällen, ggf. eines oder beides aufgehoben.

  4. Thilde says:

    Also, dass ich niemanden unverfremdet abbilde, der mir dazu keine Genehmigung gegeben hat, das ist für mich völlig selbstverständlich, das hat niemals zur Debatte gestanden.

    Bei dem Szenario "Umkleidekabine" bin ich davon ausgegangen, dass da jemand unbemerkt (z.B. durch ein Loch in der Kabinenwand) fotografiert wird, also nix mit "Leute, die ich auch sehe".

  5. Nik says:

    Manchmal braucht man schon SEHR starke Nerven...

  6. Matthias Kryn says:

    Das ist heute schon das zweite mir unbekannte Wort. Das erste lautet Antidisestablishmentarianism (http://www.sueddeutsche.de/kultur/274/304250/text/, nettes Video, btw).


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