Was seither geschah, Part 1

In den letzten paar Wochen war es wieder mal ziemlich ruhig hier im Blog, zum einen, weil ich mit einem echten Kundenansturm konfrontiert bin, oder sagen wir: mit einem stetigen Anschwellen des Kundenflusses, zum anderen, weil selten der Gedanke kam "das könntest du bloggen" oder gar "das muss ins Blog". Alles so unspektakulär irgendwie. Aber dann denke ich wieder an die dyfustifications, in denen auch nicht immer nur objektiv weltbewegende Dinge stehen, die ich aber trotzdem immer sehr gerne lese, und wo ich auch an fast keinem Tag enttäuscht werde.

Daher mal eine Wasserstandsmeldung von mir und uns, ungeordnet, einfach bunt durcheinander:

Noch immer plage ich mich mit der Zukunft des Hauses in Sontra, aus dem ich vor 24 Jahren und meine Mutter vor knapp zweien ausgezogen ist. Die Idee, es zu verkaufen, habe ich angesichts der verfallenden Immobilienpreise vorerst ja ad acta gelegt, stattdessen suchen wir derzeit nach Mietern. Bevor ich die ganz große Marketing-Aktion starte, habe ich erst mal klein-klein angefangen: mit Handzetteln im Supermarkt und den lokalen Geschäften und - strategisch hoffentlich klug - auch in der Schule und ein paar anderen öffentlichen Einrichtungen.

Ein paar Interessenten haben sich auch schon gemeldet, leider hat's aber bisher nicht gepasst.
Also: wenn jemand von euch jemanden kennt, der im Werra-Meißner-Kreis ein Haus in einer Kleinstadt sucht, das sich sehr gut für eine Großfamilie eignet (z.B. eine Familie mit Kindern und Schwiegereltern oder einem (halb-)flüggen Kind) und das für einen überschaubaren Betrag, der möge sich gerne hier melden. Ist total idyllisch da oben - jedenfalls, wenn man einen Job hat.

Vor ein paar Wochen waren wir dann nochmal in familiärer Mission unterwegs, nämlich zu einer Beerdigung in Stuttgart. Bei brüllender Hitze waren wir bei der kleinen Trauerfeier auf dem Pragfriedhof - der ersten, bei der ich keinen Pfarrer habe reden hören, sondern eine sogenannte freie Trauerrednerin. Ich muss sagen, das war wirklich sehr gut, was die Dame da abgeliefert hat - sie hat die Gratwanderung geschafft, einerseits niemanden vor den Kopf zu stossen, andererseits nicht in Lobhudeleien zu verfallen, bei denen Mutter Theresa im Vergleich zum Verstorbenen wie eine Lebedame aussieht und der Dalai Lama wie ein Taliban. Und die üblichen christlichen Rituale hat sie sich sowieso gespart.

Auch schon seit einer Weile bin ich bei einer Osteopathin in Behandlung, der zweiten jetzt - bisher mit wenig Erfolg. Es ist immer so eine Gratwanderung: Leiden und Tabletten einwerfen ist die eine Möglichkeit, neue Behandlungsmöglichkeiten suchen und ausprobieren die andere. Da ich keine Lust habe, mein Leben von meinen Zipperlein bestimmen zu lassen, neige ich zur ersteren Methode - denn wenn man erst mal anfängt, sich im Dschungel von alternativen Therapien zurechtfinden zu wollen, dann kann das leicht zur Hauptbeschäftigung ausarten. Aber Osteopathie ist mir jetzt schon so oft ans Herz gelegt worden, dass ich das nun probiere - noch 2 weitere Termine vorerst zu den 6 oder 8, die ich schon hatte, und dann lasse ich das erstmal wieder sein, ob's dann nun geholfen hat oder nicht.

Positive Erfahrungen: Letztes Wochenende waren wir zur Abwechslung mal nicht unterwegs in Deutschland, sondern sind in Frankfurt geblieben. Das schöne Wetter schrie nach einer Radtour und auf der Suche nach einem verlockenden Ziel bin ich auf den Kobelt-Zoo gestossen. Obwohl Schwanheim fast genau gegenüber auf der anderen Mainseite liegt war ich noch nie dort in den 17 Jahren Frankfurt. Wir waren wohl eines der wenigen Paare ohne Kinder, die sich dorthin verirrt haben, aber kein Kind hätte mehr Spass an den Viechern dort haben können als wir. Besonderes Highlight: Die Waschbären, vor allem der Albino, den wir wegen seines Fells spontan für einen Polarfuchs gehalten hatten. Dummerweise haben wir keine Fotos gemacht. :-(

Und mit der Mainfähre nach Höchst bin ich auch noch nie gefahren - auch das haben wir an dem Wochenende nachgeholt und die Radtour dann mit einem Weizen an der Schiffsmeldestelle abgeschlossen.

Überhaupt Radfahren. Gerade jetzt im Sommer empfinde ich es als gewaltige Steigerung der Lebensqualität, Wege mit dem Rad zurücklegen zu können, für die ich sonst das Auto oder die Bahn genutzt hätte, gerade Fahrten durch die Stadt. Wann kann es schöneres geben als erst in einem lauschigen Gartenlokal wie dem Bockenheimer Weinkontor einen Schoppen zu trinken und dann durch die Dämmerung zu fahren, vorbei an Tischen auf den Gehsteigen, Picknicks im Park….? Momentan scheitert der Fahrspass noch so ein wenig am passenden Vehikel - das Rad, das ich habe, ist eines Tages einfach so dagewesen (genauer: ex-Nachbarn wollten es bei einem Umzug nicht mitnehmen und ich habe gesagt "okay, lasst es da"), aber es ist nun wirklich nicht, was ich mir aussuchen würde. Ein schönes Stadtrad muss her, Typ Hollandrad, darf aber ruhig ein paar Gänge haben, sportlich braucht es nicht zu sein, nur bequem. Ich hoffe, das artet nicht wieder in eine Dissertation aus, ich neige ja dazu. ;-)

So, das war der erste Teil von "Was seither geschah". Mal schauen, wann der zweite folgt.

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Comments

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  1. dyfa says:

    Du wirst nur fast nie enttäuscht???? Frechheit! ;o)

    PS: Der Link enthält im HTML-Teil einen Blank zuviel. ;-)

  2. Thilde says:

    Ruhig, Brauner!

    Enttäuscht werde ich natürlich nur, wenn mal nix Neues drin steht. Aber das passiert ja seit Monaten nicht mehr. schweiss von der Stirn wisch


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