Klammheimlich

es ist schon verrückt: kaum schreibt man mal einen Artikel über den Code of conduct von Xing, wie er dasteht einerseits und wie er gelebt wird andererseits, schon ändert sich was. Leider nicht an der gelebten Praxis, sondern an den hehren Selbstverpflichtungen.

Ja, in der Tat, gestern habe ich aus einem anderen Grund mal wieder den Code of Conduct für Gruppenmoderatoren angeklickt - da musste ich feststellen, dass da nicht mehr die Rede war von einem Verbot für Moderatoren, finanziellen Vorteil aus ihren Gruppen zu ziehen. Nein, das wurde ersatzlos gestrichen, stattdessen einige Regeln aufgestellt für Frequenz und Inhalt von Werbung. Man lese und staune:
[..]
Werbung muss als solche gekennzeichnet und für die Gruppe relevant sein

[..]
Newsletter enthalten hauptsächlich gruppenbezogene Themen. Der Anteil von Werbung sollte 10% nicht übersteigen, als solche gekennzeichnet und gruppenrelevant sein

[..]
Einladung zu kostenpflichtigen Veranstaltungen müssen gruppenrelevant sein und sollten in der Regel eine Einladung im Monat nicht überschreiten. Kostenpflichtige Events müssen als solche deutlich gekennzeichnet sein.


Na, das ist doch mal charmant.
Grundsätzlich begrüße ich es ja, dass hier nun mal klare Verhältnisse geschaffen werden. Aber wenn, dann auch richtig.

Insofern sollten doch bitte folgende Änderungen im Gruppenfenster vorgenommen werden:



Und dann wäre es auch noch nett, wenn die entsprechenden Haken für den Werbungsempfang nicht gleich per default gesetzt wären, wenn man einer Gruppe beitritt. Denn ein Opt-out-Verfahren, sprich: man muss sich aktiv gegen Werbung aussprechen, wenn man keine will, finde ich doch für eine seriöse Plattform wie Xing ein bisschen ärmlich.
Jeder dämliche Newsletter-Versender schafft es, für Werbung ein Double-Opt-in-Verfahren zu etablieren, warum Xing nicht?

Und dass die Änderung des Code of conduct überhaupt mirnix-dirnix geändert wurde, ohne Hinweis irgendwo[1], finde ich ebenfalls ziemlich fragwürdig.

Hat Xing das wirklich nötig?

[1] Falls ich was übersehen habe, sagt gerne Bescheid. In der Xing-Gruppe selbst hab ich heute morgen auch schon gefragt, bisher ohne Antwort.

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Comments

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  1. Marc 'Zugschlus' Haber says:

    "Double Opt-In" ist Spammersprache, der politisch korrekte begriff lautet "Confirmed Opt-In", und das ist auch so weit korrekt.

    Im konkreten Fall braucht's da aber gar nichts zu confirmen, da derjenige, der da den Haken bei "Werbung abonnieren" setzt, sich ja schon mit Username und Passwort authentifiziert hat. Eine weitere Authentifikation durch ein Confirmed Opt-In ist im konkreten Fall also eher flüssig.

  2. Thilde says:

    Hmmm. Aber ist es nicht so, dass ich dem Empfang von Werbung explizit zustimmen muss, und mir das nicht irgendwie "untergejubelt" werden darf im Rahmen einer Mitgliedschaft?


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