Sancta Simplicitas
Mein Vater hat Krebs, er hat letzte seine linke Niere entnommen bekommen, sowie am Harnleiter wurde ein Tumor rausgenommen. Es sieht aber so, dass er alles überstanden hat und keine weitere Nachbehandlung notwendig sind. Er hat eine sehr positive Einstellung, eigentlich passt alles, um wieder gesund werden.
Meine Mutter hat nun Angst, wirklich Angst, ihn zu verlieren, was ich auch nachvollziehen kann, aber noch ist es nicht soweit und er hat noch viele Jahre vor sich.
Ja, das würde ich mir wünschen, wenn ich gerade mit so einer schweren Krankheit kämpfe, dass jemand auch noch ungefragt meinen Gesundheitszustand in ein Internet-Forum postet, völlig ohne jedes Gefühl für Diskretion.
Ich habe die Dame dann auch mal darauf angesprochen, und ratet, wie die Reaktion war? Sie müsse ja auch "Druck ablassen" und überhaupt, wo bliebe denn da die Offenheit im Umgang mit der Krankheit etc. Und natürlich, ich wurde blöde angemacht, was ich mir denn überhaupt anmaßen würde.
Gut, es war vielleicht zu naiv gedacht, so einen Hinweis direkt dort zu geben, wo die Person mit den privaten Infos auch hausieren gegangen ist.
Heute ein ähnlicher Fall, da schreibt jemand:
[..] da ich derzeit noch einen fast 77-jährigen Schwiegervater betreue und meine Mutter eine Chemo-Therapie wegen Brustkrebs bekommt und ich Ihr beistehen möchte,[..]
Diesmal war ich klüger und habe eine private Nachricht geschrieben. Die Antwort? Na ratet mal.
ist gesundheitliches Befinden denn in irgendeiner Form ein Problem?
Ich halte es für menschlich und es geht hier schließlich nicht um Aids, Demenz oder ähnliche Krankheiten, sondern um eine Krankheit die viele Frauen betrifft.
Wenn man über menschliche Dinge nicht offen sprechen kann, ist man fernab der Realität.
Klar, die liebe Menschlichkeit. Dafür kann man schon mal darüber hinwegsehen, dass jeder selbst entscheiden können sollte, was er in der Öffentlichkeit über sich preisgibt.
Manche Leute scheinen echt von allen guten Geistern verlassen. Da wird Naivität zur Tugend erhoben, sancta simplicitas. Aber JFK, Mutter Teresa und Gandhi als Vorbilder im Profil aufführen.






