Alle Welt redet über...

...Assange. Ich auch.

Was kann ich sagen, was nicht schon gesagt wurde?
Man kann über die Veröffentlichungen in Bezug auf Prinz Andrews Charakter und das Doppelleben der saudischen Jeunesse doree geteilter Meinung sein.
Ich sehe da nicht so den besonderen Nährwert - das ist für mich kein Grund, warum es Wikileaks geben muss, denn das befriedigt nur bestenfalls den Spass am Geläster und schlimmstenfalls ätzende Häme.
Aber die Veröffentlichung von Verbrechen und Vergehen aller Art, wie zum Beispiel im Falle der Angriffe auf irakische Zivilpersonen - dafür muss es eine Plattform geben, das muss die Welt wissen. Es kann nicht sein, dass der Bote bestraft wird für die schlechte Nachricht, deshalb gibt es Whistle Blowing. Aber genau das, eine Hetzjagd auf den, der sagt, dass der Kaiser gar keine Kleider trägt, scheint gerade im Falle des Julian A. aus A. zu geschehen.
Nicht, dass er mir besonders sympathisch wäre, und was ihm in Schweden zur Last gelegt wird, was auch immer daran sein mag oder nicht, macht das nicht besser. Aber was sich da zusammenbraut, erscheint mir wirklich bedrohlich. Von Obamas Amerika hätte ich mir anderes erhofft.
Nur noch ein paar Blogbeiträge zum Thema, die mir lesenswert erscheinen, teils von Leuten, die sich sehr selten zu politischen Themen äußern - Kathinka, Silvia und Mela.

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Comments

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  1. Christian says:

    Wer hier nicht zumindest einräumt, dass es nicht ganz koscher sein könnte, der ist etwas naiv. Gerade weil ja beide Frauen danach wohl recht zufrieden waren und keine Anzeichen einer von ihnen als Tat empfundenen übergriffigen Handlung gezeigt haben. Im Gegenteil, es gabe Frühstück und lobende Äußerungen.

  2. Thilde says:

    Es ist interessant, dass du dich auf nur genau einen Aspekt konzentrierst.
    Die Vergewaltigungs-/Belästigungsvorwürfe sind ja nur ein Mosaikstein in der ganzen Sache.

  3. Azundris says:

    Zu Schweden schrieb ich bereits unter http://ln-s.net/8DDl einen prima Artikel, deshalb nur kurz dieses Addendum:

    Ich bin immer wieder erstaunt, dass im Kontext von WL staendig ausgerechnet Iraq erwaehnt wird. Im Vergleich zu dem was WL sonst so im Angebot hat, erscheint mir "Im Krieg sterben uebrigens Leute" den geringsten Nachrichtenwert zu haben.

  4. Thilde says:

    ersetze "sterben Leute" durch "werden gezielt Zivilisten getötet", dann erklärt es, warum ich gerade das herausgegriffen habe.
    Ansonsten bekenne ich mich dazu, dass ich bisher mehr über WL gelesen habe als darin.

  5. Thilde says:

    Deinen Blogartikel hatte ich auch schon gelesen, aber entweder drückst du dich sehr kryptisch aus, oder mein Englisch ist schlechter als ich dachte, oder ich hab einfach ne Denkstörung ;-)
    Jedenfalls kommt die Message bei mir nicht an.

  6. Mirko says:

    Interessant finde ich, was gerade in einigen Medien passiert. Da werden genüsslich peinliche Anekdoten zerpflückt (sehr schön: Sarkozy ist ein Kotzbrocken... na, wer hätte das geahnt...) - aber: es werden auch Diskussionen angestoßen. Und Diskussionen über halbwegs politische Themen sind nie verkehrt. Das weckt vielleicht ein paar müde Geister, die dann bei der nächsten Wahl (weil ja niemand zusammenkriegt, dass WL nichts mit Politik zu tun hat...) ihren *rsch ins Wahllokal schleppen und ihre Meinung sagen/abgeben.

    Was mit Assange selbst allerdings passiert ist unfassbar. Wie du so schön sagst: man greift hier den Überbringer der (schlechten) Nachrichten an. Ob an den Vorwürfen in Schweden was dran ist oder ob es sich wirklich um so einen Scherz wie "S*x ohne Kondom" handelt, werden wir sehen. Ob er ein Sympath ist oder nicht - spielt keine Rolle. Aber eine Rolle spielt, dass man hier jemanden vorführt.

  7. Thilde says:

    Naja, als Scherz würde ich Sex ohne Kondom nicht gerade bezeichnen.
    Zum Rest Zustimmung - besonders dazu, dass es keine Rolle spielt, ob er mir, dir oder sonstwem sympathisch ist.

  8. Mirko says:

    Vielleicht ist "Scherz" etwas arg salopp ausgedrückt - es gibt Quellen im Internet, die zusammenfassen, was in Schweden als Vergewaltigung gilt. Und darunter auch - und das scheint ja bei Assange der Fall gewesen zu sein - Sex ohne Kondom. In meiner Welt gehört das zu den Dingen, die zwischen den beiden (oder mehr *g*) Teilnehmern geregelt wird. Und ein Strafttatbestand ist es schon mal gar nicht, sonst säße ich seit Jahren im Gefängnis - wie vermutlich jeder hier Schreibende.

  9. thilde says:

    Also der Straftatbestand ist wohl eher "Sex ohne Kondom gegen den Willen des Sexualpartners". Und ja, "geregelt werden" ist ne gute Sache - aber eben nicht dadurch, dass sich der eine über den Willen des anderen hinwegsetzt.
    Sowas ist jedenfalls im Falle der Nadja Benaissa bereits mal als Körperverletzung geahndet worden - okay, die wusste, dass sie infiziert ist.

  10. Mirko says:

    Wenn es so gewesen sein sollte und Assange hat hier gegen den Willen der Partnerin gehandelt (wie stellt man das denn eigentlich fest...? glaubt man ihr/ihm einfach?), bin ich völlig schmerzfrei, wenn Assange die passende Strafe bekommt. Nur schwingt immer noch ein wenig "Vorverurteilung" oder "Klingt seltsam" mit...

  11. Thilde says:

    Wie man das feststellt?
    So wie überall, wo Aussage gegen Aussage stehen mag. Der Richter würdigt die vorgetragenen Fakten und Aussagen und entscheidet dann. Anders geht es nicht.

  12. Azundris says:

    Das ergibt hier keinen Sinn, wenn wir ueber den Willen reden.
    In der Erhebung der Fakten ("Hat eine Penetration statt gefunden? War es dieser Mann?" etc.) gibt es erst mal den benefit of the doubt, aber wenn er z.B. sagt, "Es hat, und ich war," dann kann den Rest nur sie klaeren - wer sollte denn besser ueber ihren Willen Auskunft geben koennen als sie selbst?

  13. Thilde says:

    Ja, sie gibt Auskunft - und der Richter/in muss dann immer noch entscheiden, wie er diese Aussage würdigt. Als glaubhaft oder nicht z.B. Und seine natürlich dito.

  14. Azundris says:

    Jene bugs hatte ich ja bereits benannt.


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