Networking - wie es nicht geht.

Immer mal wieder ist von der Generation Praktikum die Rede, dass es schwer ist für Berufseinsteiger, ihren ersten "richtigen" Job zu finden.
Das stimmt, manchmal ist es schwer. Ich sehe aber auch leider sehr viele Leute, die es sich schwer machen.
Hier jemand, der in einer großen deutschen Social Media-Plattform folgendes Stellengesuch veröffentlicht hat und wohl in ein paar Wochen oder Monaten das Fazit ziehen wird, Networking bringe nichts.



Was ist hier falsch?

Man erfährt nichts über das, was die Bewerberin mitbringt, außer ihrem Studienfach, das von vielen gewählt wird, und von dem böse Zungen behaupten, die Mehrheit belege es entweder mangels besserer Ideen oder aus purer Karrieregeilheit.
Ansonsten? Fehlanzeige.
Zwar deutet sie an, dass sie Berufserfahrungen hat - aber welche? In was für einer Rolle, in welcher Branche? Nichts.
Erwähnt werden Softskills wie Motivation - aber das sind doch reine Hygienefaktoren, also Selbstverständlichkeiten, ohne die nichts geht, die aber niemanden interessant machen.
Ansonsten wird nur noch gesagt, was sich die Bewerberin wünscht - es möge in Berlin sein. Na, wenn das nicht den Arbeitgeber motiviert, sich zu melden, dann weiß ich es aber auch nicht. (Sorry für den Sarkasmus)

Aber gut, vielleicht war ich ja zu voreilig und in dem Profil selbst findet sich etwas an harten Fakten.
Werfen wir einen Blick darauf:





Auch hier: nichts. Im Biete-Feld Nullaussagen wie "Praktische und theoretische Kenntnisse" (wovon?), Hygienefaktoren ("Neugierde, Lernwille, Engagement") und Interessen. Den Arbeitgeber interessiert aber nicht, was den Bewerber interessiert, sondern das, was der Bewerber - so wenig Berufserfahrung er auch mitbringen mag - für das Unternehmen tun kann.

Im Suche-Feld: Klischees wie das von der "Herausforderung".

Und noch nicht mal unter Berufserfahrung wird die Bewerberin konkret. Allgemeiner als sie es ausdrückt, geht es wirklich nicht mehr. Noch nicht mal eine Dauer wird angegeben.

Man könnte fast geneigt sein, das für einen Bait* zu halten, aber nein, so etwas meinen einige Absolventen durchaus ernst.
Jetzt frage ich mich: braucht es wirklich einen Coach, um solche Fehler nicht zu machen? Oder muss man sich nur ein ganz kleines bisschen in die Perspektive des anderen einfühlen und eindenken?

Sagt doch mal bitte was dazu.


*Bait = Köder, der zu (möglichst kontroversen) Diskussionen provozieren soll, ausgelegt von Trollen**
**Troll = jemand, der Baits auslegt.

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Comments

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  1. Beat says:

    Mal eine dumme Frage: lernt man bei Euch im Studium, wie eine Bewerbung auszusehen hat?

  2. Martina Diel says:

    Ich habe das im Studium nicht gelernt, aber das ist auch schon lang her.
    Heute gibt es an Unis fast überall Karrierecenter, die in diesem Bereich Unterstützung bieten.
    Sowas zum Beispiel: http://www.careercenter-jobs.de/index.php?site=start

    Da muss man aber hingehen, die bieten keine Pflichtveranstaltungen an.
    Man muss allerdings auch zugeben, dass die Qualität des dort angebotenen Rats nicht immer gut ist.
    Findest du, dass es das brauchte, damit Pannen wie obige nicht passieren?

  3. -thh says:

    Böse Zungen würden schreiben "Naja, BWL ..." ;-)

  4. Martina Diel says:

    Ich wünschte, du hättest recht, und es wäre nur bei Absolventen mancher Studiengänge so. Jedoch: weit gefehlt. Weit. wein


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