Eine neue Welt

Thursday, May 15. 2014
El desierto blanco Vor noch nicht mal einer Woche sind wir von einer Reise zurückgekommen, die mich mehr inspiriert hat, als ich vorher erwartet hätte.
Bisher hatte ich mich eigentlich nie besonders gerade für Ägypten interessiert, der Grund, warum wir hingefahren sind, war einfach die Tatsache, dass ein Freund, der dort lebt, uns mit seinen Erzählungen neugierig gemacht und zu sich eingeladen hat.
Klar, warum nicht, da sagt man doch nicht Nein - so jedenfalls war meine Haltung dazu.
Ende April sind wir denn ohne große Pläne für 10 Tage hingeflogen.
Und was soll ich sagen, ich bin fasziniert.
Allerdings nicht von den naheliegenden Dinge, wie etwa den Pyramiden, sondern von vielen Aspekten, die mehr mit dem Alltag und den Menschen dort zu tun haben und den Widersprüchen, auf die man überall stösst.
Erster Eindruck:
Chaos, Schmutz, Lärm. Kairo ist riesig, und die Infrastruktur kommt nicht mit dem Wachstum mit (wobei ich damit nicht behaupten will, dass es eine Zeit gab, wo es mal besser geklappt hat, das weiß ich nämlich nicht). Das bedeutet konkret:
überall liegt Müll herum, teils in großen Mengen, denn die Müllabfuhr funktioniert nicht wirklich und es ist eine übliche Praxis, seinen Müll aus dem Fenster zu werfen oder in den Nil.
Der Verkehr ist infernalisch, das heißt, Ampeln werden gerne ignoriert, Zebrastreifen sowieso, statt Scheinwerfer einzuschalten, verwendet man die Hupe und alle drängeln sich wild über Kreuzungen (Autos) oder zwischen Autos hindurch (Fußgänger).
Auch in der Metro wird gedrängelt, keine Chance erst auszusteigen, bevor andere Passagiere einsteigen - es wird die Tür gestürmt, als wäre es die letzte Bahn, die jemals fahren wird, und zwei Meter hinter einem lauert ein Tsunami.
Nie in den 10 Tagen hatte ich das Gefühl, dass irgendetwas nach Regeln geschieht, sondern dass sich jeder so gut durchschlägt wie er kann.
Ein weiteres Ärgernis:
Das Feilschen. Dass man für vieles zäh verhandeln muss, weit über das Maß hinaus, was man als introvertierter WEsteuropäer für erträglich hält, okay, davon hab ich schon gehört. Aber dass auch noch nachverhandelt wird, wenn vorab der Preis einmal fixiert wurde, so wie es der Taxifahrer am Nachmittag tat, mit dem wir am Morgen einen Pauschalpreis ausgemacht hatten, finde ich... nee, echt nicht schön.
Dreist auch der Typ, der uns dumme Touri-Schafe mit seinen guten Deutschkenntnissen in seine Intarsienwerkstatt im Souq von Chan el-Chalili gelockt hat. Nach zähen Verhandlungen habe ich mich breitschlagen lassen, eine ganz hübsche Dose für 60 Pfund zu kaufen - aber wenn ich nicht lauthals protestiert hätte, hätte er mir schwuppdiwupp statt des Wechselgelds auf 100 Pfund noch eine weitere verkauft. Eine zuviel dafür, dass ich eigentlich keine wollte und es nur nicht geschafft habe, wieder kaltlächelnd die Werkstatt zu verlassen.
Und ärgerlich auch, wenn man als Ausländer einen Preis für irgendeinen Alltagskram das Dreifache dessen genannt bekommt, was ein Ägypter zahlt. Das betraf wohlgemerkt nicht nur uns als erkennbare Touristen, sondern auch unseren Freund, der seit einigen Jahren dort lebt und akzeptables Arabisch spricht.
Und schließlich: die "Guides" jeglicher Couleur, die es mit jedem nur denkbaren Trick versuchen (und teils auch schaffen), einem einen "Tip" abzuluchsen. Auch die, die vorher Stein und Bein geschworen haben, ihre Dienste wären im Eintrittspreis enthalten, sie seien von der Regierung angestellt und wir müssten nichts extra bezahlen. Später hieß es dann "only if you're happy". Und dann war natürlich das, was wir dann doch noch rausgerückt haben, nciht genug - es musste mehr sein und am besten wären noch Euro oder Dollar gewesen statt Landeswährung.
Das Land wird derzeit von Touristen gemieden, an den Pyramiden von Gizeh (!) waren ungefähr 10 Touristen. Angesichts mindestens doppelt so viele "Guides" kann man sich vorstellen, wie wir geplagt wurden. Insofern hab ich mit den Pyramiden nicht viel Spass gehabt.
Andererseits wollte gerade die Person, die uns wirklich etwas Nützliches zu bieten hatte, nämlich der junge Mann, der unserem verpeilten Taxifahrer den Weg nach Dashur erklärte und uns dazu ein paar Kilometer begleitete, überhaupt kein Bakshish haben. Der hätte es verdient.
Aber es gibt natürlich auch viel Positives zu berichten:
Der Satz, den ich in Ägypten am häufigsten gehört habe, ja, das war: "Welcome to Egypt". Ja, das sagten wildfremde Leute auf der Straße zu uns, nicht nur Kinder, auch Erwachsene, sogar Frauen mit Niqab, auf der Straße in Kairo, nicht in Touristengegenden. Man stelle sich das in Deutschland vor, wo der als Ausländer erkennbare Mensch, wenn er denn angesprochen wird, eher damit rechnen muss, dass er angepöbelt wird oder Schlimmeres.
Was mich am meisten verblüfft hat: diese Begrüßungen kamen auch und gerade vor, als wir durch ein wirklich schlimmes Viertel gelaufen sind, einen echten Slum, den von Manjia Nasser.
Ich habe mich nicht nur dort, sondern auch sonst, keinen Moment bedroht oder auch nur feindselig betrachtet gefühlt. Natürlich sind wir als Ausländer aufgefallen, sogar sehr, und wir wurden intensiv angeschaut - aber niemals feindselig. Und interessanterweise tut auch die Tatsache dem keinen Abbruch, dass ich bei der Fahrt in einem überfüllten Kleinbus bemerken musste, dass mein Nebenmann mit seinen Fingern in meiner Handtasche herumpult (zum Glück ohne Erfolg).
Mein persönliches Highlight: der Ausflug in die "Weiße Wüste". Außer den Sanddünen, die ich erwartet habe, gab es dort auch Felsformationen, die im Mondlicht aussahen wie Brandung oder ein kalbender Gletscher. Die Ruhe und das Licht dort sind... inspirierend. Man könnte fast spirituell werden. ;-)
Dies also einige unsortierte Gedanken von mir - und schlussendlich noch ein Buchtip: wenn das realistisch ist, was man im Buch "Der Jakubijan-Bau" lesen kann - und dem scheint so zu sein - dann verstehe ich, warum es zur Revolution kommen musste. Wer sich für das Land interessiert oder für den Arabischen Frühling: unbedingte Leseempfehlung.

Fuxcon -Treffen der Frankfurter Usergroups (& Sympathisanten ;-))

Monday, May 27. 2013

Heute mal ein Veranstaltungshinweis:

Die Frankfurter Linux User Group hatte die gute Idee eines großen Treffens aller Usergroups in und um Frankfurt, einerseits um einander kennenzulernen, sofern noch nicht an "Wasserlöchern" wie dem Webmontag geschehen. Andererseits aber auch, um allen Interessierten zu zeigen, was Usergroups sind, was sie tun und den ganzen Rest.
Die Idee hat Formen angenommen, und so findet am Sonntag Samstag, 15. Juni in Bergen-Enkheim die große Fuxcon statt: Gratis, aber nicht umsonst und einen ganzen Tag lang.
Programm und Anmeldemöglichkeit finden sich hier:
http://www.fuxcon.de/

Der Fux freut sich auf euch!

Finde den Fehler

Friday, December 31. 2010
Noch was aus dem Andalusien-Urlaub....

Bevor es verjährt...

Sunday, December 5. 2010
...ein paar Impressionen von Andalusienreise, von der wir auch schon wieder unfassbare 4 Wochen zurück sind:



Dieses Chamäleon, das Logo der spanischen Kabelgesellschaft Supercable und sichtbar auf vielen Kanaldeckeln Andalusiens, hatte es uns angetan.
Was könnte man nicht alles tun, wenn man eine solch lange Zunge hätte? Man mag es sich gar nicht ausdenken, was das für die Geschichte und Kultur der Menschheit bedeutet hätte. ;-)

Weitere Details, die uns aufgefallen sind, nach einem Klick.

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M16

Wednesday, April 21. 2010
Dieses Schild haben wir neulich in einem Fenster in Quedlinburg gesehen:



Ob da wohl so gute Chancen auf einen Käufer bestehen?
Besonders schön finde ich übrigens auch den Namen des Modells. ;-)

Nach Quedlinburg kamen wir übrigens auf der Rückfahrt unserer verunglückten Harzreise. Altenau ist eines der verschlafensten Käffer, die man sich denken kann, dagegen ist ja Sontra noch eine Metropole. Abends um 10 ein Bier trinken? Vergiss es. Dazu muss man nach Goslar. Langlauf? Um 15:30 Uhr wird man am Skiverleih ruppig abgewimmelt mit dem Hinweis auf den Feierabend um 17:00 Uhr.
So sind wir dann einen Tag früher wieder gen Süden gefahren und haben außer der Weltkulturerbe-Stadt auch noch Wernigerode angesehen mit dem von Apotheken-Kalendern bekannten Rathaus-Motiv. Ja, ich mag sowas. Lang kanns nicht mehr dauern und ich mache Studiosus-Reisen mit lauter pensionierten Deutsch-Geschichte-Studienräten und Klavierlehrerinnen in braunen Strickröcken. Aber vorher besorge ich mir noch eine randlose Lesebrille mit goldener Kette. ;-)

Seltsam...

Wednesday, March 10. 2010
Heute mittag auf der Rolltreppe zur S-Bahn im Hauptbahnhof. Vor mir betreten eine ca. 55 jährige Frau und ein alter Mann die Rolltreppe. Er wirkt etwas verlangsamt und tranig, aber nicht klapprig oder hinfällig, auch wenn sie ihn untergehakt hat. Sie stehen direkt nebeneinander und blockieren die gesamte Breite der Treppe - da ich nicht in Eile bin, wundere ich mich etwas, bleibe aber einige Stufen hinter ihnen und einem einzelnen Mann stehen.
Da kommen von hinten zwei junge Männer, mediterrane Haar- und Hautfarbe, Baggy Pants, Lederjacke, Kevin-Kuranyi-Koteletten, erkennbar in Eile überholen sie mich, laufen links die Rolltreppe hinunter.

Wie geht die Geschichte weiter?

Ein Klick verrät's.


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Im falshcen Film

Sunday, January 17. 2010
Gestern haben wir uns ja relativ spontan entschlossen, mal wieder ins Theater zu gehen - auch gestern fiel die Wahl, wie bei uns meist, auf irgendeine Form von Kleinkunst. Diesmal war es das Improvisationstheater in der Brotfabrik, klang äußerst vielversprechend und ein Anruf ergab, dass Abendkarten an der Kasse kein Problem sein dürften. Im Januar sei es immer noch recht ruhig. (Die Argumentation erschien mir zwar nicht besonders einleuchtend, aber sie wurde sehr überzeugend vorgetragen).

Also machten wir uns gegen 20 nach 7 auf den Weg - was sich dann allerdings als etwas knapp erwies angesichts einer Großbaustelle am Industriehof/Fischstein und einem sehr irreführenden, fast schon boshaften Parkhinweisschild, das uns auf den Parkplatz des Brentanobads verwies. Dass der seit Monaten, ja vielleicht schon Jahren, mit einer Schranke verschlossen ist und nur im Betrieb, wenn das Schwimmbad offen hat, nun ja, das sind offenbar Details. Nachdem wir einige Ehrenrunden gedreht hatten, kamen wir dann doch noch an der Brotfabrik an, fanden auch den perfekten Parkplatz fast direkt vor der Tür - allerdings keine Sekunde zu früh.

Also schnell über den Hof, zum Treppenaufgang, den ich ja schon von meinen Besuchen beim Webmontag kenne, der hier regelmäßig stattfindet (übrigens morgen auch wieder!). Am Fuss der Treppe eine Ticketverkäuferin, die auf unsere Frage auch bestätigt, dass es hier die Karten für das Impro-Theater gibt und uns bereitwillig welche verkauft. Oben ist es erstaunlich voll, auf den Karten steht "freie Platzwahl" - also erhöhte Aufmerksamkeit und schauen, dass man nicht hinter einem Pfeiler oder in der ersten Reihe landet, wo man dann garantiert auf die Bühne geholt wird.

Wir drängen uns also über eine enge Treppe in einen kleineren Saal in den zweiten Stock, dahin, wo alle hindrängen - der große Saal im ersten Stock war verwaist.
Wir hätten ja schon misstrauisch werden sollen, dass wir mit unsrer Anwesenheit den Altersschnitt ungefähr halbiert haben. Wurden wir aber nicht. Erst die ersten Szenen, der Text in Reimform, das glitzernde "Robert"-Transparent über der Bühne ließen den Groschen fallen: wir waren in eine Aufführung zu Ehren des genialen Robert Gernhardt geraten, wo seine Gedichte zu einer losen Folge von Szenen verarbeitet worden waren. Grmpf. Nix gegen Gernhardt, im Gegenteil. Aber so war das nicht geplant!
To cut a long story short: Rausgehen war nicht mehr möglich, Pause gab's keine, also blieben wir, wo wir waren und amüsierten uns auch halbwegs gut.
Nach der Vorstellung wollte ich es aber doch nochmal wissen, was da nun schiefgelaufen war und befragt die Kolleginnen hinten am Mischpult, wo wir denn eigentlich hingemusst hätten. Die waren schwer amüsiert, dass wir wie die Jungfrau zum Kinde dazu gekommen waren, eine Vorstellung zu sehen, die seit Monaten ausverkauft war und für die die Leute lange Schlange stehen mussten.
Wir sind dann noch ein Stockwerk tiefer gegangen und die Vorstellung vom Ampere-Theater lief auch noch, und so hockten wir uns für die letzte halbe Stunde dazu. Sehr schnell wurde klar, dass wir mit dem Gernhardt offenbar sogar die bessere Wahl getroffen hatten. Wir waren einhellig der Meinung, dass die Truppe eher so mittel war - kein Vergleich zum Beispiel mit "Theatersport", die wir mal in Karlsruhe gesehen hatten. Egal. So hatten wir also gestern durch eigne Dussligkeit zwei Vorstellungen, oder einskommafünf zum Preis von einer. Kann man nicht meckern.

Den Heimweg auf 2 Sommer- und 2 Winterreifen haben wir dann auch noch unfallfrei geschafft trotz ein paar Zentimetern Neuschnee, die in den zwei Stunden gefallen waren und eine geschlossene Schneedecken bildeten.

So. Und heute geht's mal wieder ins Caricatura-Museum, Titanic-Titelbilder angucken.

Kalifornien: Banken

Monday, December 14. 2009
Gestern abend hatten wir das moderne Äquivalent zu einem Dia-Abend: D. und P. waren zu ihrer Hochzeitsreise im Juni an dem etwas unüblicheren Urlaubsziel Jakutien und hatten jede Menge Filme und Fotos mitgebracht, die wir uns nicht entgehen lassen wollten, und auch von Kalifornien haben wir aus den Tausenden Schnappschüssen ein paar Highlights herausgesucht.
Da fiel mir ein, dass auch hier im Blog einige kleine Schmuckstücke noch gar nicht zu sehen waren, so wie hier lokale Adaptationen von Bankfilialen in Chinatown in San Francisco.
Und irgendwie hab ich auch lang nichts mehr von mir hören lassen - ich hoffe, das wird anders, je näher die Feiertage rücken.





























Noch mehr Fahrzeuge in Kalifornien

Friday, November 27. 2009
Bald ist unsere Japan-Reise ein Jahr her, und ich habe noch nicht mal alles darüber gebloggt, was ich wollte. Damit es mir nicht mit Kalifornien genauso geht, hier noch ein paar Fotos:

Diese beiden Schätzchen haben wir in Nevada City auf dem Hof unseres Motels vorgefunden:





Mit den Häuschen im Neokolonial-Stil im Hintergrund und den Sequoias zwischendrin ist das schon richtig arg klischeehaft - aber ich schwöre, so war's!
Die vielen herumliegenden Tannennadeln sind übrigens Ergebnis eines Sturms, der in Nordkalifornien für ein paar Tage die Wintersaison einleitete.

Und noch was klischeehaftes:

Kalifornische Kinder müssen auch im Supermarkt weder auf das Auto noch auf das TV verzichten - für beides zusammen gibt's jetzt die TV-Karts.





Autofahren in Kalifornien

Sunday, November 8. 2009


Auf Wunsch von Herrn M. aus B. fang ich jetzt endlich mal an, ein bisschen was aus den USA zu erzählen - der ultimative Überblicksrtikel zur gefahrenen Route, der mich bisher davon abgehalten, loszulegen, weil doch etwas aufwendiger, ist noch nicht geschrieben, folgt aber in Kürze.
Heute schauen wir mal auf den Straßenverkehr in den USA. Für mich gab es doch einige Aha-Erlebnisse. Ein paar Aspekte:
Fahrstil: Über weite Strecken sind die Autofahrer wirklich extrem entspannt. Ich habe auf den gesamten 5000 Kilometern, die wir gefahren sind, ungefähr zweimal jemanden hupen hören. Sogar der Herr K. hat sich zurückgehalten - es gab einfach fast nie einen Anlass, außer vielleicht den kleinen Frühstückspäuschen auf der Kreuzung, wenn von allen vier Seiten Autos kamen und man sich dann mal so ganz langsam überlegte, wer denn jetzt mal fahren könnte.
LA Über das Autofahren in und um LA hatte ich schon diverse Schauergeschichten gehört - alles Unfug, wie ich jetzt weiß. Wer das Frankfurter Kreuz ohne Herzinfarkt bewältigt, der kommt auch auf den Highways rund um und in LA locker klar, und Downtown sowieso. Allerdings muss man sagen, dass in Los Angeles der Fahrstil gelegentlich ansatzweise deutsches Aggressivitätslevel erreicht, was anderswo in Kalifornien wirklich undenkbar ist.
Beschilderung Der amerikanische Autofahrer wird im allgemeinen sehr gut mit Informationen versorgt, die Beschilderung ist weitgehend hilfreich und funktioniert bestens. Einzige Ausnahme: die Highway- bzw. Freeway-Nummern können sich ändern, ohne dass einem das vorher so richtig klar ist. Da ist man z.b. eigentlich auf der 101, aber dann wieder auf der 1, ohne dass man irgendwas getan hätte außer geradeaus fahren. Und manchmal ist eine Straße auch gleichzeitig 1 und 101. Wir sind dadurch schon mal sozusagen bis ans Ende der Welt gefahren, wo die Straße wirklich zu Ende war und völlig unklar, wie wir wieder in die Zivilisation finden.



Baustellen und so. Auch hier wird der Autofahrer ziemlich betüddelt. Alles ist mit Schildern gepflastert, überall stehen Leute mit Fähnchen an den Baustellen und winken einen dort entlang, wo man sonst sowieso langfahren würde, weil es nirgends anders lang geht. Im Lassen Volcanic Park wurde bei einspuriger Verkehrsführung sogar ein sogenannter "Pilot Car" den an der Ampel wartenden Autos vorausgeschickt und man schlängelte sich dann sozusagen im Konvoi durch eine absolut nicht irgendwie gefährliche oder auch nur besondere Baustelle
SUVs und RVsFast schon legendär sind ja die amerikanischen Autos. SUVs und Pickups beherrschen das Straßenbild vor allem außerhalb der Großstädte. Wenn man sieht, wie viele Leute wohnen, allerdings auch verständlich. Bei der Fahrt durch ländliche Gebiete sieht man nur an den an der Straße aufgestellten Briefkästen, dass am Ende der Dirt Road, irgendwo außer Sichtweite hinter den sieben Bergen, wohl doch noch Leute wohnen. Da wäre man mit einem normalen Pkw schnell aufgeschmissen, das sehe ich ein.
Was ich nicht einsehe, ist der Sinn hinter den monströs RVs, die überall zu sehen sind, busgroße Teil, die dann noch einen Geländewagen hinter sich herziehen, oder ihn gleich in der eingebauten Garage mitnehmen. (Auf dem Foto unten waren wir leider zu spät dran, um noch aufs Bild zu bekommen, wie der Jeep ins Heck hineinfährt, man sieht nur noch, wie die Ladeklappe geschlossen wird)



Was es aber auch gibt, sind uralte Büchsen, die in D wohl wohl entweder schon lange auf dem Schrottplatz gelandet oder aber in den Händen eines überbezahlten Zahnarztes zu einem Museumsstück aufpoliert worden wären. Hier aber tun sie offenbar seit Jahrzehnten ihren Dienst, und keinen TÜV kratzt es. Zwei Beispiele: Ein graues Mäuschen:



und ein Patriot:



Parkplätze USA ist ja extrem autofreundlich - was einerseits ein bisschen pervers ist, andererseits mir mit dem lahmenden Hinterlauf viele Highlights in den Nationalparks überhaupt erst zugänglich gemacht hat. Da will ich wirklich nicht meckern, auch wenn z.B. Yosemite streckenweise wirklich überzivilisiert wirkt. All das führt dazu, dass eine Parkplatzpolitik, in der z.B. man nicht jederzeit überall direkt vor der Tür parken kann, man eine Parkuhr benutzen oder einmal um den Block fahren muss, fast als Menschenrechtsverletzung gewertet wird. So jedenfalls die Kommentare im Lonely Planet zu den Parkmöglichkeiten in einigen Städtchen, durch die wir gekommen sind.

Des Rätsels Lösung

Friday, November 6. 2009
Gestern hatte ich einen gewaltigen Aha-Effekt. Und das kam so:
Schon seit einigen Monaten hatte offenbar die Batterie des rosaroten Spielmobils Inkontinenzprobleme - das heißt, sie wurde überdurchschnittlich schnell leergesaugt, ohne plausible Erklärung. Sehr oft sprang das Auto erst beim zweiten Mal an, oder ging beim ersten Mal wieder aus. Egal, ob mit angeschaltetem Abblendlicht oder ohne, egal ob mit betätigtem Blinker oder ohne, egal ob Scheibenwischer an oder aus. Am Standgas lag's auch nicht. Ich hatte mich schon fast damit abgefunden, nach 150.000 gefahrenen Kilometern das Auto nun langsam in die ewigen Jagdgründe schicken zu müssen.
Aber gestern kam ich dem Problem auf die Spur: seit einem Wassereinbruch hinterm Armaturenbrett funktionieren einige Lämpchen nicht mehr - was etwas irritierend ist, aber man gewöhnt sich dran. Und so konnte es geschehen, dass der denkbar größte Verbraucher, die Heckscheibenheizung nämlich, permanent angeschaltet war. Flugs ausgeschaltet das Ding - und ich wette, die Probleme mit dem Anlassen tauchen nicht mehr auf.
Trotzdem wird sich natürlich über kurz oder lang die Frage stellen, welches Auto der Nachfolger vom Y wird. Der A2 gefällt mir ja gut, aber der wird nicht mehr hergestellt und ich würde schon gerne etwas nicht allzu Altes fahren. Any ideas von der Leserschaft, was man sich kaufen könnte, wenn die wichtigsten Kriterien Zuverlässigkeit, handliche Größe, wirtschaftlicher Betrieb sind?

Session Chair

Thursday, March 12. 2009


Nein, das ist kein Sitzungsstuhl, sondern die Aufgabe, zu der mich Bernhard heute verdonnert hat. Ich hab die Ehre. heute nachmittag zwei Vorträge hier auf dem FFG anzukündigen und drauf zu achten, dass die Slots nicht überzogen werden.


Gar nicht schlecht, wenn ich dann in den zweiten Raum hochgehen kann - zur Zeit sitze ich hier unten an der Anmeldung und friere mir den A... ab, denn wir sind positioniert in der Nähe einer Tür, die keinen Windfang hat. Ich habe schon alles an, was ich dabei habe (mit Ausnahme meines Nachthemds) und kann nur hoffen, dass der heiße Tee was nutzt und  ich mich nicht so erkälte, dass ich am Samstag keine Stimme mehr habe.

268 Kilometer

Tuesday, March 3. 2009
Zur Abwechslung mal kein Japan-Bild, sondern eines aus Island vor 5 Jahren:



Also besser volltanken!
(aufgenommen irgendwo in der Nähe von Grimsstadir)

Japan: Onsen

Sunday, February 22. 2009
Einiges in Japan hat mir sehr gut gefallen, außer Onigiri zum Frühstück, ultrafrischen Sushi und den omnipräsenten Conbini auch die Institution Onsen: öffentliche Bäder, meist an natürlichen heißen Quellen gelegen, oft landschaftlich sehr schön und der Ort, um ultimativ zu entspannen. Die meisten Onsen sind geschlechtergetrennt, so auch dieser hier, den Martin fotografisch festhalten konnte:





Aber wie überall sonst in Japan auch, gibt es auch hier ein ausgeklügeltes Regelwerk:



Einleuchtend auch ohne Kenntnis von Katakana oder gar Kanji, oder? ;-)
Übrigens gibt es keine Regel, die verlangt, dass man sein Handtuch auf dem Kopf lagern muss. Das machen die Japaner einfach so. ;-)

Ordnung, wohin man schaut

Friday, February 20. 2009
Ich erwähnt ja schon: Japan ist das Land der gelebten Regeln. Das macht auch vor Kindern nicht halt.
Diese Kinder trafen wir in einer Mall:



Wir früher mussten uns ja im Kindergarten nur in Zweierreihen anstellen - die Kurzen hier halten sich auch noch an einem farbenfrohen Plastikgeschirr fest, und so geht auch mit nur einer Erzieherin als Begleitung niemand verloren. Wundert es da noch jemanden, dass in Japan auch Demonstranten in Reih und Glied gehen?

Ob sie wohl auf dem Weg zurück in den Kindergarten.... ähm, in das Education Center waren?