und auch die Tage dazwischen waren ziemlich vollgestopft, deshalb war hier von mir auch länger nichts zu lesen.
Was war los? Eines nach dem anderen.
Am letzten Wochenende im September sind wir mit
Air Berlin wieder einmal in die Stadt geflogen, die der Airline ihren Namen gab. Bevor wir uns vom Shuttle-Bus haben in die Pampa entführen lassen, musste ich die Gelegenheit nutzen, nahe des
Ernst-Reuter-Platzes durch den
Manufaktum-Laden zu streunen, sämtliches
mechanische Spielzug und
japanische Tuschestifte auszuprobieren und dann auch wirklich einen
Sparschäler für geschlagene EUR 2,- zu kaufen. Dann ein kleiner Bummel über die Knesebeckstraße Richtung Savigny-Platz, vorbei u.a. an einem Laden mit dem herzigen Namen Rue Tortue.
Der Shuttle am Nachmittag brachte uns ins Schloss
Liebenberg und damit an das eigentliche Ziel unserer Reise: Das
Auswahlverfahren der Stiftung der deutschen Wirtschaft wo wir über die die Vergabe von Stipendien an Lehramtsstudenten als Juroren mitentscheiden durften (sollten, konnten?)
Diese knapp 24 Stunden von Freitag abend bis Samstag Spätnachmittag waren dicht vollgepackt mit Aufgaben, Gesprächen, Vorbereitungen, Schreibarbeit - nicht nur für die Kandidaten, sondern auch für uns eine ziemlich anstrengende Sache, allerdings in einem sehr stimmungsvollen Ambiente. Schliesslich wollten wir uns die Aufgabe nicht zu einfach machen, sondern auf einer vernünftigen Grundlage entscheiden, wer sein Studium mit etwas weniger Sorge und Stress durchziehen kann. Ich muss sagen, es war wieder einmal eine interessante Erfahrung, all diese erwartungsvollen Gesichter, der Ehrgeiz... und zu sehen, wie alt man selbst geworden ist.
Aber natürlich waren wir nicht nur zum Arbeiten nach Berlin gekommen, sondern haben noch einen Tag drangehängt, um auch ein bisschen was von der Stadt zu sehen und von ein paar guten Bekannten. J. hatte Zeit und so sind wir nach dem Einchecken im
Gästehaus der DSJ mit ihm erstmal in die legendäre
Tiergartenquelle eingekehrt, wo es Schnitzel von der Größe eines Reihenhaus-Rasens gibt und viel, viel Bier. Unbedingt ausprobieren, wenn man sich selbst schick genug findet.[1]

Als nächstes sind wir dann ins
Schwarze Cafe gewandert (wow, genau mein Fall) und zum Schluss gab's noch einen Absacker im
Quasimodo (was aber wohl nur unterirdisch im CLub seinen ganzen Charme zeigt).
Am nächsten Tag hat sich dann extra für uns R. schon um halb elf aus dem Bett gequält und sich mit uns im
Hannibal zum Brunch getroffen. Leckere Angelegenheit, aber mein persönliches Highlight war dann doch der Besuch im
Museum der Dinge, wo eine riesige Menge von Alltagsgegenstände unter Design-Gesichtspunkten ausgestellt sind und informiert kommentiert sind.
Von der
Weinhandlung Suff in der Oranienstraße haben wir dann natürlich auch noch ein Foto gemacht, war ja klar
Für den Rückweg nach Frankfurt haben wir dann auch diesmal
weniger als 18 Stunden gebraucht, was auch mal ne schöne Abwechslung war.
Die TAschen waren gerade ausgepackt, die Wäsche noch nicht trocken auf der Leine, ging's weiter: Am Feiertag sind wir runter an den Bodensee gefahren zu meinen ehemaligen Flurgenossen nach
Salem-Neufrach. Uli und Ingrid waren so nett, uns mit dem Konzept der
Besenwirtschaft (andernorts unter "Straußenwirtschaft" bekannt) vertraut zu machen, alte Dias (Diese Frisuren! Diese Brillen! Diese 80er!) vorzuführen und mit uns trotz schlechten Wetters durch
Meersburg und
Konstanz zu wandern (okay, wir waren dann doch länger im
Sea Life und im
Reptilienhaus Unteruhldingen als draußen). Erstaunlich, wie stabil eine Vertrautheit sein kann, wenn man sich zwar zwei Jahre fast täglich gesehen hat (ohne aber wirklich eng befreundet zu sein), dann aber rund zwanzig Jahre nicht. Es fühlt sich an, als hätte sich nichts geändert. Wir sind halt alle nur etwas faltiger geworden. Und fast alle haben wir ein paar Kilo zugelegt. Aber sonst?
Bevor wir zurück sind, haben wir dann noch das überaus ästhetisch anzusehende
Schloss Salem besucht und uns mit einer Ladung leckeres Weins aus dem Hause
Markgraf von Baden versorgt.
Tja, und am kommenden Freitag abend, sozusagen übermorgen, geht's dann wieder los, diesmal nach Magdeburg. Doch danach wird's erstmal ruhiger, bevor Martin für einige Wochen
gen Osten verschwindet.
[1] wenn ich das nochmal durchlese, merke ich, dass das missverständlich ist. Gemeint ist: wenn man sich selbst so schick findet, dass man nicht noch ein gelackt-cooles Ambiente braucht, dann kann man in der Tiergartenquelle Spass haben, denn die ist ganz und gar unglamourös.