M16

Wednesday, April 21. 2010
Dieses Schild haben wir neulich in einem Fenster in Quedlinburg gesehen:



Ob da wohl so gute Chancen auf einen Käufer bestehen?
Besonders schön finde ich übrigens auch den Namen des Modells. ;-)

Nach Quedlinburg kamen wir übrigens auf der Rückfahrt unserer verunglückten Harzreise. Altenau ist eines der verschlafensten Käffer, die man sich denken kann, dagegen ist ja Sontra noch eine Metropole. Abends um 10 ein Bier trinken? Vergiss es. Dazu muss man nach Goslar. Langlauf? Um 15:30 Uhr wird man am Skiverleih ruppig abgewimmelt mit dem Hinweis auf den Feierabend um 17:00 Uhr.
So sind wir dann einen Tag früher wieder gen Süden gefahren und haben außer der Weltkulturerbe-Stadt auch noch Wernigerode angesehen mit dem von Apotheken-Kalendern bekannten Rathaus-Motiv. Ja, ich mag sowas. Lang kanns nicht mehr dauern und ich mache Studiosus-Reisen mit lauter pensionierten Deutsch-Geschichte-Studienräten und Klavierlehrerinnen in braunen Strickröcken. Aber vorher besorge ich mir noch eine randlose Lesebrille mit goldener Kette. ;-)

Seltsam...

Wednesday, March 10. 2010
Heute mittag auf der Rolltreppe zur S-Bahn im Hauptbahnhof. Vor mir betreten eine ca. 55 jährige Frau und ein alter Mann die Rolltreppe. Er wirkt etwas verlangsamt und tranig, aber nicht klapprig oder hinfällig, auch wenn sie ihn untergehakt hat. Sie stehen direkt nebeneinander und blockieren die gesamte Breite der Treppe - da ich nicht in Eile bin, wundere ich mich etwas, bleibe aber einige Stufen hinter ihnen und einem einzelnen Mann stehen.
Da kommen von hinten zwei junge Männer, mediterrane Haar- und Hautfarbe, Baggy Pants, Lederjacke, Kevin-Kuranyi-Koteletten, erkennbar in Eile überholen sie mich, laufen links die Rolltreppe hinunter.

Wie geht die Geschichte weiter?

Ein Klick verrät's.


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Im falshcen Film

Sunday, January 17. 2010
Gestern haben wir uns ja relativ spontan entschlossen, mal wieder ins Theater zu gehen - auch gestern fiel die Wahl, wie bei uns meist, auf irgendeine Form von Kleinkunst. Diesmal war es das Improvisationstheater in der Brotfabrik, klang äußerst vielversprechend und ein Anruf ergab, dass Abendkarten an der Kasse kein Problem sein dürften. Im Januar sei es immer noch recht ruhig. (Die Argumentation erschien mir zwar nicht besonders einleuchtend, aber sie wurde sehr überzeugend vorgetragen).

Also machten wir uns gegen 20 nach 7 auf den Weg - was sich dann allerdings als etwas knapp erwies angesichts einer Großbaustelle am Industriehof/Fischstein und einem sehr irreführenden, fast schon boshaften Parkhinweisschild, das uns auf den Parkplatz des Brentanobads verwies. Dass der seit Monaten, ja vielleicht schon Jahren, mit einer Schranke verschlossen ist und nur im Betrieb, wenn das Schwimmbad offen hat, nun ja, das sind offenbar Details. Nachdem wir einige Ehrenrunden gedreht hatten, kamen wir dann doch noch an der Brotfabrik an, fanden auch den perfekten Parkplatz fast direkt vor der Tür - allerdings keine Sekunde zu früh.

Also schnell über den Hof, zum Treppenaufgang, den ich ja schon von meinen Besuchen beim Webmontag kenne, der hier regelmäßig stattfindet (übrigens morgen auch wieder!). Am Fuss der Treppe eine Ticketverkäuferin, die auf unsere Frage auch bestätigt, dass es hier die Karten für das Impro-Theater gibt und uns bereitwillig welche verkauft. Oben ist es erstaunlich voll, auf den Karten steht "freie Platzwahl" - also erhöhte Aufmerksamkeit und schauen, dass man nicht hinter einem Pfeiler oder in der ersten Reihe landet, wo man dann garantiert auf die Bühne geholt wird.

Wir drängen uns also über eine enge Treppe in einen kleineren Saal in den zweiten Stock, dahin, wo alle hindrängen - der große Saal im ersten Stock war verwaist.
Wir hätten ja schon misstrauisch werden sollen, dass wir mit unsrer Anwesenheit den Altersschnitt ungefähr halbiert haben. Wurden wir aber nicht. Erst die ersten Szenen, der Text in Reimform, das glitzernde "Robert"-Transparent über der Bühne ließen den Groschen fallen: wir waren in eine Aufführung zu Ehren des genialen Robert Gernhardt geraten, wo seine Gedichte zu einer losen Folge von Szenen verarbeitet worden waren. Grmpf. Nix gegen Gernhardt, im Gegenteil. Aber so war das nicht geplant!
To cut a long story short: Rausgehen war nicht mehr möglich, Pause gab's keine, also blieben wir, wo wir waren und amüsierten uns auch halbwegs gut.
Nach der Vorstellung wollte ich es aber doch nochmal wissen, was da nun schiefgelaufen war und befragt die Kolleginnen hinten am Mischpult, wo wir denn eigentlich hingemusst hätten. Die waren schwer amüsiert, dass wir wie die Jungfrau zum Kinde dazu gekommen waren, eine Vorstellung zu sehen, die seit Monaten ausverkauft war und für die die Leute lange Schlange stehen mussten.
Wir sind dann noch ein Stockwerk tiefer gegangen und die Vorstellung vom Ampere-Theater lief auch noch, und so hockten wir uns für die letzte halbe Stunde dazu. Sehr schnell wurde klar, dass wir mit dem Gernhardt offenbar sogar die bessere Wahl getroffen hatten. Wir waren einhellig der Meinung, dass die Truppe eher so mittel war - kein Vergleich zum Beispiel mit "Theatersport", die wir mal in Karlsruhe gesehen hatten. Egal. So hatten wir also gestern durch eigne Dussligkeit zwei Vorstellungen, oder einskommafünf zum Preis von einer. Kann man nicht meckern.

Den Heimweg auf 2 Sommer- und 2 Winterreifen haben wir dann auch noch unfallfrei geschafft trotz ein paar Zentimetern Neuschnee, die in den zwei Stunden gefallen waren und eine geschlossene Schneedecken bildeten.

So. Und heute geht's mal wieder ins Caricatura-Museum, Titanic-Titelbilder angucken.

Kalifornien: Banken

Monday, December 14. 2009
Gestern abend hatten wir das moderne Äquivalent zu einem Dia-Abend: D. und P. waren zu ihrer Hochzeitsreise im Juni an dem etwas unüblicheren Urlaubsziel Jakutien und hatten jede Menge Filme und Fotos mitgebracht, die wir uns nicht entgehen lassen wollten, und auch von Kalifornien haben wir aus den Tausenden Schnappschüssen ein paar Highlights herausgesucht.
Da fiel mir ein, dass auch hier im Blog einige kleine Schmuckstücke noch gar nicht zu sehen waren, so wie hier lokale Adaptationen von Bankfilialen in Chinatown in San Francisco.
Und irgendwie hab ich auch lang nichts mehr von mir hören lassen - ich hoffe, das wird anders, je näher die Feiertage rücken.





























Noch mehr Fahrzeuge in Kalifornien

Friday, November 27. 2009
Bald ist unsere Japan-Reise ein Jahr her, und ich habe noch nicht mal alles darüber gebloggt, was ich wollte. Damit es mir nicht mit Kalifornien genauso geht, hier noch ein paar Fotos:

Diese beiden Schätzchen haben wir in Nevada City auf dem Hof unseres Motels vorgefunden:





Mit den Häuschen im Neokolonial-Stil im Hintergrund und den Sequoias zwischendrin ist das schon richtig arg klischeehaft - aber ich schwöre, so war's!
Die vielen herumliegenden Tannennadeln sind übrigens Ergebnis eines Sturms, der in Nordkalifornien für ein paar Tage die Wintersaison einleitete.

Und noch was klischeehaftes:

Kalifornische Kinder müssen auch im Supermarkt weder auf das Auto noch auf das TV verzichten - für beides zusammen gibt's jetzt die TV-Karts.





Autofahren in Kalifornien

Sunday, November 8. 2009


Auf Wunsch von Herrn M. aus B. fang ich jetzt endlich mal an, ein bisschen was aus den USA zu erzählen - der ultimative Überblicksrtikel zur gefahrenen Route, der mich bisher davon abgehalten, loszulegen, weil doch etwas aufwendiger, ist noch nicht geschrieben, folgt aber in Kürze.
Heute schauen wir mal auf den Straßenverkehr in den USA. Für mich gab es doch einige Aha-Erlebnisse. Ein paar Aspekte:
Fahrstil: Über weite Strecken sind die Autofahrer wirklich extrem entspannt. Ich habe auf den gesamten 5000 Kilometern, die wir gefahren sind, ungefähr zweimal jemanden hupen hören. Sogar der Herr K. hat sich zurückgehalten - es gab einfach fast nie einen Anlass, außer vielleicht den kleinen Frühstückspäuschen auf der Kreuzung, wenn von allen vier Seiten Autos kamen und man sich dann mal so ganz langsam überlegte, wer denn jetzt mal fahren könnte.
LA Über das Autofahren in und um LA hatte ich schon diverse Schauergeschichten gehört - alles Unfug, wie ich jetzt weiß. Wer das Frankfurter Kreuz ohne Herzinfarkt bewältigt, der kommt auch auf den Highways rund um und in LA locker klar, und Downtown sowieso. Allerdings muss man sagen, dass in Los Angeles der Fahrstil gelegentlich ansatzweise deutsches Aggressivitätslevel erreicht, was anderswo in Kalifornien wirklich undenkbar ist.
Beschilderung Der amerikanische Autofahrer wird im allgemeinen sehr gut mit Informationen versorgt, die Beschilderung ist weitgehend hilfreich und funktioniert bestens. Einzige Ausnahme: die Highway- bzw. Freeway-Nummern können sich ändern, ohne dass einem das vorher so richtig klar ist. Da ist man z.b. eigentlich auf der 101, aber dann wieder auf der 1, ohne dass man irgendwas getan hätte außer geradeaus fahren. Und manchmal ist eine Straße auch gleichzeitig 1 und 101. Wir sind dadurch schon mal sozusagen bis ans Ende der Welt gefahren, wo die Straße wirklich zu Ende war und völlig unklar, wie wir wieder in die Zivilisation finden.



Baustellen und so. Auch hier wird der Autofahrer ziemlich betüddelt. Alles ist mit Schildern gepflastert, überall stehen Leute mit Fähnchen an den Baustellen und winken einen dort entlang, wo man sonst sowieso langfahren würde, weil es nirgends anders lang geht. Im Lassen Volcanic Park wurde bei einspuriger Verkehrsführung sogar ein sogenannter "Pilot Car" den an der Ampel wartenden Autos vorausgeschickt und man schlängelte sich dann sozusagen im Konvoi durch eine absolut nicht irgendwie gefährliche oder auch nur besondere Baustelle
SUVs und RVsFast schon legendär sind ja die amerikanischen Autos. SUVs und Pickups beherrschen das Straßenbild vor allem außerhalb der Großstädte. Wenn man sieht, wie viele Leute wohnen, allerdings auch verständlich. Bei der Fahrt durch ländliche Gebiete sieht man nur an den an der Straße aufgestellten Briefkästen, dass am Ende der Dirt Road, irgendwo außer Sichtweite hinter den sieben Bergen, wohl doch noch Leute wohnen. Da wäre man mit einem normalen Pkw schnell aufgeschmissen, das sehe ich ein.
Was ich nicht einsehe, ist der Sinn hinter den monströs RVs, die überall zu sehen sind, busgroße Teil, die dann noch einen Geländewagen hinter sich herziehen, oder ihn gleich in der eingebauten Garage mitnehmen. (Auf dem Foto unten waren wir leider zu spät dran, um noch aufs Bild zu bekommen, wie der Jeep ins Heck hineinfährt, man sieht nur noch, wie die Ladeklappe geschlossen wird)



Was es aber auch gibt, sind uralte Büchsen, die in D wohl wohl entweder schon lange auf dem Schrottplatz gelandet oder aber in den Händen eines überbezahlten Zahnarztes zu einem Museumsstück aufpoliert worden wären. Hier aber tun sie offenbar seit Jahrzehnten ihren Dienst, und keinen TÜV kratzt es. Zwei Beispiele: Ein graues Mäuschen:



und ein Patriot:



Parkplätze USA ist ja extrem autofreundlich - was einerseits ein bisschen pervers ist, andererseits mir mit dem lahmenden Hinterlauf viele Highlights in den Nationalparks überhaupt erst zugänglich gemacht hat. Da will ich wirklich nicht meckern, auch wenn z.B. Yosemite streckenweise wirklich überzivilisiert wirkt. All das führt dazu, dass eine Parkplatzpolitik, in der z.B. man nicht jederzeit überall direkt vor der Tür parken kann, man eine Parkuhr benutzen oder einmal um den Block fahren muss, fast als Menschenrechtsverletzung gewertet wird. So jedenfalls die Kommentare im Lonely Planet zu den Parkmöglichkeiten in einigen Städtchen, durch die wir gekommen sind.

Des Rätsels Lösung

Friday, November 6. 2009
Gestern hatte ich einen gewaltigen Aha-Effekt. Und das kam so:
Schon seit einigen Monaten hatte offenbar die Batterie des rosaroten Spielmobils Inkontinenzprobleme - das heißt, sie wurde überdurchschnittlich schnell leergesaugt, ohne plausible Erklärung. Sehr oft sprang das Auto erst beim zweiten Mal an, oder ging beim ersten Mal wieder aus. Egal, ob mit angeschaltetem Abblendlicht oder ohne, egal ob mit betätigtem Blinker oder ohne, egal ob Scheibenwischer an oder aus. Am Standgas lag's auch nicht. Ich hatte mich schon fast damit abgefunden, nach 150.000 gefahrenen Kilometern das Auto nun langsam in die ewigen Jagdgründe schicken zu müssen.
Aber gestern kam ich dem Problem auf die Spur: seit einem Wassereinbruch hinterm Armaturenbrett funktionieren einige Lämpchen nicht mehr - was etwas irritierend ist, aber man gewöhnt sich dran. Und so konnte es geschehen, dass der denkbar größte Verbraucher, die Heckscheibenheizung nämlich, permanent angeschaltet war. Flugs ausgeschaltet das Ding - und ich wette, die Probleme mit dem Anlassen tauchen nicht mehr auf.
Trotzdem wird sich natürlich über kurz oder lang die Frage stellen, welches Auto der Nachfolger vom Y wird. Der A2 gefällt mir ja gut, aber der wird nicht mehr hergestellt und ich würde schon gerne etwas nicht allzu Altes fahren. Any ideas von der Leserschaft, was man sich kaufen könnte, wenn die wichtigsten Kriterien Zuverlässigkeit, handliche Größe, wirtschaftlicher Betrieb sind?

Session Chair

Thursday, March 12. 2009


Nein, das ist kein Sitzungsstuhl, sondern die Aufgabe, zu der mich Bernhard heute verdonnert hat. Ich hab die Ehre. heute nachmittag zwei Vorträge hier auf dem FFG anzukündigen und drauf zu achten, dass die Slots nicht überzogen werden.


Gar nicht schlecht, wenn ich dann in den zweiten Raum hochgehen kann - zur Zeit sitze ich hier unten an der Anmeldung und friere mir den A... ab, denn wir sind positioniert in der Nähe einer Tür, die keinen Windfang hat. Ich habe schon alles an, was ich dabei habe (mit Ausnahme meines Nachthemds) und kann nur hoffen, dass der heiße Tee was nutzt und  ich mich nicht so erkälte, dass ich am Samstag keine Stimme mehr habe.

268 Kilometer

Tuesday, March 3. 2009
Zur Abwechslung mal kein Japan-Bild, sondern eines aus Island vor 5 Jahren:



Also besser volltanken!
(aufgenommen irgendwo in der Nähe von Grimsstadir)

Japan: Onsen

Sunday, February 22. 2009
Einiges in Japan hat mir sehr gut gefallen, außer Onigiri zum Frühstück, ultrafrischen Sushi und den omnipräsenten Conbini auch die Institution Onsen: öffentliche Bäder, meist an natürlichen heißen Quellen gelegen, oft landschaftlich sehr schön und der Ort, um ultimativ zu entspannen. Die meisten Onsen sind geschlechtergetrennt, so auch dieser hier, den Martin fotografisch festhalten konnte:





Aber wie überall sonst in Japan auch, gibt es auch hier ein ausgeklügeltes Regelwerk:



Einleuchtend auch ohne Kenntnis von Katakana oder gar Kanji, oder? ;-)
Übrigens gibt es keine Regel, die verlangt, dass man sein Handtuch auf dem Kopf lagern muss. Das machen die Japaner einfach so. ;-)

Ordnung, wohin man schaut

Friday, February 20. 2009
Ich erwähnt ja schon: Japan ist das Land der gelebten Regeln. Das macht auch vor Kindern nicht halt.
Diese Kinder trafen wir in einer Mall:



Wir früher mussten uns ja im Kindergarten nur in Zweierreihen anstellen - die Kurzen hier halten sich auch noch an einem farbenfrohen Plastikgeschirr fest, und so geht auch mit nur einer Erzieherin als Begleitung niemand verloren. Wundert es da noch jemanden, dass in Japan auch Demonstranten in Reih und Glied gehen?

Ob sie wohl auf dem Weg zurück in den Kindergarten.... ähm, in das Education Center waren?

Japan: Bahnfahren

Tuesday, January 20. 2009
Bahnfahren in Japan mit Bahnfahren in Deutschland zu vergleichen ist so, als vergliche man einen Schulausflug einer Grundschulschulklasse der fünfziger Jahre mit dem Gedrängel am Samstagnachmittag auf der Zeil.
Ja, in Japan geht's weitaus geregelter zu als hier - obwohl Deutschland ja nun nicht gerade als Land der Anarchisten gilt, was das angeht.

In Japan diffundiert man zum Beispiel nicht einfach irgendwie in einen Zug - dort weiß man nicht nur schon vor der Fahrt, in welchen Wagen man einsteigt, sondern entscheidet sich auch noch vor dem Eintreffen des Zugs für die Tür, die man nehmen wird und reiht sich in die dortige Schlange ein. (Okay, in Zweierreihen anstellen, darauf verzichten sie dann doch)

Genau dafür gibt es Markierungen auf dem Bahnsteig und auf den Zentimeter genau exakt dort halten die Züge auch. Welcher Wagen der richtige ist, ist auch nicht schwer zu entscheiden: in einigen sind die reservierten Sitze, in anderen die nicht-reservierten, und welche das sind, wir ungefähr achtzehnmal vorher per Lautsprecher durchgesagt und auch auf den Zuganzeiger-Tafeln[1] angezeigt.

Ein japanischer Zugbegleiter verbeugt sich übrigens, wenn er einen Wagen betritt, vor seinen Kunden, und wiederholt das, wenn er den Wagen verlässt.

Ein besonders lustiges Schauspiel vollzieht sich an manchen Sackbahnhöfen oder wenn sonst der Zug die Richtung wechselt - dann werden die Sitzreihen im Shinkansen umgedreht, sodass die Sessel in Fahrtrichtung zeigen. Genau dieser Umstand ist es auch, der für eine wirklich komfortable Beinfreiheit auch in der zweiten Klasse sorgt.

Hab ich schon erwähnt, dass keine Uhren gebraucht werden, weil die Züge, und zwar alle, die ich erlebt habe, auf die Minute pünktlich sind? Gleisänderungen oder gar Ausfälle scheint's auch nicht zu geben.

Wermutstropfen: Selbst in einer der grössten Städte der Welt, einer Metropole mit Trendsetter-Kaliber, kann man mit einer ausländischen Kreditkarte keine Fahrkarte der JR bezahlen. Die Suche nach einem Geldautomaten, der die benötigten Yen ausspuckt, wenn man ihn mit einer nicht-japanischen Kredit- oder EC-Karte füttert, kann dann auch schon mal eine Stunde dauern und an der Rezeption eines Hotels enden, das netterweise auch mit europäischen Touristen rechnet.

[1] Die mitlesenden Pufferküsser wissen, was gemeint ist - oder?

Weihnachtsmarkt

Monday, November 10. 2008
Neues aus dem ferneren Osten:


Hm, was es da wohl alles gibt? Sushi mit Lebkuchengeschmack? Grüntee mit Zimt und Nelken? Schokoweihnachtsmänner Geschmacksrichtung "Kugelfisch-Alge"?

Die letzten Wochenenden...

Thursday, October 9. 2008
und auch die Tage dazwischen waren ziemlich vollgestopft, deshalb war hier von mir auch länger nichts zu lesen.

Was war los? Eines nach dem anderen.
Am letzten Wochenende im September sind wir mit Air Berlin wieder einmal in die Stadt geflogen, die der Airline ihren Namen gab. Bevor wir uns vom Shuttle-Bus haben in die Pampa entführen lassen, musste ich die Gelegenheit nutzen, nahe des Ernst-Reuter-Platzes durch den Manufaktum-Laden zu streunen, sämtliches mechanische Spielzug und japanische Tuschestifte auszuprobieren und dann auch wirklich einen Sparschäler für geschlagene EUR 2,- zu kaufen. Dann ein kleiner Bummel über die Knesebeckstraße Richtung Savigny-Platz, vorbei u.a. an einem Laden mit dem herzigen Namen Rue Tortue.
Der Shuttle am Nachmittag brachte uns ins Schloss Liebenberg und damit an das eigentliche Ziel unserer Reise: Das Auswahlverfahren der Stiftung der deutschen Wirtschaft wo wir über die die Vergabe von Stipendien an Lehramtsstudenten als Juroren mitentscheiden durften (sollten, konnten?)
Diese knapp 24 Stunden von Freitag abend bis Samstag Spätnachmittag waren dicht vollgepackt mit Aufgaben, Gesprächen, Vorbereitungen, Schreibarbeit - nicht nur für die Kandidaten, sondern auch für uns eine ziemlich anstrengende Sache, allerdings in einem sehr stimmungsvollen Ambiente. Schliesslich wollten wir uns die Aufgabe nicht zu einfach machen, sondern auf einer vernünftigen Grundlage entscheiden, wer sein Studium mit etwas weniger Sorge und Stress durchziehen kann. Ich muss sagen, es war wieder einmal eine interessante Erfahrung, all diese erwartungsvollen Gesichter, der Ehrgeiz... und zu sehen, wie alt man selbst geworden ist.
Aber natürlich waren wir nicht nur zum Arbeiten nach Berlin gekommen, sondern haben noch einen Tag drangehängt, um auch ein bisschen was von der Stadt zu sehen und von ein paar guten Bekannten. J. hatte Zeit und so sind wir nach dem Einchecken im Gästehaus der DSJ mit ihm erstmal in die legendäre Tiergartenquelle eingekehrt, wo es Schnitzel von der Größe eines Reihenhaus-Rasens gibt und viel, viel Bier. Unbedingt ausprobieren, wenn man sich selbst schick genug findet.[1] ;-)
Als nächstes sind wir dann ins Schwarze Cafe gewandert (wow, genau mein Fall) und zum Schluss gab's noch einen Absacker im Quasimodo (was aber wohl nur unterirdisch im CLub seinen ganzen Charme zeigt).
Am nächsten Tag hat sich dann extra für uns R. schon um halb elf aus dem Bett gequält und sich mit uns im Hannibal zum Brunch getroffen. Leckere Angelegenheit, aber mein persönliches Highlight war dann doch der Besuch im Museum der Dinge, wo eine riesige Menge von Alltagsgegenstände unter Design-Gesichtspunkten ausgestellt sind und informiert kommentiert sind.
Von der Weinhandlung Suff in der Oranienstraße haben wir dann natürlich auch noch ein Foto gemacht, war ja klar ;-)
Für den Rückweg nach Frankfurt haben wir dann auch diesmal weniger als 18 Stunden gebraucht, was auch mal ne schöne Abwechslung war. ;-)

Die TAschen waren gerade ausgepackt, die Wäsche noch nicht trocken auf der Leine, ging's weiter: Am Feiertag sind wir runter an den Bodensee gefahren zu meinen ehemaligen Flurgenossen nach Salem-Neufrach. Uli und Ingrid waren so nett, uns mit dem Konzept der Besenwirtschaft (andernorts unter "Straußenwirtschaft" bekannt) vertraut zu machen, alte Dias (Diese Frisuren! Diese Brillen! Diese 80er!) vorzuführen und mit uns trotz schlechten Wetters durch Meersburg und Konstanz zu wandern (okay, wir waren dann doch länger im Sea Life und im Reptilienhaus Unteruhldingen als draußen). Erstaunlich, wie stabil eine Vertrautheit sein kann, wenn man sich zwar zwei Jahre fast täglich gesehen hat (ohne aber wirklich eng befreundet zu sein), dann aber rund zwanzig Jahre nicht. Es fühlt sich an, als hätte sich nichts geändert. Wir sind halt alle nur etwas faltiger geworden. Und fast alle haben wir ein paar Kilo zugelegt. Aber sonst?
Bevor wir zurück sind, haben wir dann noch das überaus ästhetisch anzusehende Schloss Salem besucht und uns mit einer Ladung leckeres Weins aus dem Hause Markgraf von Baden versorgt.
Tja, und am kommenden Freitag abend, sozusagen übermorgen, geht's dann wieder los, diesmal nach Magdeburg. Doch danach wird's erstmal ruhiger, bevor Martin für einige Wochen gen Osten verschwindet.

[1] wenn ich das nochmal durchlese, merke ich, dass das missverständlich ist. Gemeint ist: wenn man sich selbst so schick findet, dass man nicht noch ein gelackt-cooles Ambiente braucht, dann kann man in der Tiergartenquelle Spass haben, denn die ist ganz und gar unglamourös.

Magdeburg

Sunday, September 21. 2008
Habe ich schon erwähnt, dass ich am 11. Oktober auf dem Madgeburger Open Source-Tag sein werde? Auch dieses Mal wird es um das Thema "Beruflicher Erfolg als Techie" gehen - lasst euch überraschen. ;-) Ich bin auch gespannt, wie die Veranstaltung sein wird, und die STadt kenne ich auch noch nicht. Das Programm liest sich auf jeden Fall schon mal gut. (Dank an Stefan, durch den ich überhaupt erst auf die Idee kam)