Japan: Bahnfahren

Tuesday, January 20. 2009
Bahnfahren in Japan mit Bahnfahren in Deutschland zu vergleichen ist so, als vergliche man einen Schulausflug einer Grundschulschulklasse der fünfziger Jahre mit dem Gedrängel am Samstagnachmittag auf der Zeil.
Ja, in Japan geht's weitaus geregelter zu als hier - obwohl Deutschland ja nun nicht gerade als Land der Anarchisten gilt, was das angeht.

In Japan diffundiert man zum Beispiel nicht einfach irgendwie in einen Zug - dort weiß man nicht nur schon vor der Fahrt, in welchen Wagen man einsteigt, sondern entscheidet sich auch noch vor dem Eintreffen des Zugs für die Tür, die man nehmen wird und reiht sich in die dortige Schlange ein. (Okay, in Zweierreihen anstellen, darauf verzichten sie dann doch)

Genau dafür gibt es Markierungen auf dem Bahnsteig und auf den Zentimeter genau exakt dort halten die Züge auch. Welcher Wagen der richtige ist, ist auch nicht schwer zu entscheiden: in einigen sind die reservierten Sitze, in anderen die nicht-reservierten, und welche das sind, wir ungefähr achtzehnmal vorher per Lautsprecher durchgesagt und auch auf den Zuganzeiger-Tafeln[1] angezeigt.

Ein japanischer Zugbegleiter verbeugt sich übrigens, wenn er einen Wagen betritt, vor seinen Kunden, und wiederholt das, wenn er den Wagen verlässt.

Ein besonders lustiges Schauspiel vollzieht sich an manchen Sackbahnhöfen oder wenn sonst der Zug die Richtung wechselt - dann werden die Sitzreihen im Shinkansen umgedreht, sodass die Sessel in Fahrtrichtung zeigen. Genau dieser Umstand ist es auch, der für eine wirklich komfortable Beinfreiheit auch in der zweiten Klasse sorgt.

Hab ich schon erwähnt, dass keine Uhren gebraucht werden, weil die Züge, und zwar alle, die ich erlebt habe, auf die Minute pünktlich sind? Gleisänderungen oder gar Ausfälle scheint's auch nicht zu geben.

Wermutstropfen: Selbst in einer der grössten Städte der Welt, einer Metropole mit Trendsetter-Kaliber, kann man mit einer ausländischen Kreditkarte keine Fahrkarte der JR bezahlen. Die Suche nach einem Geldautomaten, der die benötigten Yen ausspuckt, wenn man ihn mit einer nicht-japanischen Kredit- oder EC-Karte füttert, kann dann auch schon mal eine Stunde dauern und an der Rezeption eines Hotels enden, das netterweise auch mit europäischen Touristen rechnet.

[1] Die mitlesenden Pufferküsser wissen, was gemeint ist - oder?

Weihnachtsmarkt

Monday, November 10. 2008
Neues aus dem ferneren Osten:


Hm, was es da wohl alles gibt? Sushi mit Lebkuchengeschmack? Grüntee mit Zimt und Nelken? Schokoweihnachtsmänner Geschmacksrichtung "Kugelfisch-Alge"?

Die letzten Wochenenden...

Thursday, October 9. 2008
und auch die Tage dazwischen waren ziemlich vollgestopft, deshalb war hier von mir auch länger nichts zu lesen.

Was war los? Eines nach dem anderen.
Am letzten Wochenende im September sind wir mit Air Berlin wieder einmal in die Stadt geflogen, die der Airline ihren Namen gab. Bevor wir uns vom Shuttle-Bus haben in die Pampa entführen lassen, musste ich die Gelegenheit nutzen, nahe des Ernst-Reuter-Platzes durch den Manufaktum-Laden zu streunen, sämtliches mechanische Spielzug und japanische Tuschestifte auszuprobieren und dann auch wirklich einen Sparschäler für geschlagene EUR 2,- zu kaufen. Dann ein kleiner Bummel über die Knesebeckstraße Richtung Savigny-Platz, vorbei u.a. an einem Laden mit dem herzigen Namen Rue Tortue.
Der Shuttle am Nachmittag brachte uns ins Schloss Liebenberg und damit an das eigentliche Ziel unserer Reise: Das Auswahlverfahren der Stiftung der deutschen Wirtschaft wo wir über die die Vergabe von Stipendien an Lehramtsstudenten als Juroren mitentscheiden durften (sollten, konnten?)
Diese knapp 24 Stunden von Freitag abend bis Samstag Spätnachmittag waren dicht vollgepackt mit Aufgaben, Gesprächen, Vorbereitungen, Schreibarbeit - nicht nur für die Kandidaten, sondern auch für uns eine ziemlich anstrengende Sache, allerdings in einem sehr stimmungsvollen Ambiente. Schliesslich wollten wir uns die Aufgabe nicht zu einfach machen, sondern auf einer vernünftigen Grundlage entscheiden, wer sein Studium mit etwas weniger Sorge und Stress durchziehen kann. Ich muss sagen, es war wieder einmal eine interessante Erfahrung, all diese erwartungsvollen Gesichter, der Ehrgeiz... und zu sehen, wie alt man selbst geworden ist.
Aber natürlich waren wir nicht nur zum Arbeiten nach Berlin gekommen, sondern haben noch einen Tag drangehängt, um auch ein bisschen was von der Stadt zu sehen und von ein paar guten Bekannten. J. hatte Zeit und so sind wir nach dem Einchecken im Gästehaus der DSJ mit ihm erstmal in die legendäre Tiergartenquelle eingekehrt, wo es Schnitzel von der Größe eines Reihenhaus-Rasens gibt und viel, viel Bier. Unbedingt ausprobieren, wenn man sich selbst schick genug findet.[1] ;-)
Als nächstes sind wir dann ins Schwarze Cafe gewandert (wow, genau mein Fall) und zum Schluss gab's noch einen Absacker im Quasimodo (was aber wohl nur unterirdisch im CLub seinen ganzen Charme zeigt).
Am nächsten Tag hat sich dann extra für uns R. schon um halb elf aus dem Bett gequält und sich mit uns im Hannibal zum Brunch getroffen. Leckere Angelegenheit, aber mein persönliches Highlight war dann doch der Besuch im Museum der Dinge, wo eine riesige Menge von Alltagsgegenstände unter Design-Gesichtspunkten ausgestellt sind und informiert kommentiert sind.
Von der Weinhandlung Suff in der Oranienstraße haben wir dann natürlich auch noch ein Foto gemacht, war ja klar ;-)
Für den Rückweg nach Frankfurt haben wir dann auch diesmal weniger als 18 Stunden gebraucht, was auch mal ne schöne Abwechslung war. ;-)

Die TAschen waren gerade ausgepackt, die Wäsche noch nicht trocken auf der Leine, ging's weiter: Am Feiertag sind wir runter an den Bodensee gefahren zu meinen ehemaligen Flurgenossen nach Salem-Neufrach. Uli und Ingrid waren so nett, uns mit dem Konzept der Besenwirtschaft (andernorts unter "Straußenwirtschaft" bekannt) vertraut zu machen, alte Dias (Diese Frisuren! Diese Brillen! Diese 80er!) vorzuführen und mit uns trotz schlechten Wetters durch Meersburg und Konstanz zu wandern (okay, wir waren dann doch länger im Sea Life und im Reptilienhaus Unteruhldingen als draußen). Erstaunlich, wie stabil eine Vertrautheit sein kann, wenn man sich zwar zwei Jahre fast täglich gesehen hat (ohne aber wirklich eng befreundet zu sein), dann aber rund zwanzig Jahre nicht. Es fühlt sich an, als hätte sich nichts geändert. Wir sind halt alle nur etwas faltiger geworden. Und fast alle haben wir ein paar Kilo zugelegt. Aber sonst?
Bevor wir zurück sind, haben wir dann noch das überaus ästhetisch anzusehende Schloss Salem besucht und uns mit einer Ladung leckeres Weins aus dem Hause Markgraf von Baden versorgt.
Tja, und am kommenden Freitag abend, sozusagen übermorgen, geht's dann wieder los, diesmal nach Magdeburg. Doch danach wird's erstmal ruhiger, bevor Martin für einige Wochen gen Osten verschwindet.

[1] wenn ich das nochmal durchlese, merke ich, dass das missverständlich ist. Gemeint ist: wenn man sich selbst so schick findet, dass man nicht noch ein gelackt-cooles Ambiente braucht, dann kann man in der Tiergartenquelle Spass haben, denn die ist ganz und gar unglamourös.

Magdeburg

Sunday, September 21. 2008
Habe ich schon erwähnt, dass ich am 11. Oktober auf dem Madgeburger Open Source-Tag sein werde? Auch dieses Mal wird es um das Thema "Beruflicher Erfolg als Techie" gehen - lasst euch überraschen. ;-) Ich bin auch gespannt, wie die Veranstaltung sein wird, und die STadt kenne ich auch noch nicht. Das Programm liest sich auf jeden Fall schon mal gut. (Dank an Stefan, durch den ich überhaupt erst auf die Idee kam)

Blankenbach-City wird berühmt!

Saturday, August 9. 2008
Es ist ja nun nicht so, dass in Nordhessen viel los wäre. Trotz der nun fast schon zwanzig Jahre zurück-liegenden Grenzöffnung nicht. Da ist es doch schon fast sensationell, dass einer von nur drei in Hessen gelegenen Kreuzungspunkte von Längen- und Breitengraden auf einem Flurstück liegt, das zu einem Stadtteil von Sontra, der Metropole Blankenbach gehört. Die User von Confluence.org haben es im Bild festgehalten! Das ist doch mal eine Alternative für die, denen Geo-Caching langweilig geworden ist, oder?

Idiosynkrasien

Thursday, July 24. 2008
Schönes Wort, nicht wahr?
Ich bin in den letzten Tagen in der S-Bahn oft kontrolliert worden und dabei ist mir aufgefallen, dass Fahrkarten-Kontrolleur einer der wenigen Jobs ist, mal abseits von einer Tätigkeit als Künstler, wo ein irgendwie "besonderes" Aussehen ein Vorteil für den Job ist.
Aus diesem Aspekt heraus hätte eigentlich der Herr, mit dem wir auf der Fahrt zum Linux-Tag Ende Mai ein Abteil geteilt haben, bei der Bahn angestellt sein müssen. Sein Auftritt war sehenswert:
  • geschätzte 150 Kilo Lebendgewicht,
  • eingezwängt in eine hellgraue Hose mit Urinflecken (die nach jedem Ausflug aufs WC erneuert wurden *börks*),
  • eine Variante von Hawaiihemd im Blouson-Stil, die ich in einem Anfall von Kreativität "MDS-Hemd" getauft habe
  • ein Basecap mit einem Gamsbart (!) obendrauf
  • darunter eine Vokuhila-Variante mit Glatze und heftigen Schuppen
  • dazu ein Rucksack in Türkis-Lila (so die 80er-Jahre-Farbkombination eben), vielfach von Hand nachgenäht
  • beschriftet mittels Edding mit dem denkwürdigen Schriftzug "Mobile Bar" oder so ähnlich, aus dem er unausgesetzt Halbliter-Bierdosen in Schwarz-Rot-Geld holte und konsumierte.
Leider sind die Fotos, die wir betont unauffällig von ihm schießen konnten, eher unspektakulär.

Betriebsfahrt?

Thursday, July 17. 2008
vielleicht kann mir das ja einer der mitlesenden ÖPNV-Kenner (auch Pufferknutscher genannt) erklären:
da steht man so an einer Bus- oder S-Bahnhaltestelle und wartet sehnsüchtig auf den Zug oder Bus. Sehnsüchtig, weils kalt ist, heiß ist, regnet, man einen Termin einhalten will oder einfach nur weg. Und dann naht das ersehnte Gefährt und was steht dran? "Betriebsfahrt - bitte nicht einsteigen" oder gar "Leerfahrt".
Das sind doch die großen Frustmomente im Leben, wenn man das Fahrzeug dann wieder entschwinden sieht, ganz leer, obwohl es doch in die gleiche Richtung fährt, in die man selbst will. Warum kann der Fahrer die Wartenden nicht wenigstens soweit mitnehmen wie seine Route zum eigenen Ziel passt? Bitte sagt jetzt nicht "das hat versicherungstechnische Gründe".

Über Moskau nach Paris...

Tuesday, June 3. 2008
... so ließe sich zusammenfassen, was wir am Freitag und Samstag erlebt haben.
Lest hier nach: Reisebericht bei Google Groups

Was wir auf der Hinreise erlebt haben und dann auch auf dem Linuxtag, das folgt in Kürze als Fotoroman!

Doch, doch, mich gibt's noch...

Monday, May 26. 2008
... nur bin ich wieder mal heftig beschäftigt.
Die letzten vier Tage war ich auf Schiermonnikoog in einem wunderschönen Ferienhaus und hab mich ziemlich gut erholt, obwohl ich zwischendurch immer mal wieder für ein Stündchen online war, mein Monster-Forum befüllen. Aber bei herrlichem Sonnenschein mit dem Fahrrad durch die Dünen gleiten, im holländischen Bilderbuchstädtchen ganz dekadent einen Weißwein schlürfen - das hat schon was.
Außerdem hab ich ein Interview zum Buch gegeben und werde in drei Tagen auf dem Linux-Tag am O'Reilly-Stand noch eines geben. Parallel dazu hab ich mich schlau gemacht, wie man ein Haus verkauft, einen Vermögensberater für meine Mum gesucht (und gefunden), einen Betreuungsbericht geschrieben und nicht zuletzt eine tolle Party gefeiert. Da blieb nicht viel Zeit zum Bloggen, leider.

Beobachtungen in der Eisdiele

Monday, May 5. 2008
Gestern war hier super-Wetter und so habe ich die Chance genutzt, mal wieder das Fahrrad ein bisschen Gassi zu führen.

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Zurück vom FFG

Sunday, March 16. 2008

...und vom Frühjahrsfachgespräch der GUUG bin ich nun auch zurück.
Was soll ich sagen?

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FFG, die zweite

Monday, January 14. 2008
Jens hat mich mal wieder zu einem Vortrag überredet, Martin hat sich anstecken lassen und Dyfa wollte sowieso - da wird die Baubergerstraße an ein paar Tagen im März wohl der Ort in München mit der höchsten Referenten-Dichte außerhalb der FFG sein. ;-)

Osaka

Friday, January 11. 2008


Dank Handykamera mal ein Blick ans andere Ende der Welt: eine ganz normale japanische Fussgängerzone. Ich hoffe, Martin plündert die Supermärkte und bringt viel spannendes Futter-Zoix mit. :-)

World Transit Map

Sunday, December 30. 2007
Ich bin echt kein Pufferknutscher, eigentlich - aber die Transit Map of the World finde ich faszinierend.



Unzufrieden

Wednesday, December 12. 2007
Irgendwie bin ich gerade unzufrieden mit mir und dem Rest der Welt.
Dauernd hab ich irgendwelche Zipperlein: Kopfweh, verspannter Nacken, die Schulter tut weh und dann doch wieder der Ellenbogen und weitere nervige KLeinigkeiten.
Dann hab ich heute habe ich die Zutrittskarte für die Bank vergessen, und - als ob das nicht schon genug wäre - auch noch gleich das Handy.
Ich wollte heute um 9 Uhr los - gechafft habe ich es dann um 9:25. Ob ich wohl noch mal irgendwann vor 10 im Projekt bin, wenn ich mit dem ÖPNV fahre? Vielleicht, wenn ich es mal schaffe, vor halb zwei nachts schlafen zu gehen.
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