Schweigen im Walde und ein Link

Friday, June 1. 2007
Sorry, dass ihr schon so lange nichts von mir gelesen habt. Ich habe nun wirklich vor einigen Tagen den Buchvertrag unterschrieben - große Freude! Aber es liegt auch ein gewaltiges Stück Arbeit vor mir - bis Mitte Oktober wollen 200 Seiten geschrieben sein, ein paar Kurzinterviews müssen geführt, transkribiert und abgestimmt werden, und ein bisschen recherchieren möchte ich auch noch bei dem einen oder anderen Thema.

Momentan laboriere ich an meinem ersten Kapitel herum, das ich meinem Lektor Sonntagabend schicken will. Und mein Hang zur Prokrastination schlägt voll zu. Aber da werde ich durchmüssen - und ihr auch. Denn erst wenn das Kapitel abgegeben ist, gibt es wieder Neuigkeiten von mir.

Bis dahin erstmal nur ein Link zu einer witzigen Geschichte über das Wappentier dieses Blogs, den ich vor ein paar Tagen per Mail bekommen habe - dank an Ronald!

Rosa Rüschenplüsch

Monday, February 12. 2007
Die Erkältung legt mich ziemlich lahm, da kann ich statt fleißig zu sein auch gleich noch mal etwas bloggen, das mir schon seit ein paar Tagen durch den Kopf geht. Kurz vor Weihnachten habe ich mir Thea Dorns "Die neue F-Klasse" bestellt und jetzt auch ausgelesen - es schoben sich doch noch einige Weihnachtsgeschenke und Mitbringsel zu unserem Brunch neulich dazwischen in der Lektüreliste. Zu dem Buch selber will ich weiter gar nichts sagen, da kann ich vielem zustimmen, vor allem dem Appell an einige Männer, den Dorn in ihrem Schlusskapitel ausspricht:
Lernt, euch mit denen zu messen, mit denen zu kooperieren, von denen ihr bislang glaubtet, sie bespringen und/oder beschützen zu müssen.

Mir ist allerdings eine Passage übel aufgestossen, und zwar in dem Interview, das die Autorin Thea Dorn mit der türkischstämmigen Anwältin Seyran Ates führt. Es geht um die Tochter, die Ates gemeinsam mit einem Landsmann hat, von dem sie aber getrennt lebt.
SA: Ich bin sicher, wenn mein Kind ein Sohn geworden wäre, hätte ich mit Kerim noch heftigere Kämpfe auszufechten gehabt. Natürlich unterschlage ich meiner Tochter nicht, dass sie einen Vater hat. Und Kerim darf sie auch so viel wie möglich sehen. So lange sie noch nicht sprechen, sich noch nicht vermitteln kann, darf er sie allerdings nur hier bei mir, in meiner Gegenwart sehen.

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Buchmesse - Nachlese

Thursday, November 2. 2006
Auch dieses Jahr war ich wieder auf der Buchmesse, auch dieses Jahr hab ich mich wieder mit Petra vom Fleurus-Verlag getroffen (aber diesmal nicht zufällig, sondern vorsätzlich ;-)). Gebloggt hab ich noch nicht darüber und werde ich auch nicht mehr, bloss dieses eine Detail: Diese wunderschöne Postkarte aus dem Ulrike Helmer-Verlag in Königstein.


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GoogleBooks

Monday, September 11. 2006
wenn man heimkommt aus dem Urlaub, muss man natürlich auch die abonnierten Newsgroups durchschauen - naja, okay, ich muss das. Heute hab ich mich durch de.rec.buecher gefräst und bin dank Marius Fränzel auf dieses Highlight gestossen:



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Aus dem Gift-Regal

Friday, July 7. 2006

Gefunden bei Trillian: Zehn Kuriositäten aus meinem Bücherregal - Bücher, die irgendwie besonders/ unerwartet/ merkwürdig/ exotisch oder gar abseitig sind und/oder die ich nie gelesen habe.


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Minus Prozent Wetter?

Monday, April 3. 2006
Was ich mir wohl angesichts dieser Niederschlags-wahrscheinlichkeit denken soll? Rätselhaft.

Note to self: ich muss mal anständig mit gimp umgehen lernen....







Nachlese

Tuesday, March 14. 2006
Als ich im letzten Herbst mit diesem Blog gestartet bin, war für mich klar, dass ein wichtiger Bestandteil Artikel über Bücher sein werden. Das hat sich jetzt ganz anders entwickelt- ich habe das Gefühl, ich kann keine Rezensionen schreiben. Oder die, die ich schreiben kann, werden meinen Ansprüchen nicht gerecht - wieder ein Ort, wo mein Perfektionismus ein Reservat hat.

Außerdem ist es wohl auch einfach so, dass ich viel weniger lese als früher und viel mehr Zeit im Usenet, im Web und im IRC verbringe.

Aber was eine echte Bibliophagin ist, die verschlingt trotzdem noch ein paar Bücher, auch wenn es nicht mehr die Ausmaße annimmt, die es früher mal hatte. Was ist die letzten Wochen durch meine Hände gewandert?



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Alternative Bücherfragen

Wednesday, February 15. 2006
Kermit Nieland hat in de.rec.buecher[1] einen alternativen Fragenkatalog zu Büchern und Lektüren aufgestellt und beantwortet. Mir hat der gut gefallen, daher werde ich nicht nur in de.rec.buecher antworten, sondern tu es auch hier: [1] Gibt es hier jemanden, der das Usenet nicht kennt? Wenn ja, bitte Kommentar hinterlassen, dann sag ich noch was dazu.

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Statt Liebe...

Saturday, December 17. 2005
Liebe gibt es nicht, sagt Pascal Mercier, es gibt nur die Kombination aus Begierde, Wohlgefallen, und Geborgenheit.
Gefunden im Blog Freies Lieben. Diese Definition saust mir schon seit Tagen im Kopf rum - deshalb lest ihr sie jetzt hier.

Noch ein Gedicht

Thursday, December 1. 2005
Antonio Fian: Deutsche Dichter in Französisch

1.
Jünger.
Heine,
Heidegger.
Lessing!
(Grass)

2.
Y une guerre.
Haine,
ail de guerre.
Les seins!
(Grâce)

3.
Dort: Ein Krieg.
Hass,
des Krieges Knoblauch.
Die Brüste!
(Gnade)

gesehen in der ZEIT vom 17.11.2005. S. 47, zitiert nach: http://www.schoolwork.de/forum/thema_2512.html


Romanistinnen und Romanisten aller Länder, vereinigt euch in diesem Blog! Und zum Zeichen, dass ihr da wart...,
...veuillez me laisser votre message ci-dessous. Merci!

Buchmesse revisited

Saturday, October 22. 2005
Gestern hab ich den Luxus meines derzeitigen Teilzeitengagements genutzt und bin am frühen Nachmittag auf die Buchmesse gegangen - erstmals im privilegierten Status eines Fachbesuchers, danke an antbo für das Ticket!

Perfektionistisch, wie ich in manchen Dingen leider immer noch bin, habe ich mir vorab erstmal ein paar Stunden beim Stöbern im Veranstaltungskalender um die Ohren geschlagen und mir per Copy & Paste ein ansehnliches Programm zusammengestellt, was ich alles so tun könnte, wenn ich denn will und mich die Füße weit genug tragen.

Und gemacht hab ich dann schliesslich folgendes:
  • Besuch der Lesung von Burkhard Spinnen aus seinem neuen Buch "Klarsichthüllen". Spätestens seit dem Büroroman oder Genazinos Abschaffel ist das Motiv des ganz schnöde und profan in der Privatwirtschaft arbeitenden Menschen für mich spannend. Ernst-Wilhelm Händler steht auch schon seit langem auf meiner Leseliste - mit zu vielem anderen. So richtig inspirierend fand ich die Veranstaltung nun nicht, so dass ich mich entschlossen habe, mich vorzeitig auf den Weg ins Lesezelt zu Juli Zeh zu machen.

  • Auf dem Weg aus Halle 6.1 raus in den Hof des Messegeländes höre ich meinen Namen rufen - und wer steht mir gegenüber? Petra, ehemalige Kommilitonin aus Gießen und Zimmergenossin in der Cite U während des Auslandssemesters 1986/87 Paris. Das Studium haben wir beide 1991 abgeschlossen, danach haben wir uns nur noch ganz selten gesehen, zuletzt wohl 1993 oder 1994 (sie erinnerte sich, dass ich damals bei Procter & Gamble war und einen "ganz tollen Job" gehabt hätte - ui ;-)). Und dann, zwischen 70.000 Besuchern laufen wir uns wieder über den Weg. Sie hat einen für die "FSExerinnen" typischeren Werdegang als ich hingelegt und ist Lektorin geworden, war also tatsächlich geschäftlich da. Die nächste halbe Stunde haben wir damit verbracht, am Stand ihres Verlages einen Kaffee zu trinken, die letzten 10 oder 12 Jahre Revue passieren zu lassen und Visitenkarten zu tauschen.

  • Wolf Wondratschek wollte ich mir dann doch nicht entgehen lassen - er war um 17:30 zur Diskussion über sein neues Buch Saint Tropez beim Blauen Sofa zu finden. Wondratschek ist ja jemand, dessen Lyrik ich schon seit vielen Jahren schätze, er ist der, der den denkwürdigen Satz prägte über Domenica
    Wenn sie mit dem Hintern wackelt, fließen die Flüsse bergauf.

    Saint Tropez ist eine Kurzgeschichtensammlung, aus ihr lesen wollte er nicht, dafür war es ihm zu laut und umtriebig im Durchgang zwischen Halle 5.1 und 6.1 (kann ich verstehen). Stattdessen hat er ein wenig über seine Schreibgewohnheiten erzählt und ein sehr schönes Zitat von Alexander Kluge gebracht
    "Allein schon die Organisation der Trance ist ein poetischer Akt"

  • Ganz zum Schluss bin ich dann noch runter in Halle 6.0 gegangen, wo ein Teil der internationalen Verlage zu finden ist, auf der Suche nach isländischen Verlagen. Leider hatte ich das Limit für mein Knie schon erreicht, wie ich dann merken musste - und ich habe die Tour in Reihe B abgebrochen und habe mich auf den Weg zum Ausgang gemacht.

Tja, das ist nix im Vergleich zu den Marathons früherer Jahre, wo ich als die Prospekte und Zeitschriften kiloweise abgeschleppt habe - schon merkwürdig, mit einer riesigen ZVAB-Tasche rumzulaufen, in der kaum was drin ist.
Mal schauen, vielleicht gehen Martin und ich nochmal zusammen hin, auch wenn es mir vor dem Besucheransturm schon ein wenig graut - es war schon gestern nur mit Fachbesuchern voll genug. Oder wir gehen stattdessen zur Buchmesse Con - mal schauen.

Now reading: Der Gott der kleinen Dinge

Sunday, October 2. 2005
Schon seit einigen Tagen lese ich Arundhati Roy - Der Gott der kleinen Dinge

Bisher kann ich schwer nachvollziehen, was für ein Hype um dieses Buch gemacht wurde.
Es ist eine ganz normale Familiengeschichte, wie ich schon viele gelesen habe - und viele bessere. Das "exotische" Ambiente, syrische Christen in Indien, brachte bisher auch noch wenig erhöhten Lesegenuss noch nicht mal tiefere Einblicke in Phänomene wie das Kastensystem hat es bisher gegeben.

Ich bin mittlerweile fast zur Hälfte durch und frage mich: durchhalten und weiterlesen? Oder weglegen und.... (Achtung, Blasphemie) gar verkaufen über amazon oder Booklooker, tauschen gegen andere z.B. via Buchticket oder Boogg!, bei Bookcrossing "freilassen"?

Das ist ein generelles Problem: ich habe nicht mehr viel Stellplatz für weitere Bücher. Ich horte gerne Lesestoff und geliebte Lektüre - aber ich werde keine Wohnung in XXL-Format mieten, nur damit ich mehr davon unterbringen kann.

Andererseits widerstrebt es mir, Büchern, die mich bei einer ersten Lektüre nicht angesprochen haben, keine zweite Chance mehr zu geben, denn ich denke dann immer wieder an das, was Doris Lessing im Goldenen Notizbuchüber Lektüre sagt:

Es gibt nur eine Art, Bücher zu lesen, nämlich die, in Bibliotheken und Buchhandlungen zu stöbern, Bücher mitzunehmen, die einen interessieren, und nur die zu lesen und sie wegzulegen, wenn sie einen langweilen, oder die Längen zu überspringen - und niemals, niemals etwas zu lesen, weil man glaubt, man müsste, oder weil es zu einer Richtung oder Bewegung gehört.
Denk daran, dass das Buch, das dich langweilt, wenn du 20 oder 30 bist, eine Offenbarung sein kann, wenn du 40 oder 50 bist und umgekehrt. Lies kein Buch,wenn nicht die Zeit dafür gekommen ist...


Lustigerweise geht es mir so auch mit dem Goldenen Notizbuch selbst - ich habe es vor langer Zeit gekauft, nie fertiggelesen, und seither steht es bei mir im Regal und gilbt vor sich hin - ob seine Zeit noch kommen wird? Und Roys Zeit?

Wir werden sehen - ich werde berichten.


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Menstruationsbeschwerden

Wednesday, September 14. 2005
Heute mittag war ich beim Penny gegenüber, und die Kassiererin war so schlecht gelaunt, dass mir spontan klarwurde, was Irene Dische gemeint haben muss, als sie das hier schrieb:

In Wahrheit hatte Nanny Jackie ihre professionelle Fröhlichkeit nicht ganz in der Gewalt: diese ließ sie einmal monatlich im Stich. Dann wurde Nanny Jackie knurrig. [...] Eine ehemalige Arbeitgeberin hatte dazu knapp und klar angemerkt: "Ihre prämenstruelle Gereiztheit könnte die Russen aus Afghanistan verjagen."
(aus der Short Story "Nanny Jackies Passion", enhalten im Band "Fromme Lügen")


Wenn alle Frauen gleichzeitig menstruieren würden - wer weiß, vielleicht wäre dann die Weltgeschichte anders verlaufen. ;-)

Now reading: Hans Werner Kettenbach, Die Schatzgräber

Thursday, September 8. 2005
Ich tue mir schwer mit Rezensionen, ich kann nur sagen:

Ich sollte mir alle Bücher von ihm zulegen. Sterbetage hat mich beim ersten Lesen kalt erwischt - eines der wenigen Bücher in meinem Leben, wo ich geheult habe, und das nicht zu knapp. Und bei der Zweitlektüre nicht weniger.

Zusammen mit Christoph Hein und Bernhard Schlink einer der Sterne an meinem persönlichen nationalen Bücherfirmamment :-