Erst im Schutze der Anonymität...

Wednesday, January 26. 2011
... äußert mancher, was er sonst nur denkt.

"Seefahrt ist nicht für Frauen gemacht, sie haben nicht die physische und psychische Stärke, um so lange auf See zu bleiben."

gelesen beim Stern

Man sollte ihm dankbar sein, dem "Sven K.", dass er so offen ausspricht, was gerne geleugnet wird, wenn es darum geht, dass Frauen in vielen Bereichen nach wie vor unterrepräsentiert sind.

Dass die BILD in die gleiche Kerbe schlägt, wundert da kaum noch.

Wofür wirbt wohl diese Dame hier?

Saturday, July 31. 2010


Für einen Escort-Service?

Kleider?

Nee, das ist doch eindeutig.

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Charly Cheffe hat bei Anschaffungen das letzte Wort...

Wednesday, July 28. 2010
....Betty Boss dafür die Hausarbeit am Bein. Oder andersrum? Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat eine informative Studie herausgebracht nicht nur zu den "üblichen" Themen wie Geschlechterverteilung in Führungsrollen, Gehälter, Arbeitszeiten, sondern auch zu eher profanen Fragen wie "Wer putzt den kleinen Schreihälsen die Nase?" oder "Wer zieht die Winterreifen auf?".

Lest selbst nach im Führungskräfte-Monitor 2010

Meine Highlights:
  • In 4% aller Partnerschaften, bei denen die Frau im Beruf eine Führungsposition innehat, hat sie bei finanziellen Entscheidungen das letzte Wort. Ist der Mann in der Chef-Rolle, sind es 11%.

  • In ungefähr 30% aller Haushalte, in denen eine Frau in einer Führungsposition lebt, ist eine Haushaltshilfe angestellt, aber nur in 20% der Haushalte, in denen der Mann eine Führungsposition hat

Ernüchternd auch das Management-Summary (Auszug):
Auch die Hausarbeit verbleibt vornehmlich bei der Partnerin, während weibliche Führungskräfte sich zwar eher die Hausarbeit mit dem Partner teilen, aber im Schnitt mit 60 Prozent immer noch einen höheren Anteil übernehmen.
Die stillschweigende Erwartung, dass Frauen in der Partnerschaft die Verantwortung für die unbezahlte Haus- und Familienarbeit übernehmen, ist sicherlich mitentscheidend für die Tatsache, dass Frauen in Führungspositionen weit seltener als ihre männlichen Kollegen verheiratet sind und seltener Kinder haben.

Karstadt: Timing ist alles

Sunday, March 7. 2010
Liebe Leute von Karstadt: Was seid Ihr nun, Frauenversteher....


(Anzeige in der Frankfurter Rundschau von Freitag, 5. März)

....oder doch eher Mario-Barth-Adepten?


(Beilage mit Technik-Werbung in der Frankfurter Rundschau von Freitag, 5. März)

Karstadt-Werber, entscheidet euch!


Mitgemeint

Thursday, November 12. 2009
"Ihr seid natürlich mitgemeint" hört man immer wieder gerne, wenn es darum geht, ob es in Ordnung ist, wenn von Studenten oder von Mitarbeitern die Rede ist, während Männlein und Weiblein gemeint. Ich bin mir da unschlüssig - einerseits geht mir tatsächlich das "-innen"-Anhängen auf die Nerven, einerseits weil es umständlich ist, andererseits weils bemüht klingt. Andererseits aber weiß ich um die Kraft der Sprache und wie sie unser Denken beeinflusst.

So auch heute: Jahr um Jahr wird darüber geredet, warum Frauen im Job noch immer so selten so weit aufsteigen wie Männer, im Schnitt weniger verdienen, nichts studieren, was hinterher das Überleben sichert, oder wenn doch, dann spätestens beim ersten Kind in die Elternzeit verschwinden, warum sie überhaupt so vergleichsweise wenig präsent sind im Beruf.

Und dann lese ich sowas und weiß wieder, wie es kommt:



Unter der Überschrift "Benimmfalle Büro - Wie Sie unangenehme Situationen im Joballtag meistern" wird da folgendes zum Besten gegeben:

Treffen auf dem stillen Örtchen
Für viele eine unangenehme Situation: den eigenen Chef beim Toilettengang treffen.
Reichen Sie ihm ausnahmsweise nicht die Hand. Sollte er Ihnen seine geben, nehmen Sie sie an, falls Ihnen das nicht unangenehm ist.
Sofern die Waschräume in Ihrer Firma über abgetrennte Toilettenkabinen verfügen, reicht ein höfliches Zunicken. Heikel wird es, wenn Sie nicht die Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen, sondern eines der Urinale benutzen müssen. Je nachdem, wie viele davon zur Verfügung stehen, lassen Sie idealer Weise einen Platz zwischen sich und Ihrem Chef frei, um weder zu viel Nähe, noch zu viel Distanz zu demonstrieren.


(nachlesbar hier: Stepstone

Alles klar. Urinale also. Soviel zum Thema "mitgemeint".
Ich benutze keine - also bin ich wohl diesmal nicht mitgemeint. Da steht zwar nicht "wie man als Mann unangenehme Situationen im Joballtag meistert" - aber genau das ist offenbar gemeint, denn Männer sind in den Köpfen vieler der Default im Job, wenn's um Karriere geht, ganz offenbar auch in dem dieses Journalisten.
Wenn in einem ähnlichen Text der fehlende Tampon vorkäme, würde der Artikel sicher Teil eines "Jobspecial: Frauen" sein - sind halt immer noch ein Sonderthema, Frauen im Job. Und das ist nur ein Beispiel von vielen, die bei Nachfragen das verwundert-empörte "Aber natürlich darf es auch eine Frau sein" hervorrufen. Schlimm genug, dass man sich da überhaupt vergewissern muss.
Muss man sich da wirklich noch fragen, wieso bestimmte Geschlechterstereotypen sich so hartnäckig halten?

Warum nur muss ich an Simone de Beauvoir denken? Wie schön wäre es, ich könnte ihr von Herzen widersprechen.

I did it again

Friday, May 29. 2009
Ich sach noch.... - und schon ist es wieder geschehen: Warum man kalte Pizza nicht mögen muss.

Dem Inschenjör...

Friday, May 1. 2009
Aufreger:
Ein Artikel in der Zeit zum Thema, wie der Arbeitsmarkt für Ingenieure denn heute so aussieht.

Nein, ich bin keine Vertreterin der Meinung, dass hier nun unbedingt IngenieurInnen oder Ingenieur/innen (oder Ingenienden?) hätte stehen müssen. Und das Thema "Mehr Frauen in naturwissenschaftliche und technische Berufe" sollte doch eigentlich auch langsam ausgelutscht sein, ich jedenfalls kann's bald nicht mehr hören, mal so unter uns.

Aber alle zehn Illustrationen in diesem Artikel zeigen wie selbstverständlich einen Mann - Frauen sind halt doch nicht "mitgemeint".
Da wundere ich mich gar nicht darüber, dass weiterhin das Bild des technischen Berufs männlich besetzt ist, nicht nur in den Augen von Eltern und Lehrern, die ein Mädel bewusst oder unbewusst in eine Richtung fördern oder nicht fördern, er- oder entmutigen, sondern natürlich auch und vor allem in den Köpfen der Mädels selbst, die dann lieber "etwas Weibliches" machen wollen. Wobei "weiblich" leider allzuoft heißt: Mies bezahlt und ohne Aufstiegschancen.

MINT-Initiativen sind offenbar immer noch bitter nötig.

Wenn ich mehr Zeit hätte als ich habe, würde ich einen Leserbrief schreiben. Und mein Fazit: MINT-Kampagnen sind weiterhin bitter nötig.

Peperoni

Tuesday, April 21. 2009
Nicht mehr so ganz taufrisch, aber unbedingt Pflicht-Lektüre...ähm, Hörstoff für Frauen, und auch für einige Männer.
Podcast von Professor Jens Weidner zum sinnvollen Einsatz von Aggression.
Ich bin nicht in allem einverstanden, aber sind verdammt viele Erkenntnisse drin. Mädels, hinter die Ohren schreiben!

Nicht nur am 20. März relevant: Equal Pay Day

Sunday, March 22. 2009


Einige interessante Hintergrundinformationen zum Equal Pay Day. Ich sag nur "bereinigte Lohnlücke" :-(

Kinners

Sunday, December 14. 2008
Neulich bei NewsWeek gefunden und ziemlich heftig gefunden: Eltern fühlen sich im Schnitt weniger glücklich als kinderlose Paare.
Zitat:
parents are happier grocery shopping and even sleeping than spending time with their kids.

Das deckt sich mit meinen Beobachtungen von vielen Eltern und ich kann's ihnen nicht verdenken: Ich fürchte, mir würde es auch so gehen, mein Nervenkostüm würde es wohl auf die Dauer nicht ertragen, was für Kinder ganz normal ist. Nun kann man sich drüber streiten, ob man Kinder deswegen kriegen sollte, damit sie einen glücklich machen. Andersrum finde ich es auch schrecklich, wenn die Message, die Eltern ihren Kindern transportieren, darauf hinausläuft, dass sie nervig, stressig oder lästig sind.
Ungeklärte Rätsel...

Backwards

Wednesday, December 10. 2008
Heute im Spiegel:

In der Phase, in der die Jugendlichen an unsere Schule kommen, werden sie zunächst vom Schulverwaltungsamt nach Geschlecht getrennt untergebracht. Jungs werden zu Berufskollegs mit technischen Fächern geschickt, Mädchen sollen soziale und ernährungswirtschaftliche Angebote wahrnehmen.


Muss man sich da noch wundern über
  • die vielen Mädels, die einen von einem halben Dutzend "Frauenberufen" ergreifen, und
  • die dann, wenn sie schwanger werden, weil sie ja eh zu wenig verdienen, als dass eine Familie davon leben könnte, in Elternzeit gehen und
  • die dann halbtags arbeiten, wenn die Kinder größer sind und
  • die dann für ihre Töchter ein Rollenmodell sind dafür, wieder
  • "Frauenberufe" zu ergreifen, von denen niemand leben kann,
  • und die dann, wenn sie schwanger werden....

And so an, ad nauseam.
Ich fürchte, das ist die Realität, tausendfach, jenseits der schönen Bemühungen wie Girls' Day, auch 30 Jahre nach der zweiten Frauenbewegung.



Gezwitscher - Korrektur -

Tuesday, December 9. 2008
Korrektur
Ich muss meinen Artikel ergänzen, bzw. korrigieren:
Das Twitter-Buch (das ich im übrigen seit heute besitze) ist nicht nur das Werk von Neezee, sondern natürlich auch von Nik!



Kein Wunder, denn das ist die Killer-Application des Jahres 2009 (oder schon 2008?), jedenfalls wenn man den Aussagen auf dem gestrigen Girl Geek Dinner folgen will, wo die Mehrheit der Teilnehmer bei ihrer Vorstellung, gefragt nach den Tags, die sie sich geben würden, ihren Twitter-Namen nannten.
Wie auch immer, ihr könnt mir einfach folgen und euch das Gezwitscher von Tausenden Stimmen in den Ohren klingen lassen und dann entscheiden, ob ihr davon gaga im Kopf werdet oder Addicts.
Dank an Neezee, dass sie mich auf die Idee gebracht hat. Und wer mit Twitter (noch) nix anfangen kann, darf gern einen Blick in ihr Buch werfen.

No comment ;-)

Tuesday, November 4. 2008

Gutsherrenmentalität

Sunday, August 31. 2008
Vor kurzem hab ich mich im Usenet über einen Schreiber aufgeregt, der sich - wie ich fand - sehr in der Vorstellung sonnte, ein Mann zu sein, der für die Gleichberechtigung von Mann und Frau nicht nur eintritt, sondern sie auch lebt.
Er glaubte, das dadurch illustrieren zu können, dass er betonte, in seiner Ehe in Zeiten, in denen er erwerbstätig war und seine Frau eine (reguläres Vollzeit-) Studium absolvierte, durchaus gerne mal bei der Kinderbetreuung "ausgeholfen" zu haben.
Und es war ihm auch nicht klarzumachen, was an dieser Haltung fragwürdig sein könnte.

Heute habe ich etwas gelesen, das in die gleiche Richtung geht, und zwar in der FAS. Dort steht ein Interview mit dem Henkel-Chef Kasper Rorsted u.a. darüber, was andere neudeutsch als "Diversity" bezeichnen würden:

Wir müssen sicherstellen, dass Nationalität, Alter und Geschlecht keine Rolle mehr spielen. Wir nehmen das Thema ernst. Man muss Vielfalt aber auch von oben leben. Das gilt vor allem für mich. Sonst glaubt keiner dran.

FRAGE: Sie wollen vorleben? Sie nehmen aber jetzt keine Elternzeit, oder?

ANTWORT: Nein, aber dazu ist jeder willkommen. Ich hatte lange eine Assistentin in Teilzeit. Die hat von zu Hause gearbeitet. Es gibt nicht viele Vorstände in Deutschland, die ihren Assistentinnen erlauben, donnerstags und freitags zu Hause zu arbeiten. Und wenn ich dann anrufe, höre ich auch mal Kindergeschrei.


Sollte es sich noch nicht zu ihm rumgesprochen haben, dass deutsche Gesetze auch für den Vorstand eines DAX-Unternehmens gelten, auch so etwas wie das Gesetz, wonach Arbeitgeber ihren Angestellten Teilzeit zu ermöglichen haben? Dass daher nicht von "erlauben" die Rede sein kann, sondern von einfacher Gesetzestreue? Und dass dafür nun wirklich kein Eigenlob angebracht oder Schulterklopfen angemessen ist?
Mit dieser Gönnerhaftigkeit holt er nun wirklich weibliche Führungskräfte nicht hinterm Ofen hervor - die wollen nämlich vermutlich keine gnädige Erlaubnis, sondern einfach nur nicht anders behandelt werden als ein Mann.

Männer - eine rätselhafte Spezies

Tuesday, August 19. 2008
Keine Sorge, hier folgt jetzt kein Gejammer über die bösen Schwanzträger, so im allgemeinen hab ich gar nicht viel auszusetzen an meinen maskulinen Mitmenschen. Einiges verblüfft mich aber doch immer wieder an ihnen - zuletzt die Tatsache, dass es unter ihnen Individuen gibt, die jemanden jahrelang kennen und täglich sehen und dennoch nicht seine Augenfarbe kennen. Für mich ist das so, als ob mir jemand erklärte, er wisse nicht, ob sein Arbeitskollege, der ihm seit 2 Jahren gegenüber sitzt, nun eine Glatze hat oder einen hüftlangen karottenroten Pferdeschwanz wie einer von der Kelly-Family.
Wie geht das meinen männlichen Lesern? Könnt ihr das nachvollziehen? Oder kennt ihr das sogar von euch? Los, erzählt! ;-)